Nach Auszeichnung mit Kita-Preis kommen die Glückwünsche im Minutentakt

Hermeskeiler Familiennetzwerk geehrt : Nach Auszeichnung mit Kita-Preis kommen die Glückwünsche im Minutentakt

Das Hochwälder Familiennetzwerk Hafen zählt zu den Gewinnern des Deutschen Kita-Preises 2019. Die fünf Besten in zwei Kategorien wurden am Montagabend in Berlin gekürt. Zu Hause in Hermeskeil fieberten viele Unterstützer mit. Die Akteure des Netzwerks freuen sich über zahlreiche Gratulanten und die Wertschätzung ihrer Arbeit.

Clemens Grünebach ist am Morgen nach der Preisverleihung noch hörbar beeindruckt. „Es war ein toller Abend und eine ganz kribbelige gespannte Stimmung an unserem Tisch – bis wir dann aufgerufen wurden“, sagt der Hermeskeiler Pfarrer, als der TV ihn am Dienstag kurz vor der Rückfahrt in den Hochwald erreicht.

Am Abend zuvor waren Grünebach und seine Mitstreiter vom Hochwälder Familiennetzwerk Hafen hautnah dabei, als im Berliner Tempodrom die Gewinner der Deutschen Kita-Preise 2019 verkündet wurden (siehe Info). Das Netzwerk, das in Hermeskeil vielfältige Angebote für Eltern und Kinder organisiert, zählte zu den zehn Finalisten der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung“. Zum ersten Platz, dotiert mit 25 000 Euro, reichte es nicht ganz. Aber die Hochwälder belegten gemeinsam mit drei weiteren Initiativen Rang zwei und erhalten dafür 10 000 Euro Preisgeld.

„Das ist richtig großes Kino, was alle Finalisten leisten“, lobt Grünebach. „Aber auch wir haben es verdient.“ Während der Preisverleihung waren alle nominierten Kitas und Bündnisse kurz vorgestellt worden. Sie alle hatten sich durch ein mehrstufiges Auswahlverfahren unter die jeweils letzten Zehn gekämpft. Bundesweit gab es insgesamt mehr als 1600 Bewerber.

„Diese Auszeichnung ist eine tolle Wertschätzung unserer Arbeit“, freut sich Hafen-Koordinatorin Karen Alt. Das Familiennetzwerk besteht seit 2013. Beteiligt sind vier Kitas in Hermeskeil und Beuren. Träger von Hafen sind die Pfarrei St. Franzikus Hermeskeil und die Katholische Kita gGmbH Trier. Über das Netzwerk werden regelmäßige Elterncafés, gemeinsame Elternabende, Betreuungsangebote, Familienausflüge, Musik- und Kunstprojekte organisiert. Hafen vermittelt Babysitter, Erste-Hilfe-Kurse und hilft Eltern dabei, eigene Ideen umzusetzen. Kooperationspartner steuern Beratungs- und Hilfsangebote bei. Finanziert wird das Projekt von Land und Landkreis. Wofür die 10 000 Euro Preisgeld verwendet werden sollen, ist laut Clemens Grünebach noch nicht klar: „Das besprechen wir im Team.“

Für die Netzwerk-Mitstreiter sei der Abend in Berlin „ein tolles gemeinsames Erlebnis“ gewesen, sagt Karen Alt. Insgesamt zehn von ihnen durften die Preisverleihung im Saal mitverfolgen, darunter Vertreter der Pfarrei, der Kita gGmbH und der Kita-Leitungen. Unter den 500 geladenen Gästen habe man sich „selbst wie ein kleiner Promi gefühlt“, sagt die Hafen-Koordinatorin. Prominenz war zahlreich anwesend: neben den Moderatoren Barbara Schöneberger, Andrea Sawatzki und Christian Berkel auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Elke Büdenbender, Ehefrau von Bundespräsident Walter Steinmeier. „Wir feiern heute Menschen, die mit Herzblut, Leidenschaft, Kreativität und viel Liebe zu den Kindern jeden Tag einen tollen Job machen“, lobte Giffey. Büdenbender als Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung erklärte: „Gute Qualität in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung hat viele Gesichter – das demonstriert der Deutsche Kita-Preis in diesem Jahr erneut.“ Der Preis wurde 2018 von der Stiftung und dem Familienministerium ins Leben gerufen. Er soll auf gute Beispiele für gemeinsames Engagement in und für Kitas aufmerksam machen und andere zur Nachahmung anregen.

Dem Hochwälder Netzwerk haben in der Heimat viele die Daumen gedrückt. „Das Handy glüht seit gestern Abend, fast jede Minute gratuliert jemand“, sagt Karen Alt. Aus dem Mehrgenerationenhaus habe man ihr ein Jubel-Foto geschickt. Dort hatten etwa 40 Unterstützer des Netzwerks die Live-Übertragung auf der Leinwand verfolgt und den Erfolg gefeiert. Gratuliert hat auch der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz. Er lobt in einem Brief, dass der Hafen die unterschiedlichen Bedürfnisse von Familien in Hermeskeil berücksichtige, sie konsequent einbinde und vielfältige Angebote schaffe, um sie in ihrem Alltag zu unterstützen. Dieses „großartige Engagement“ trage dazu bei, dass sich der Kreis familienfreundlich aufstellen könne.

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