1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Nächster Schritt zum neuen Gewerbepark - Reinsfelder Rat will Bebauungsplan fertigstellen

Reinsfelder Rat hält an Projekt fest : Nächster Schritt zum neuen Gewerbepark

Der Ortsgemeinderat Reinsfeld hat sich einstimmig dafür entschieden, den Bebauungsplan für den Gewerbe- und Industriepark an der A 1 rechtskräftig zu machen. Doch es gibt nach wie vor finanzielle Hürden.

Soll die Ortsgemeinde weiter planen oder endgültig Abschied nehmen vom erhofften „Gewerbe- und Industriepark (GIP) Hochwald“? Die zentrale Frage zu diesem Tagesordnungspunkt hat der Reinsfelder Rat nach eingehender Beratung einstimmig mit Ja beantwortet: Der Bebauungsplan (B-Plan) soll abgeschlossen und damit rechtskräftig werden. Allerdings heißt das nicht, dass sich im GIP in absehbarer Zeit Betriebe ansiedeln. Die Gemeinde möchte sich aber mit einem rechtskräftigen B-Plan zumindest die Option offenhalten. Außerdem wären ansonsten bereits investierte 154 000 Euro „in den Sand gesetzt“, gab Ortsbürgermeister Uwe Roßmann (SPD) zu bedenken.

Daher nimmt die Gemeinde, wie im Haushaltsplan bereits vorgesehen, weitere rund 45 000 Euro für zwei Gutachten in die Hand: ein Verkehrsgutachten mit Blick auf eine Linksabbiegerspur und einen Autobahnanschluss sowie ein Geräusch-/Lärmgutachten, das auf dem Gelände ebenfalls geplante Windkraftanlagen mit berücksichtigt. Beide Gutachten werden im Rahmen der frühen Beteilung sogenannter Träger öffentlicher Belange, wie Behörden oder Verbände, empfohlen.

Abgesehen davon seien die 28 Beteiligten laut ihren Stellungnahmen „im Großen und Ganzen“ einverstanden mit den Plänen, fasste Roßmann zusammen. Reinsfeld macht daher mit der Beauftragung der Gutachten einen entscheidenden Schritt in Richtung eines rechtskräftigen B-Plans. Damit habe die Gemeinde etwas in der Hand, um mit möglichen Investoren und Projektentwicklern oder mit Unternehmen, die sich ansiedeln wollten, in Kontakt zu kommen, sagt Roßmann. Für etwaige Interessenten wäre das dann ein „kalkulierbares Risiko“.

Die große Unbekannte in Sachen Gewerbepark ist nach wie vor die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Genauer die laut ihr für das Gelände vorab erforderlichen und voraussichtlich zweijährigen archäologischen Grabungen (der TV berichtete mehrfach).

Mit diesen kämen auf die Gemeinde, zusätzlich zu den für den Gewerbepark kalkulierten 5,4 Millionen Euro, möglicherweise weitere 1,2 Millionen Euro zu. Alternativ könnte sie aber auch „nur“ anteilig zur Kasse gebeten werden, wofür Beträge zwischen 70 000 Euro, die noch finanzierbar wären, und bis zu 600 000 Euro denkbar wären. Ebenso ungewiss wie die Höhe der Belastung sind etwaige Grabungszeitpläne. Vom Tisch ist aber in jedem Fall die zeitweise in Erwägung gezogene Erweiterung des zehn Hektar großen Gewerbeparks um 20 bis 30 Hektar. Denn die GDKE würde dann auch auf diesen Flächen graben, wodurch sich die Kosten entsprechend erhöhen würden.

Paul Port (OWL) appellierte, die Gemeinde und die Wirtschaftsförderung des Kreises Trier-Saarburg sollten sich in jedem Fall um Mit-Finanzierer bemühen. Für Klaus Wahlen (CDU) stellt sich zudem „die Frage der Verhältnismäßigkeit“. Vor allem, wenn Archäologen keine erhaltenswerten Funde erwarten sollten. Möglicherweise ließen sich ja auch mithilfe der Politik Steine aus dem Weg räumen.