Narzissenfest lockt Tausende Besucher nach Schillingen

Narzissenfest lockt Tausende Besucher nach Schillingen

Stella I. ist die dritte Narzissenkönigin. Sie wurde beim Fest zu Ehren der edlen und wilden Blume an der Schillinger Freizeitanlage (Kreis Trier-Saarburg) in ihr Amt eingeführt. Die Menschen staunten über die Pracht in Gelb, deren Schönheit auch Besucher von weit her anzieht.

Das Reich von Stella I. ist drei Hektar groß und heißt Auf Zeckert. Sie herrscht als Botschafterin über 2500 Blüten der wilden Narzisse, Tendenz steigend. Beim 11. Narzissenfest konnten die Besucher mit dem Bus zu dieser Pracht fahren oder auch die Natur zu Fuß genießen. Der Anblick ist immer wieder grandios.

"Ich finde, die wilde Narzisse gehört zu unserer Kultur und sollte deshalb als ein Stück Heimat mit einem Fest geehrt werden", sagt die Blumenmajestät aus Schillingen. Ein Jahr lang wird die 18-Jährige die wilden Schönheiten repräsentieren.

Förster Michael Marx freut sich: "Das Wachstum der wilden Narzisse wurde überhaupt erst durch das Gewässerprojekt Ruwer und die Nebenbäche möglich. Vorher haben meist Nadelbäume den Pflanzen das Licht geraubt." Aber der Forstmann warnt: "Die wilde Narzisse steht unter strengem Naturschutz. Pflücken und Ausgraben sind verboten." Ohnehin würde die Blume im Garten eingehen, weil sie nur ganz bestimmte Böden mag. In Schillingen sei das Vorkommen in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent gewachsen.

Und das hat sich mittlerweile herumgesprochen. "Wir haben kürzlich eine Gästeanfrage aus Bamberg bekommen, die Schillingen besuchen wollten, aber nur, wenn die Narzissen blühen", freut sich die Leiterin der Tourist-Information, Walburga Meyer, die so Touristen ein Alleinstellungsmerkmal anbieten kann, wie es weit und breit kein zweites gibt. Auch Ortsbürgermeister Markus Franzen freut sich über die Pracht: "Diesmal gibt es Narzissen in Hülle und Fülle." Unwetter hatten das Fest im vergangenen Jahr buchstäblich ins Wasser fallen lassen.

Jetzt ist die Narzissenblüte ein starkes Signal, dass es Frühling wird. Für Besucher Norbert Thünemann aus Irrel ein Zeichen der Hoffnung: "Rundherum ist alles noch so trist, und hier blüht es." Für die "Naturfreaks", Brigitte und Harald Klein aus Schweich, ist die Wiese einfach nur schöne wilde Natur. Matthias Huber aus Gusenburg schränkt ein: "Das Wetter hätte schöner sein können. Aber das kommt bestimmt noch."

An 20 Ständen entlang des Sees in der Freizeitanlage konnten sich mehr als 3000 Besucher mit allerlei Leckerem eindecken oder auch Handwerkskunst kaufen. In der Spießbratenhalle war schnell kein Platz mehr zu bekommen. Eifrig nahmen die Besucher auch am Narzissenquiz teil, wobei die Antworten auf die Fragen leicht waren, wenn man das dazugehörende Faltblatt über diese Blume und deren Standort studiert hatte.

Mit Lenny, Cleo und Moritz, zwei Falken und einem Uhu, war wieder die Falkenstation Ruwertal aus Schöndorf zu Gast. Mit seinen elf Jahren war Moritz der Star des Tages, wenn er auf Geheiß von Frauchen Anne Stief seine weiten Flügel ausbreitete.

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