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MVZ Saarburg hat geschlossen - Urologe Tobias Hoffmann Barmherzige Brüder Trier

Gesundheitsversorgung : Ein Urologe weniger in Saarburg

Das Medizinische Versorgungszentrum Saarburg mit einem Orthopäden und einem Urologen wurde geschlossen. Eine schlechte Nachricht – allerdings erstmal nur für die Patientinnen und Patienten von einem der beiden Fachärzte.

Wer derzeit versucht, beim Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Saarburg anzurufen, trifft auf einen Anrufbeantworter. Dieser meldet: „Die gewählte Nummer ist zurzeit nicht erreichbar. Auf Wiederhören.“ Zurzeit ist in diesem Zusammenhang wohl nicht ganz passend, denn die Nummer ist zumindest mit diesem Adressaten gar nicht mehr zu erreichen. Denn das MVZ in der Heckingstraße, in dem zuvor ein Orthopäde und ein Urologe praktiziert haben, ist seit dem 10. Dezember geschlossen. Der Betreiber des Zentrums, die Barmherzige Brüder Trier gGmbH Trier, teilt auf  TV-Nachfrage mit: „Der Praxisbetrieb wurde zum 17.12.2021 eingestellt. Bis zum Jahresende stehen umfangreiche Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen an.“

Für die Patienten mit orthopädischen Problemen dürfte die Schließung des Zentrums kein Problem sein. Denn Dr. med. Thomas Hubrich, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, der dort bislang praktiziert hat, wird die Praxis in den gleichen Räumen weiterführen – dann eben nicht mehr als angestellter Arzt der Brüder, sondern als niedergelassener Vertragsarzt. Ab Mitte Januar wird dies der Fall sein, hieß es noch vorige Woche auf seinem Anrufbeantworter. Die Pressestelle des Brüderkrankenhauses teilt hingegen mit, dass Hubrichs Praxis zum 3. Januar eröffnen werde. Hubrich selbst ist nicht zu erreichen, auch nicht über den Vertretungsarzt, Dr. Martin Hupperich in Trier.

Die Patienten von Tobias Hoffmann, dem Urologen im Zentrum, müssen sich hingegen Ersatz suchen. „Die urologische Versorgung im Raum Saarburg geben wir zum Jahreswechsel ab“, teilt Thorsten Eich, Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrums Saarburg am Brüderkrankenhaus, per Mail mit. Die urologische Versorgung werde neu ausgeschrieben.

Das Nachbesetzungsverfahren wurde laut Eich von Seiten des Brüderkrankenhauses über die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz initiiert; eine Beschlussfassung stehe noch aus. Eich: „Wir hoffen, dass sich zeitnah ein Nachfolger zur Übernahme der urologischen Versorgung findet. Erste Interessenten sind bereits mit uns in Kontakt getreten, um eine reibungslose Weiterführung der Versorgung vor Ort zu gewährleisten.“

Zur Frage, warum das Brüderkrankenhaus das MVZ in Saarburg schließt, gibt Eich keine konkrete Antwort. Er teilt lediglich mit: „Die Entscheidung, die urologische Versorgung im Raum Saarburg abzugeben, ist uns nicht leicht gefallen; geplante Kooperationen konnten leider nicht realisiert werden.“ Patientinnen und Patienten würden gebeten, sich an umliegende Facharztpraxen zu wenden. Tobias Hoffmann wird laut Pressestelle des Brüderkrankenhauses ab dem 1. Januar 2022 (weiter) als Facharzt in der urologischen Hauptfachabteilung der Klinik arbeiten. Man freue sich, dass allen Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeitern ein alternatives Jobangebot in weiteren Einrichtungen der Gruppe habe unterbreitet werden können.

An der Tür des ehemaligen MVZ hängt zudem ein Zettel, auf dem steht: „Falls Sie Ihre urologischen Unterlagen benötigen, werden diese unserer Information nach ab dem 3. Januar 2022 über das Brüderkrankenhaus Trier zur Verfügung gestellt. Die Anlaufstelle wird noch bekannt gegeben werden.“

Einige Patienten haben sich offensichtlich schon an die nächste urologische Praxis gewandt. Das ist die Praxis von Dr. med. Alexander Schorn in Saarburg. Schorn sagt: „Ich habe aufgrund der Schließung des MVZ deutlich mehr Anfragen bei mir in der Praxis.“ In den vergangenen zwei bis drei Wochen hätten sich etwa 180 bis 200 neue Patienten gemeldet. Er werde versuchen, sie alle zu versorgen, auch wenn dies schwierig werde.

Die nächsten Urologen von Saarburg aus gesehen befinden sich in Trier, Losheim, Merzig und Hermeskeil – also mindestens eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt. Schorn versichert: „Im Raum Saarburg ist Bedarf für zwei Urologen.“ Schorn ist auch Belegarzt beim Saarburger Kreiskrankenhaus. Zusammen mit dieser Klinik will er ebenfalls wieder einen Urologen für Saarburg gewinnen. Er gibt sich überzeugt: „Es wird einer kommen, ich weiß nur noch nicht wann.“