Nähe zu den Tieren

SAARBURG. Sollten die Pläne von Wolfgang Klotzbücher Wirklichkeit werden, wäre Saarburg um eine Attraktion reicher. Aber noch ist des Falkners Greifvogelpark im Aufbau begriffen.

Wüstenbussard Paulchen scheint Klotzbüchers Vorzeigevogel zu sein. Folgsam führt das Tier seine Befehle aus und schnappt sich über den Köpfen der Zuschauer den von ihm in die Luft geworfenen Fleischhappen. Der 38-Jährige Falkner will nahe Saarburg einen Greifvogelpark aufbauen. In der Region ist er kein Unbekannter. Eigentlich wollte er im vergangenen Jahr mit seinen Tieren an den Keller See. Die Verhandlungen mit der Verbandsgemeinde waren perfekt, als er den Hochwäldern in der letzten Sekunde zugunsten von Homburg den Laufpass gab. Doch auch der Standort im Saarland hat sich mittlerweile erledigt. Denn die dortige Naturschutzbehörde hat den Antrag auf Errichtung eines Adler- und Falkenhofes auf dem Homburger Schlossberg abgelehnt (der TV berichtete). Angesprochen auf seine Odyssee, meint Klotzbücher rückblickend, das Angebot in Homburg sei "einfach besser gewesen", zudem stamme sein ehemaliger Partner von dort. Doch das sei Schnee von gestern. Nun will er ohne Kompagnon in Saarburg seinen Worten Taten folgen lassen. Als nahezu ideal bezeichnet er das weitläufige Gelände auf der ehemaligen Ranch an der Landesstraße 135 von Saarburg Richtung Mannebach. Streichelzoo und Gastronomie

Gastronomie, Grillplatz, Streichelzoo für die ganz kleinen Besucher, Teichanlage, Parkmöglichkeiten sowie einen Kinderspielplatz will er realisieren. Auf dem teilweise eingerichteten Plateau - dem eigentlichen Greifvogelpark - mitten im Wald bietet er bereits jetzt zwei Mal täglich (elf und 15 Uhr) Flugvorführungen an. Doch bis der Park in seiner Gesamtheit Realität geworden ist, muss er noch einige Zeit kräftig in die Hände spucken. Jürgen Dixius, CDU-Stadtratsmitglied und Vorsitzender des Marketingvereins, sieht in dem Greifvogelpark eine Chance für die Entwicklung des Fremdenverkehrs im Saarburger Land. Im Zusammenspiel mit beispielsweise der Sommerrodelbahn, dem Sessellift von Landal Greenparks, Waldexkursionen oder mit Brauerei und Käserei in Mannebach sei der Greifvogelpark ein weiterer Baustein in der Vermarktung von naturnahem Tourismus. Noch ist der Greifvogelpark im Aufbau begriffen; rund zwanzig Griff- und Bisstöter werden demnächst zu sehen sein, verspricht Klotzbücher, darunter Falken, Bussarde, ein Uhu, Weißkopfadler und Steppenadler. Die Nähe zu den Tieren sei sein Konzept, erläutert der Falkner. Die Besucher - ob Groß oder Klein - sollen die Vögel nicht nur hinter Volieren bewundern können. "Tausend Tiere" nur zum Gucken sei nicht seine Intention. Lieber will er mit den Greifvögeln arbeiten und Wissenswertes über die Raubtiere vermitteln. Die Resonanz sei gut, obwohl er noch keine Werbung betrieben habe, sagt Klotzbücher, der den Greifvogelpark zunächst als Familienunternehmen mit seiner Frau führen will. Auch die Nähe zu Luxemburg sei ein Plus, das Einzugsgebiet groß genug. Noch für dieses Jahr rechnet er mit 8000 Besuchern, "aber mit Zahlen protzen will ich nicht".