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Nach langer Leidenszeit schlägt das neue Herz von Kastel-Staadt

Nach langer Leidenszeit schlägt das neue Herz von Kastel-Staadt

Das Fest haben sich die Bewohner von Kastel-Staadt wirklich verdient. Die Zeit von Lärm, Dreck und Umleitungen ist jetzt vorbei, die Straßen im Ortskern sind wie geleckt. Nur die Pflanzen auf dem neuen Dorfplatz müssen noch wachsen. So lange wollen die Bürger aber nicht warten. Am 30. April wird gefeiert.

Kastel-Staadt. Der Teer ist drauf, die Straßen sind fast fertig. Die Zeit der Hindernisse und des Ärgers ist vorbei. "Jetzt wird gefeiert", fordert der Ortsbürgermeister von Kastel-Staadt, Hubert Schommer, seine Mitbürger auf. Von seinen 400 Mitbürgern kamen rund 40, um im Karl-Friedrich-Schinkel-Haus genau darüber zu beraten.
Eine lange Leidenszeit liegt hinter den Menschen, nicht nur direkt an der Ortsdurchfahrt. "Am meisten litten die Leute, die am Ersatzweg zum Klause wohnen. Da wurden ganze Häuser zugestaubt", erinnert sich Schommer.
Mehr als zwei Jahre und 1,6 Millionen Euro später soll es das erste Fest seit langem werden. Schnell ist ein Datum gefunden: 30. April, 17 Uhr. Dann wird im neuen Ortsmittelpunkt erst einmal der Maibaum aufgestellt. Verbandsbürgermeister Jürgen Dixius soll eingeladen werden, etwas über die Bedeutung der Bauarbeiten zu sagen und sich an der Banddurchtrennung zu beteiligen. Pastor Christian Struwe wird die frisch wirkenden Straßenzüge einsegnen.
Die Hexennacht wird aber nicht direkt im Ortskern ablaufen, sondern im und um das Bürgerhaus herum. "Da sind wir unabhängig vom Wetter und haben Toiletten", wirft Schommers Vorgänger im Amt, Harald Lehnertz, ein. Und so wird's gemacht. Nach dem Maibaum und der Banddurchtrennung auf der K 127 zieht die Schar der Festgäste hoch aufs Festgelände.
Vorher aber sollen noch die Kinder des Dorfes den Maibaum schmücken. Auch neben dem Bürgerhaus warten allerlei Überraschungen auf die Kleinen, was aber erst noch organisiert werden muss. Das erfreulichste für alle ist die Ankündigung von Ortschef Schommer: "Getränke und Speisen kosten, mit Ausnahme von Schwenkern, nur einen Euro." Die Schwenkspezialität soll aber auch nur zwei Euro kosten. Diese Niedrigpreise sind der Dank der Ortsgemeinde an alle für die Zeit der Unannehmlichkeiten. Jetzt können auch wieder die Touristen strömen. Bis zu 80000 Leute waren das vorher schon mal in einem Jahr. Gleichzeitig will sich der Ortsgemeinderat aber auch Gedanken darüber machen, wie das Tempo aus der neuen Straße herausgeholt werden könnte.
Harald Lehnertz, zu dessen Amtszeit die Bauarbeiten begannen, lobt die Baufirmen: "Es wurde fast immer ein Durchkommen ermöglicht." Es gab viel weniger Kritik als befürchtet. Auch in der Klause wurde die Zeit für Umbauten genutzt.
Mitte des Jahres wird es schnelles Internet in Kastel-Staadt geben. Danach kommt dann wieder ein Herzenswunsch Hubert Schommers zum Tragen: "Eine Gastronomie an historischer Stätte wäre das Tüpfelchen auf dem i."doth