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Musikverein Kell: Jubiläumsfeier fiel, aber eine Auszeichnung gab’s

Musik : Bewegendes Jahr für den Musikverein Kell: eine große Auszeichnung, ein Jubiläum und eine eigene Komposition dafür

Die Leistungen des Musikvereins Concordia Kell sind von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier mit der Pro- Musica- Plakette gewürdigt worden. Wie sich das in Coronazeiten auf die künftige Arbeit der Musiker auswirkt, erzählen drei Stammspieler.

Sie ist aus Bronze, richtig schwer und fast so groß wie eine Langspielplatte: Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat dem Musikverein Concordia Kell die Pro-Musica-Plakette verliehen. Dafür muss ein Verein nicht nur 100 Jahre am Stück bestehen, sondern sich über den normalen Proben- und Konzertbetrieb hinaus Verdienste erwerben. „Das Jubiläum bezieht sich auf die Gründung des Musikvereins Triumph im Jahre 1920“, sagt der Chronist Walter Rausch. Ein Jahr später gründete sich der Musikverein Cäcilia, der sich der Kirchenmusik verschrieben hat. Beide vereinigten sich dann 1950 zum Concordia.

Musiker-Urgestein Jürgen Kramkowski sagt voller Stolz über die Auszeichnung: „Nicht jeder Verein bekommt diese Plakette. Da muss man sich mit umfangreichem Material bewerben.“ Und er zeigt dem TV die Bewerbungsmappe, auch mit vielen Berichten über die Konzerte, Fahrten und Benefiz-Erfolge.

Die besonderen Leistungen sind nicht nur musikalischer Natur. Die Concordia ist reisefreudig und hat sich Verdienste in der Völkerverständigung erworben, bis hin zu einer Privataudienz bei Papst Johannes Paul II. im April 1986. Erlöse aus vielen Konzerten fließen in wohltätige Projekte, so nach einem Platzkonzert im Sommer, das 670 Euro für eine Schule im Ahrtal einspielte

Was den Verein plagt, ist Corona: „Proben, Vorstandssitzungen, Konzerte und das Fest zum 100-jährigen Bestehen mussten ausfallen“, beklagt Markus Lehnen, Ortsbürgermeister und Posaunist im Orchester. Dabei war für das Jubelfest eigens eine Komposition des Dirigenten Emil Sirakov einstudiert worden, die uraufgeführt werden sollte.

„Sehnsucht in die Zukunft“ heißt das Werk, was genau die Befindlichkeit beschreibt, in der sich der Musikverein befindet. Fiel auch die Uraufführung zunächst ins Wasser, heißt es trotzig: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. „Das Fest wird gefeiert. Wie und wann, steht halt noch nicht fest“, sagt Walter Rausch entschlossen.

Trotz Corona halten die Mitglieder ihrem Verein die Treue. Proben konnte man immerhin im Sommer im Freien, am Millenhaus, das vom Musikverein Anfang der 2000er Jahre selbst errichtet wurde. Was fehlt, ist der Nachwuchs. „Bei den Blech- und Holzbläsern und auch beim Schlagzeug wäre eine Verstärkung schön“, findet Markus Lehnen. Wer sich meldet (siehe Info), kann mit jeder denkbaren Unterstützung rechnen, mit einem Leihinstrument und auch einer qualifizierten Fachkraft für den Unterricht. Etliche Instrumente sind vorrätig und warten nur darauf, wieder klingen zu dürfen.