Nahezu ein Schildbürgerstreich
Der Subunternehmer eines Subunternehmens der Deutschen Telekom sorgt in Reinsfeld seit Wochen für Gesprächsstoff. Der Bautrupp hat ohne Benachrichtigung der Gemeinde eine eben erst neu gedeckte Straße samt Gehweg und einem erst kurz zuvor neu befestigten privaten Hof aufgerissen.
Mittlerweile ist der Schaden zwar provisorisch geflickt. Doch am Ärger von Familie Raffenberg-Müller – hier mit Ortsbürgermeister Rainer Spies (links) – ändert das nichts. Denn ein von der Deutschen Telekom beauftragter Bautrupp hat ohne vorherige Information der Gemeinde den kurz zuvor erneuerten Hof sowie die neue Straße und den Gehweg aufgerissen. TV-Foto: Ursula Schmieder
Reinsfeld. In jüngster Zeit häufen sich die Klagen, dass Bautrupps der Deutschen Telekom anrücken und ohne vorherige Ankündigung Straßen, Gehwege und Höfe aufbaggern. So wie dieser Tage in Reinsfeld. Und das auch noch in einer Straße, die erst einen Monat zuvor eine neue Deckschicht erhalten hat.
Telekom im Vorfeld um Einsatz gebeten
Das Ergebnis: Ein aufgerissener, erst kurz zuvor neu befestigter Hof sowie Beschädigungen der Fahrbahn und des Gehweges, dessen Pflaster aufgehoben, aber nicht wieder verdichtet wurde. Besonders ärgert Ortsbürgermeister Rainer Spies, dass die Telekom zuvor händeringend um ihren Einsatz gebeten worden war - nur leider ohne Erfolg.
Am 30. Juli hatte Spies die "Net Produktions GmbH" in Trier informiert, dass im Zuge von Straßenbauarbeiten ein freigelegtes altes Bleikabel der Telekom zu erneuern sei. Wenn da nichts geschehe, käme das ja wohl einem "Schildbürgerstreich" nahe, appellierte er an die Verantwortung des Unternehmens gegenüber Kommunen und Kunden. Anlass seines Schreibens war ein Hinweis der mit dem Straßenausbau beauftragten Firma. Diese hatte etwaige Garantieansprüche zurückgewiesen: Die Telekom habe wissen lassen, "dass das Kabel im Zuge der Baumaßnahme nicht erneuert wird und liegen bleibt" - und das ungeachtet des "schlechten baulichen Zustandes".
Laut Auskunft der Pressestelle der Deutschen Telekom hat die Zurückhaltung allerdings ihren Grund. Die Gemeinde habe den Straßenbau im Sommer zwar signalisiert, räumt George Mc Kinney ein. Doch das Unternehmen habe nicht reagieren können, "weil wir einen siebenwöchigen Streik hatten". Als dann später ein Anlieger eine Störung gemeldet habe und ein Defekt an einer Kabelmuffe festgestellt worden sei, habe ein Bautrupp anrücken müssen. Die Telekom beauftragte also einen Subunternehmer, der dann wieder einen Subunternehmer schickte. Die betroffenen Privatleute sind - zumindest laut Telekom - informiert worden, dass repariert wird, wussten aber nicht, wann. Eine Genehmigung ist laut Mc Kinney nicht erforderlich gewesen: "Wir brauchen im Störungsfall auf Privatgelände keine Genehmigung."
Die Gemeinde, deren Gehweg und Straße in Mitleidenschaft gezogen wurden, hätte aber benachrichtigt werden müssen. "Da werden wir noch drauf aufmerksam machen müssen, dass das so zu bleiben hat", versichert Mc Kinney. Rückblickend betrachtet, sei das also "nicht so sauber gelaufen", bedauert er. Den Betroffenen - Gemeinde und Anlieger - könne er daher nur empfehlen, ihre Schadensersatzforderungen (siehe Extra) in Form einer Auflistung, was alles passiert ist, einzureichen. Davon sollte sie auch nicht zurückhalten, dass der Schaden auf Privatgrund mittlerweile provisorisch geflickt wurde.
Extra Kontakt-Adresse für Schadensersatzforderungen: Deutsche Telekom, TINL Mitte, Alfred-Herrhausen-Allee 7, 65760 Eschborn. (urs)