Kommunalpolitik: Nach ein paar Minuten war Schluss

Kommunalpolitik : Nach ein paar Minuten war Schluss

Jürgen Dixius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg, informiert Kirfer über Kita-Situation.

 Josef Krug ist sauer: „Jeder weiß doch, dass ich als Ortsbürgermeister aufhöre und dann kommt die FWG jetzt mit solch einem Thema.“ Mehr will der scheidende Ortschef von Kirf zu der Sitzung, in der es um eine mögliche Umstrukturierung der Kindertagesstätte geht, nicht sagen. Den Antrag, dieses Thema zu behandeln, hatte der FWG-Fraktionsvorsitzende Reinhold Anton, eingebracht. „Jetzt nicht darüber zu sprechen, ist nicht in unserem Sinne“, sagt dieser. Er befürchtet, dass nach dem Neubau einer Kita in Merzkirchen, die Kirfer Kinder dort betreut werden und nicht wie gewohnt in Freudenburg. Auch bei der Grundschule könne es einen Wechsel nach Wincheringen geben. Dabei gingen die Kirfer Kinder seit 50 Jahren nach Freudenburg.

Jürgen Dixius, Bürgermeister der VG Saarburg, stellte fest: „Es gab Anfang April letzten Jahres ein Treffen von Ortsbürgermeistern zu diesem Thema. Die Bedarfszahlen sollten festgestellt werden, um Engpässe von bis zu sieben fehlenden Kita- Gruppen abzuwenden.“ Es gehe darum, ob man, wie am Beispiel von Fisch, mit der Kinderbetreuung in die Fläche gehen sollte. Aktuell werde die Erweiterung der Kita Trassem diskutiert. Zudem werde überlegt, ob in Merzkirchen eine Einrichtung gebaut werden könnte. „Entlastung bringt die Tatsache, dass viele Luxemburger Bürger, die bei uns leben, ihre Kinder wieder in Kitas jenseits der Grenze bringen, seitdem diese kostenlos sind“, wägt Dixius ab. Solange kein massiver Zuzug von Bürgern in die Dörfer oder Neubaugebiete zu verzeichnen sei, gebe es immer noch Reserven, auch bei den Grundschulen. „Es gibt keinen Bedarf, die jetzige Situation zu ändern“, stellt der Verwaltungschef klipp und klar fest. Auch für Trassem sei noch keine Entscheidung gefallen. Kitas und Schulen haben für absehbare Zeit genügend Platz.

Dixius muss auch das ganze System der schulischen und vorschulischen Versorgung im Blick haben und überörtlich denken und staunt, dass der Antrag auf die Sitzung erst nach einem Jahr eingereicht wurde. Er hinterfragt im Gespräch mit dem TV, ob das nur Wahlkampf sei. Denn solange kein großer Schub an Neubürgern komme, gebe es keinen Handlungsbedarf. Diese Klarstellung dauerte nur wenige Minuten. Das Thema wurde im Kirfer Rat nicht diskutiert, die Sitzung sofort wieder geschlossen.

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