Musikschule des Landkreises Trier-Saarburg feiert 50. Geburtstag

Musik : Von der Vorschulmusik bis zum Sinfonieorchester

Seit 50 Jahren bietet die Musikschule des Landkreises Trier-Saarburg alle Ebenen der Ausbildung auf vielen Instrumenten und der Stimme. Ein Konzert im Kloster Karthaus brachte die Erfolge zum Klingen.

(doth) Lisa Maruhn ist erst sieben Jahre alt. Mit ihrer Geige hat sie ein ganz besonderes Konzert eröffnet: 50 Jahre Kreismusikschule Trier-Saarburg wurden in klanglicher Vielfalt im Festsaal des Klosters Karthaus gefeiert.

Die musikalische Bildungseinrichtung zeigt in ihren Suzuki-Klassen, dass auch kleine Kinder, ohne eine einzige Note zu kennen, Geige spielen können – einfach nach Gehör und durch Nachahmung. Genauso erlernt jeder seine Muttersprache. Wie gut das klappt, bewies Lisa mit einem Stück des Konzertes in h-Moll von Oskar Rieding.

„Die Schüler haben die Stücke, die sie heute spielen, selbst ausgesucht“, betont Judith Waibel, die Leiterin der Kreismusikschule. Das waren Werke von Mozart bis zu Metallica. „Wir sind allen Stilrichtungen aufgeschlossen“, sagt die studierte Musikpädagogin mit Hauptfach Geige.

Ihr Vorgänger Hans-Dieter Höllen begleitete mehrere junge Musikschüler am Klavier. Er kann von großen Erfolgen der letzten Jahrzehnte berichten: „Einer, der bei uns mit Musik angefangen hat, spielt heute als Posaunist bei den Berliner Philharmonikern.“

Junge Talente tauchen immer wieder auf. Die Hälfte seines Lebens spielt Paul Becker schon Klavier. Der 14-Jährige aus Kell zeigte nicht den Hauch von Nervosität, hat seine Partitur im Kopf und so im wahrsten Sinne des Wortes Spielraum, sowohl Bach als auch ein Stück von Billy Joel zu interpretieren. „Ich schaffe es immer vor Publikum ruhig zu bleiben“, freute er sich im Gespräch mit dem TV. Ob das allerdings für eine Musikerkarriere reicht, weiß er nicht: „Ich habe ja noch Zeit, das zu entscheiden.“

Ein Schwerpunkt der Matinee waren Flöten. Davon gibt es sogar ein ganzes Orchester, bestückt von der kleinen Piccolo bis zur baumstarken und mehr als zwei Meter hohen Tiefbassflöte. Unter anderem dirigierte hier Marianne Jostock ein Menuett von Mozart.

Ein erster Hinweis, dass der Landkreis eine Musikschule gründen will, findet sich unter dem Punkt „Verschiedenes“ einer Kreisausschusssitzung vom 6. März 1968. Ziel war es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine musikalische Grundausbildung zu vermitteln und besondere Begabungen zu fördern. Mit dem Zusammenschluss des Kreises Trier mit dem Kreis Saarburg Anfang entstand eine Musikschule mit 40 Lehrern und rund 500 Schülern an 25 Standorten. Bis 1977 wuchs die Zahl der Lehrkräfte sogar auf 97. Ab 1980 stand die KMS, wie sie kurz genannt wurde, unter der hauptamtlichen Leitung von Hans-Dieter Höllen. Der Anteil der Kosten für die Eltern liegt bei 45 Prozent. Der Rest kommt vom Landkreis und aus einer Zuwendung aus Landesmitteln.

Dass nicht nur Kinder und die Jugend bei der KMS gut aufgehoben ist, zeigte beim Konzert das Querflöten-Trio mit Irmgard Brixius, Margarete Lautwein und Mareike Kroemer, drei erwachsene Musikerinnen mit deutlichem Spaß an der Klangproduktion.

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