Nach Renovierung: Evangelische Kirche in Hermeskeil öffnet wieder

Evangelische Kirche in Hermeskeil : Im Kirchen-Innenraum ist alles fertig, außen dauert’s noch

Nach fünfmonatiger Renovierung feiert die evangelische Gemeinde in Hermeskeil am Sonntag die Wiedereröffnung ihres Gotteshauses. Wegen unerwarteter Probleme verzögert sich die Gestaltung des Umfelds.

Außen ist noch längst nicht alles fertig. Dennoch gibt es für die evangelische Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch Grund, am Wochenende zu feiern. Denn die Innenrenovierung ihres Gotteshauses in Hermeskeil, das seit Mitte Mai geschlossen war, ist beendet. Eigentlich sollte im Inneren nur neu gestrichen werden. Doch es zeigte sich, dass es damit nicht getan sein würde.

Bei der Renovierung 2001/2002 war eine Farbe aufgetragen worden, die sich mit der Zeit als ungeeignet erwies. Die Wände hätten schon nach kurzer Zeit wie schmutzig ausgesehen, sagt Pfarrerin Heike Diederich. Daher wurde vor dem neuen Anstrich zuerst die alte Farbe abgetragen. Die neue habe lange trocknen müssen.

Doch nun präsentiert sich der neoklassizistische Innenraum wieder wie neu. Das tröstet Pfarrerin Diederich darüber hinweg, dass sich auch die Arbeiten im Außenbereich länger hinziehen als gedacht. Der Sockel des Kirchturms weise erhebliche Schäden auf und sei derart marode, dass er stabilisiert werden müsse, um den Schwingungen der Glocken gewachsen zu sein.

Wegen der dringenden Sockelsanierung konnte die Umgestaltung der beiden Kircheneingänge später als geplant beginnen. Der Haupteingang und der zur Sakristei sollen künftig barrierefrei zugänglich sein. Ohne das Sockelproblem wäre das wohl bis Mitte Oktober erledigt gewesen. Stattdessen geht Diederich nun davon aus, dass außen erst 2020 alles abgeschlossen ist. Der Nebeneingang soll zwar zum Einweihungsfest am Sonntag (siehe Info 1) fertig sein, der Sockel und die anschließenden Arbeiten am Haupteingang möglichst noch vor dem Winter. Doch der finale Außenanstrich kommt erst nächstes Jahr an die Reihe. Auch die Umgestaltung des bisher als Parkfläche genutzten Platzes neben der Kirche wird sich bis ins nächste Jahr hinziehen. Er soll sich zum „Kirchplatz“ wandeln, einem Ort der Begegnung, der auch für Feste genutzt werden kann. Bevor diese Arbeiten starten können, will allerdings die Stadt die dahinter gelegene Stichstraße ausbauen (siehe Info 2).

Für den neuen Vorplatz geplant sind zwei Sitzbänke, viel Grün und eine Mauer zur Straße hin. Ein ursprünglich angedachter Brunnen entfällt voraussichtlich aus Kostengründen. Insgesamt wird der Platz ebener, die gesamte Fläche neben der Kirche wird einheitlich gepflastert. Da von der Umgestaltung auch das Stadtbild profitiert, unterstützt die Stadt das Vorhaben. Sie übertrug der Kirchengemeinde das Grundstück – für den symbolischen Preis von einem Euro und die Zusicherung, dem hinter dem Platz liegenden Hotel und weiteren Anliegern ein Durchfahrtsrecht einzuräumen. Zum anderen beteiligt sich die Stadt mit 53 000 Euro an den Kosten (nach derzeitigem Stand etwa 127 000 Euro).

Die Innensanierung der Kirche, die barrierefreien Eingänge und der Außenanstrich kosten 324 000 Euro. Ursprünglich kalkuliert waren 195 000 Euro, die laut Diederich insbesondere durch das Sockelproblem nach oben korrigiert werden mussten. Über das EU-Leaderprogramm ist eine Förderung in Höhe von 130 200 Euro zugesagt.

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