Nach Austritten hat sich die FWG Erbeskopf neu formiert

Parteien : Nach Austritten hat sich die FWG neu formiert

Aus der Freien Wählergruppe wird eine Freie Wählergemeinschaft Erbeskopf, die neue Ziele verfolgt. Auch Mitglieder aus der Region Hermeskeil sind willkommen.

Die Freie Wählergruppe Erbeskopf wagt einen Neuanfang. In einer Mitgliederversammlung hat der lokalpolitisch aktive Verein seinen Namen geändert in Freie Wählergemeinschaft Erbeskopf, einen neuen Vorstand mit dem Neunkirchener Richard Pestemer an der Spitze gewählt und sich dazu eine neue Satzung gegeben.

Der Hintergrund für die Veränderung: Acht Mitglieder sind aus dem Verein ausgetreten, darunter der bisherige Vorsitzende Christian Synwoldt, die zweite Vorsitzende Claudia Greber und Anton Göppert, der wie Synwoldt und Pestemer im Thalfanger Verbandsgemeinderat vertreten ist, und die bisher gemeinsam eine Fraktion gebildet haben.

Synwoldt und Göppert haben sich unter dem Namen Unabhängige Bürger in einer neuen Fraktion zusammengeschlossen. Pestemer gehört dem VG-Rat künftig als Einzelperson ohne Fraktionsstatus an.

Die Gründe für die zahlreichen Austritte bleiben unklar. Synwoldt sagt, diese sei aus „gegebenem Anlass“ erfolgt, will dazu aber keine weiteren Auskünfte geben. Pestemer sagt, es habe interne Diskussionen über Inhalt und Zeitpunkt einer Pressemitteilung der FWG zum Thema Kommunalreform gegeben. Mit der Pressemitteilung hat die FWG reagiert auf einen TV-Artikel vom 4. Januar, in dem die Unzufriedenheit der Kommunen, Bürger und Parteien mit dem Ablauf der Kommunalreform  dargestellt wurde. Es sei höchste Zeit, die Kommunal- und Verwaltungsreform nun zügig zu einem guten Ende zu bringen, heißt es darin. „Weitere Gründe sind mir nicht bekannt“, sagt Pestemer weiter.

Jetzt sind es 15 Mitglieder, die im Gasthaus Rauland einen neuen Vorstand gewählt haben. Unter ihnen befindet sich auch der Lückenburger Ortsbürgermeister Reiner Roth, der während der Vorstandswahl die Sitzungsleitung übernimmt.

Zu Pestemers Stellvertreterin wählen die Anwesenden Nicole Hüllenkremer, Ehefrau von VG-Bürgermeister Marc Hüllenkremer. Silvia Pfeiffer macht den neuen Vorstand als Kassiererin komplett. Hinzu kommen fünf Beiräte, die den Vorstand unterstützen. „Ich will die Gruppierung nicht sterben lassen“, begründet Pestemer, warum er sich zum Vorsitzenden der Freien Wählergemeinschaft Erbeskopf hat wählen lassen. Die Anwesenden hätten sich „geschlossen und entschlossen“ präsentiert, sagt er.

Den Namen des Vereins habe man von „Gruppe“ zu „Gemeinschaft“ geändert, um besser zeigen zu können, dass man offen ist, sagt Pfeiffer. Zudem könne die Abkürzung FWG beibehalten werden. Auf das bisherige Logo verzichtet die FWG künftig wegen rechtlicher Bedenken.

Die Ziele der FWG sind in der Satzung fest definiert. Hierzu gehören zahlreiche Aspekte, die mit der kommunalen Selbstverwaltung der Ortsgemeinden zusammenhängen wie der Erhalt der dörflichen Vielfalt und kommunalen Kleinteiligkeit und der dörflichen Verfügungsgewalt über ihre Ressourcen wie Wald, Jagd und Wasser, erläutert Pestemer. Zudem sollen die Infrastruktur, die nachhaltige ökologische, die ökonomische und die soziale Gesamtentwicklung genauso gefördert und gestärkt werden wie der öffentliche Personennahverkehr und die Feuerwehren und Vereine. „Wir sind dem Gemeinwohl verpflichtet“, sagt der Vorsitzende. Dabei geht der Blick bereits Richtung Kommunalwahl 2019, bei der die FWG ihre Kandidaten unterstützen will, auch in Kommunen außerhalb der VG Thalfang.

Der neue Vorstand der Freien Wählergemeinschaft Erbeskopf (von links): Richard Pestemer, Silvia Pfeiffer und Nicole Hüllenkremer. Foto: Christoph Strouvelle

Denn die Mitgliedschaft in dem Verein ist offen für alle Bürger aus der Einheitsgemeinde Morbach und den VG Thalfang, Hermeskeil, Birkenfeld, Schweich und Bernkastel-Kues. Ein zentraler Punkt für die Arbeit der FWG Erbeskopf ist für Pestemer die Kommunal- und Verwaltungsreform, die die Bürger und Räte der VG Thalfang mit breitangelegten Aussprachen vorantreiben sollen. „Noch sind wir in der Freiwilligkeitsphase, noch sind wir im Dialog“, sagt er. Doch sei eine „zügige Umsetzung der Kommunalreform das Gebot der Stunde, um die Nationalparkregion zu stärken“, sagt der neue Vorsitzende.

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