Nach Leerstand ziehen Lehrer ein

Die Stadt Saarburg hat das leerstehende Gebäude des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) an der Güterstraße gekauft. Wo bis 1. September die Außenstelle des Vermessungs- und Kastasteramtes Trier ihre Adresse hatte, will künftig die Berufsbildende Schule Saarburg einen Teil ihres Unterrichts auslagern. Für die weitere Nutzung des Hauses gibt es mehrere Optionen.

Saarburg/Saarburg-Beurig. Seit 1. September 2007 führt der tägliche Dienstweg die 20 Beschäftigten der früheren Außenstelle des Vermessungs- und Katasteramtes Trier nicht mehr in die Güterstraße nach Saarburg, sondern an ihre neue Arbeitsstätte in die Sichelstraße nach Trier. Die Saarburger Einrichtung war geschlossen worden, nachdem eine beim rheinland-pfälzischen Innenministerium angesiedelte Referatsgruppe "Vermessung und Liegenschaftswesen" eine umfassende Standort-Überprüfung aller Außenstellen der Katasterämter im Land vorgenommen hatte (der TV berichtete mehrfach). Das Ziel: Kosten einsparen. Seit Herbst steht das Gebäude nun ungenutzt leer - was Stadtbürgermeister Jürgen Dixius dazu veranlasste, Kontakt mit dem LBB aufzunehmen. Nachdem ein Gutachter den Wert des Komplexes geschätzt hatte, "schlug" der Stadtbürgermeister zu. Auch wenn Jürgen Dixius die Kaufsumme nicht in der Zeitung veröffentlicht haben möchte, versichert er: "Bei dem Preis konnten wir nicht widerstehen." Allerdings habe sich die Stadt gegenüber dem LBB verpflichtet, das Haus ausschließlich zu öffentlichen Zwecken zu nutzen und es nicht weiter zu verkaufen. Notariell sei bereits alles besiegelt. 23 Büroräume plus ein Sanitär- und Kellerbereich sowie Nebenräume kann die Stadt vermieten. An entsprechender Nachfrage mangelt es nach Auskunft Dixius' nicht: "In der Stadt besteht ein hoher Raumbedarf. Anfragen von diversen Einrichtungen habe ich schon bekommen." Ein Mietvertrag sei bereits aufgesetzt: Die Berufsbildenden Schulen wollen nach Auskunft ihres Leiters Gerhard Faß mindestens zwei große Räume und zwei Nebenräume anmieten. "Wir haben seit Jahren Raum-Not im Schulzentrum in Beurig", erklärt Faß. "Die Realschule läuft fünfzügig, die Hauptschule hat die Schüler aus Freudenburg übernommen, und an der Berufsbildenden Schule haben wir nach wie vor einen Schülerberg." Der Unterricht für die Schüler der Altenpflege, der Altenpflegehilfe und eventuell die Berufsoberschule soll mit Beginn des neuen Schuljahres in die Güterstraße verlegt werden. Dem Schulträger, dem Kreis Trier-Saarburg, empfehle man, das Mietverhältnis auf mindestens drei Jahre festzulegen. "Der neue Standort bedeutet für uns auf jeden Fall eine Verbesserung". sagt Faß. Für die übrige Nutzung des Hauses gebe es mehrere Optionen, lässt Dixius wissen. "Eine ist, einen Teil der Räume dem Partnerschaftsverein zur Verfügung zu stellen. Denn wir haben immer Schwierigkeiten, Gäste unserer Partnerstädte bei Besuchen in Saarburg unterzubringen. Weitere Anfragen muss ich erst mal sondieren."

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