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Nach Corona Lockdown öffnen die Läden in Konz Saarburg und Hermeskeil Möbel Martin

Einzelhandel : Freude über offene Läden, aber kein Ansturm in Konz, Saarburg und Hermeskeil

Es ist soweit: Die Geschäfte dürfen nach dem Corona-Lockdown wieder mehr Kunden reinlassen. Ein Blick auf die Situation im Raum Konz, Saarburg, Hochwald.

Es ist 11.30 Uhr am Montag. Es kommen zwar immer wieder Autos auf den Parkplatz von Möbel Martin in Konz. Es ist eines der größten Möbelhäuser in der Region. Mehr als 50 Autos parken dort zu diesem Zeitpunkt aber nicht.

Mit einem der Fahrzeuge sind Conny und Julia Brand aus Trier gekommen. Sie strahlen um die Wette, als sie darauf angesprochen werden, wie es ist, wieder in einem Geschäft einzukaufen. Da Julia Brand umzieht und dringend eine Küche benötigt, sind sie nach Konz gekommen. Sie sagt: „Ich habe mich vorab online informiert. Jetzt kann ich endlich eine Küche kaufen.“ Eine andere Kundin, die über den Parkplatz streift, sagt: „Im Haus war einiges liegengeblieben.“ Deshalb habe sie am Montag eine Rundtour gemacht – zum Möbelgeschäft und in einen Gartenmarkt.

Wenige Hundert Meter weiter in der Konzer Innenstadt ist gegen Mittag noch wenig los – zum Beispiel in den Schillerarkaden  und am Saar-Mosel-Platz. Im Haus der Küchen heißt es, dass der Besuch bis 12 Uhr mäßig gewesen sei. Doch um 12 Uhr kommt eine Kundin, die vorab einen Termin angefragt hatte und nun eine Küche kaufen will.

Beim Juwelier in der Schillerstraße läuft zurzeit noch alles auf Sparbetrieb mit reduzierten Öffnungszeiten. Am Morgen hat es laut Inhaber Christian Berweiler zwei Verkäufe gegeben. In zwei Wochen wolle er wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten zurückkehren. Bisher hat der Juwelier im Lockdown einen Abholservice angeboten, da die Werkstatt mit dem Uhrenreparaturservice besetzt war. In der vergangenen Woche habe er den Verkauf mit Terminvergabe angeboten Das Ergebnis: „In Konz lief das Geschäft besser als in der Trierer Filiale.“

Eine Veränderung stellt Janine Russo, Vorsitzende des Saarburger Gewerbeverbands, am Montagvormittag in Saarburg fest: „Es ist etwas mehr Leben in der Stadt.“ Ob dies allerdings tatsächlich mit den neuen Bestimmungen zusammenhängt, kann sie nicht sagen. „Wir müssen jetzt mal die Woche sehen, ob die Leute wirklich auch in die Läden kommen“, sagt sie. Vorbehalte hat sie zumindest schon mal von Kunden vernommen für die Stellen, für die ein negatives Testergebnis benötigt wird, wie Kosmetiker.

Die Stimmung unter den Verbandsmitgliedern, die sich vergangene Woche getroffen haben,  bezeichnet sie als gespalten. „Natürlich sind wir froh über jede Öffnung.  Aber überall ist ein großes Durcheinander, was die Regeln angeht.“ Man erhalte verschiedene Antworten von verschiedenen Ebenen beispielsweise zur Frage, welche Inzidenz denn nun maßgeblich sei, ob die des Landes oder des Kreises. Generell stellt sie fest, dass die Menschen nach einem Jahr mit Corona-Auflagen keine Auflagen mehr wollten.

Für sie sind die Impfungen der Dreh- und Angelpunkt, sie müssten schneller organisiert werden. Ansonsten würden die Zahlen steigen und fallen- unabhängig von Laden- und Restaurant-Öffnungen. Was die Gastronomie angeht, die zum 22. März nur die Außenbereiche öffnen darf,  ist sie sich sicher: „Wenn da nicht bald mehr passiert, wird es starke Proteste geben, überall, nicht nur in Saarburg.“     

In Hermeskeil ist der Kundenfluss am Montag schon ganz gut, sagt Dieter Nels, Vorstandsmitglied im Hochwald Gewerbeverband. „Wir sind alle froh, die Geschäften sind alle geöffnet. Und es scheinen auch alle nach dem harten Lockdown noch da zu sein“, freut sich der Inhaber eines Fachgeschäfts für Orthopädie-Schuhtechnik. Der Gewerbeverband wolle in den nächsten Tagen intensiv durch Anzeigen auf die Wiederöffnung aufmerksam machen. „Wichtig ist aber auch, dass sich alle an die geltenden Richtlinien halten, damit die Geschäfte dauerhaft aufbleiben dürfen“, mahnt Nels. Mit Blick auf weitere Lockerungen würde er sich wünschen, dass auch die Gastronomie bald wieder Gäste empfangen dürfte.