Nachthemd statt Bikini

SAARBURG. Vor allem überzeugte Pappnasenträger wissen: Am Fetten Donnerstag ist manches anders als sonst. Das gilt übrigens auch für die Gäste des Saarburger Hallenbades. Denn dort gilt an Weiberfastnacht Anzugpflicht – oder besser: Schlafanzugpflicht.

Donnerstagmorgen im Saarburger Hallenbad: Mehrere Herrschaften unterschiedlichen Alters sind dabei, sich mittels gymnastischer Übungen in schultertiefem Wasser auf Trab zu bringen.Kringel-Shirt und Rüschen-Nachthemd

Für eine Badeanstalt ist das durchaus nicht ungewöhnlich. Allerdings erwecken einige der Damen und Herren den Eindruck, als seien sie erst wenige Minuten zuvor dem Bett entstiegen - und das liegt in erster Linie an ihrer Bekleidung: Herren tragen Schlafanzüge, Damen sind in Nachthemden - zum Teil mit Rüschen - erschienen, und sogar Kringel-Shirts sind neben der üblichen "Badegarderobe" zu sehen. An einem "normalen" Tag hätte Badangestellte Judith Kleutsch sicherlich schon längst zur Trillerpfeife gegriffen, um die eher unpassend gekleideten "Wassersportler" in die Kabinen zu scheuchen. Stattdessen gibt es heute sogar eine Belohnung. Kleutsch: "Jeder Erwachsene, der heute mit einem Schlafanzug hier erscheint, bekommt für seinen ‚Mut' ein Glas Sekt." An Weiberfastnacht ist eben auch im Saarburger Hallenbad manches anders. Seit einigen Jahren gehört das "Schlafanzug-Schwimmen" dort schon zum Programm. "Wir wollen an diesem Tag etwas Besonderes bieten", erklärt Judith Kleutsch. "Den Leuten gefällt's."Spaß beim Pyjama-Schwimmen

Am Beckenrand haben es sich Eva Zehren und Anne Barrere gemütlich gemacht - und zwar mit patschnassen Schlafanzügen. Das Lachen der beiden Teenager scheint zu verraten, dass die Sache ihnen durchaus Spaß macht. Allerdings: "Es schwimmt sich nicht besonders gut, weil die Klamotten so schwer sind", erklärt Anne. Wesentlich besser hat es Jonas Flöck, der Begleiter der Mädels. Denn er hat seinen Schlafanzug daheim im Kleiderschrank gelassen - schließlich ist ja Weiberfastnacht...

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