1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Nach Schlammlawine in Mannebach mit 100.000 Euro Schaden: Wie kommt jetzt der Matsch weg?

Hausbesitzer verzweifelt : Nach Schlammlawine in Mannebach mit 100.000 Euro Schaden: Wie kommt jetzt der Matsch weg?

Eine Schlammlawine hat am Montagabend ein ganzes Grundstück in Mannebach überrollt. Der Sachschaden liegt bei mehr als 100.000 Euro. Der Eigentümer braucht Hilfe, um seine Immobilie zu schützen.

Hausbesitzer Andre Schmitt steht vor einem Riesenschlamassel. Am Montagabend ist eine Schlammlawine über sein Grundstück in der Nitteler Straße in Mannebach gefegt. Der Erdrutsch hat sich aus einem etwa zwei Meter hohen Abhang im hinteren Teil des Grundstücks auf 20 Meter Breite gelöst. Zwei von drei Häusern auf dem Grundstück wurden sehr schwer beschädigt. Der Matsch ist durch die Räume durchgeschossen bis auf die Nitteler Straße.

Eines der Gebäude ist Schmitts Elternhaus, ein Bauernhaus, das 1830 errichtet wurde. Schmitt schildert die Auswirkungen des Erdrutsches: „Die Fenster sind durch die Wucht zerborsten. Die Türen wurden in das Gebäude hereingedrückt.“ Das Geröll und der Schlamm liegen immer noch in den Erdgeschossen der Gebäude herum.

Weil Schmitt die Häuser zurzeit saniert, sind sie nicht bewohnt. Deshalb war während des Vorfalls kein Mensch in Gefahr. Den Sachschaden an den Gebäuden schätzt Schmitt jedoch auf etwa 100.000 Euro. Zusätzlich seien durch den Erdrutsch Baumaterialien wie Putz sowie Maschinen im Wert von 2000 bis 2500 Euro vernichtet worden.

 An der Fassade des Hauses sind bis auf ein paar Schlammspritzer kaum noch Spuren des Erdrutsches zu sehen.
An der Fassade des Hauses sind bis auf ein paar Schlammspritzer kaum noch Spuren des Erdrutsches zu sehen. Foto: Wilfried Hoffmann

Schmitt selbst hat von der Schlammlawine noch in der Nacht zum Dienstag durch einen Nachbarn erfahren. Der Erdrutsch habe sich wie ein lautes Donnergrollen angehört, erklärte der Nachbar gegenüber dem TV. Nach dem Erdrutsch ist das größte Problem für Grundstückseigentümer Schmitt nicht die Schäden im Innern. Schlimmer ist, dass hinter den Häusern tonnenweise Schlamm auf dem Grundstück liegt. „Ich gehe davon aus, dass mehr als 20 LKW-Ladungen abtransportiert werden müssen“, sagt Schmitt im Gespräch mit dem TV. Das Unterfangen verkompliziert sich durch die Verhältnisse vor Ort. Zum hinteren Teil des Grundstücks gibt es keine Zufahrt. Schmitt bräuchte ein Tiefbauunternehmen, das den Hang hinter dem Haus abträgt und eine Zufahrt zu seinem Grundstück schafft. Erst danach könnte das Grundstück freigeräumt werden.

Obwohl er versichert sei und die Arbeiten von der Versicherung bezahlt würden, habe er bisher kein Unternehmen gefunden, das ihm helfe. Dabei sei es dringend: Wenn das nächste Unwetter komme, vielleicht schon am Wochenende, könnte auch der nächste Erdrutsch passieren könnte und damit weitere Schäden auf die Gebäude zukommen, vermutet Schmitt. Er begründet das mit dem Lehmboden hinter seinem Haus. Dieser sauge sich bei starkem Regen schnell voll und beginne dann zu rutschen. Zu verhindern wäre das aus Sicht des Grundstücksbesitzers nur durch eine große Plane, die man über den Abhang spannen müsste. Ohne Hilfe durch eine Firma kann Schmitt, der als Haus- und Grundstückseigentümer selbst in der Verantwortung ist, eine solche Plane jedoch nicht anbringen. „Ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll“, sagt er, weil er befürchtet, dass der nächste Erdrutsch nicht lange auf sich warten lässt. In der Nacht des Erdrutsches hätte sich der Hauseigentümer zwar noch etwas mehr Hilfe gewünscht, aber er bedankt sich auch: „Ohne die Unterstützung von Handwerkern und Freunden hätte ich gar nicht gewusst, was ich machen soll.“ Er habe auch die Feuerwehr informiert, weil er Ölgeruch aus dem Haus wahrgenommen habe. Die Feuerwehr habe geholfen, die Tür aufzubrechen. Dann habe sich jedoch herausgestellt, dass nur eine kleine Ölkanne umgekippt war. Laut dem Mannebacher Ortsbürgermeister Thomas Lellig haben die freiwilligen Feuerwehren aus Mannebach und Ayl nach dem Erdrutsch die Nitteler Straße vor dem Haus freigeräumt. Im Haus selbst, wo der meiste Schlamm abgefangen wurde, blieb Schmitt auf sich alleine gestellt.

 Der Außenbereich hinter dem Haus sieht noch sehr wüst aus. Von dort will der Eigentümer den Schlamm wegschaffen.
Der Außenbereich hinter dem Haus sieht noch sehr wüst aus. Von dort will der Eigentümer den Schlamm wegschaffen. Foto: Wilfried Hoffmann
 Die Räume im Innern sind total verwüstet.
Die Räume im Innern sind total verwüstet. Foto: WIlfried hoffmann/Wilfried Hoffmann
 Der Schlamm im Außenbereich hinter dem Haus.
Der Schlamm im Außenbereich hinter dem Haus. Foto: Wilfried Hoffmann

Denn fürs Aufräumen in Privathäusern nach Überflutungen oder ähnlichen Katastrophen ist die Feuerwehr nicht zuständig. Sie muss laut Brand- und Katastrophenschutzgesetz helfen, wenn Menschen oder Tiere in Gefahr sind. Sie muss jedoch nicht den Schlamassel danach wegräumen. Das müssen die Eigentümer selbst tun.