Nahwärme liegt weiter auf Eis

Der zweite Bauabschnitt der Nahwärmeleitung kommt in Schillingen nicht in die Gänge. Potenzielle Betreiber hüllen sich in Schweigen oder lehnten bereits ab. Durch die Übernahme des Kindergartens durch die Ortsgemeinde drängt jedoch die Zeit, denn dort soll künftig umweltfreundlich geheizt werden.

Schillingen. Durch die Leitung vom Lindenhof, wo eine Biogasanlage steht, fließt bereits Wärme in die Schillinger Schule. Die Umsetzung der Idee, weitere 420 Meter in Richtung Dorfmitte zu verlegen, kommt jedoch nicht so recht voran. Ende des Jahres wollte der Ortsgemeinderat bereits einen Planungsauftrag für das rund 182 000 Euro teure Projekt vergeben. Doch noch fehlen die Partner, die einen reibungslosen Betrieb garantieren.
Der Betreiber des ersten Bauabschnittes der Wärmeleitung zwischen Biogasanlage und Schule, Jürgen Marx, will sich nicht weiter engagieren.
"Ortsansässige Firmen haben abgelehnt, RWE und die Stadtwerke Trier gar nicht erst auf unsere Anfrage geantwortet", bedauert Ortsbürgermeister Markus Franzen (CDU).
Der Sprecher der SPD-Fraktion, Wolfgang Schäfer, vermisst ein schlüssiges Konzept: "Es müssen erst einmal die genauen Kosten, eventuelle Zuschüsse und die Frage, wer die Leitung betreut und gegebenenfalls Reparaturen durchführt, geklärt werden." Eine Ortsgemeinde könne ein solches technisches Projekt nicht betreiben.
Angebote werden eingeholt


Walter Marx von der CDU drückt aufs Tempo: "Mit Beginn der nächsten Heizperiode sollte der Kindergarten angeschlossen sein." Dieses Gebäude übernimmt die Ortsgemeinde von der Kirchengemeinde.
Jetzt sollen Kostenangebote von Ingenieurbüros eingeholt werden, die ein Gesamtkonzept mit Zuschussmöglichkeiten entwickeln können. Die Verbandsgemeindewerke, die Stadtwerke Trier und RWE werden nochmals gefragt, ob ein Interesse am Betrieb der Wärmeleitung besteht. Anfang des neuen Jahres sollen die entsprechenden Beschlüsse getroffen werden.
Die Nahwärme ist jedoch nur ein kostenträchtiges Projekt, das in Schillingen geplant wird. Bei der Kindergartensanierung ist die Ortsgemeinde mit 75 000 Euro dabei. Für 2012 steht die Erschließung eines zweiten Bauabschnittes mit 18 neuen Parzellen im Neubaugebiet "Auf dem Wadel" und einer Investitionssumme von rund einer halben Million Euro auf dem Investitionsplan.
"In den letzten sieben Jahren wurden elf der zwölf bisherigen Bauplätze belegt", macht Walter Marx von der CDU die Erfolgsaussichten eines zweiten Bauabschnittes deutlich. So lange Bauzinsen so niedrig sind wie heute, bestehe Handlungsbedarf.
Dazu stellt SPD-Mann Schäfer fest: "Die Kommunalaufsicht genehmigt uns das nie."
Weitere 100 000 Euro sind für den Restausbau der Hochwaldstraße eingeplant. 35 000 Euro werden noch in den Dorfplatz investiert. 90 000 Euro für den Ausbau der Straße "Im Käswieschen" wurden ins Jahr 2013 geschoben.