Naschgarten mit Bienenhaltung an Hermeskeiler Waldlehrwerkstatt eröffnet

Garten in Hermeskeil eröffnet : Wo Bienen summen und jeder Früchte naschen darf

An der Hermeskeiler Waldlehrwerkstatt gibt es einen neuen Garten, der über Honigbienen informiert und zum Probieren heimischer Früchte einlädt. An dem Projekt von Stadt, Forst und Naturpark haben auch Schüler mitgewirkt.

Die Waldlehrwerkstatt am Hermeskeiler Stadtrand besteht seit zwei Jahren. Sie dient als Arbeitsplatz für die Forstwirte, soll Kindern und Erwachsenen aber auch die heimische Natur näherbringen. Einen weiteren Baustein dafür haben Vertreter von Forst und Stadt am Freitag eröffnet: einen Naschgarten mit naturnaher Bienenhaltung.

Die Idee stammt von Förster Jörg Clemens. „Wir wollten das Umfeld der Werkstatt noch attaktiver gestalten“, sagt er. Dabei sei der Gedanke entstanden, dass man Kindern dort zeigen könne, welche Früchte im Wald wachsen. Und dass diese nicht wie das Obst im Supermarkt das ganze Jahr über verfügbar seien. Und so wurden neben der Lehrwerkstatt fruchttragende Bäume und Sträucher gepflanzt, darunter wilde Beeren, Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäume. „Es gibt 49 Sorten, auch einige ältere, die man nicht mehr so häufig findet“, erklärt Clemens, während er die Eröffnungsgäste durch den Garten führt.

Mit dabei sind Achtklässler der Integrierten Gesamtschule (IGS). Sie haben zwei Infotafeln gestaltet, die den Jahreszyklus der Honigbiene und die Entwicklung ihrer Behausungen beschreiben. Denn damit die Früchte heranreifen, braucht es Insekten, die die Pflanzen bestäuben. Deshalb haben im Naschgarten auch Bienenvölker ein Zuhause gefunden. „Unsere Schüler haben sich bei Projekttagen und im Biologie-Unterricht intensiv mit diesem kleinsten aller Nutztiere beschäftigt“, sagt IGS-Schulleiter Christian Schmidt. Ein Resultat seien die von den Klassen 8a und 8b gestalteten Tafeln. Darüber hinaus gebe es seit kurzem eine Imker-AG, die auf großes Interesse stoße.

Die Schüler stellen ihre Arbeit beim Rundgang selbst vor. Unter anderem erklären sie, wie die Menschen im frühen Mittelalter begannen, ausgehöhlte Baumstämme in den Wald zu hängen, um Honig und Bienenwachs zu ernten. Förster Clemens zeigt einen der Holzkästen, in denen sich Bienen tummeln. Diese sogenannten Oberträgerbeuten sind so konstruiert, dass die Tiere ihre Honigwaben seitlich unter den Brutwaben bauen. „So kann man den Honig ernten, ohne das Brutnest zu beschädigen“, erklärt Clemens. Durch Sichtfenster könne man das Treiben im Stock beobachten. Der Garten sei für jedermann frei zugänglich: „Besucher dürfen gern von den Früchten naschen.“

Stadtbürgermeister Mathias Queck freut sich über das neue Angebot an der Waldwerkstatt: „Hier wird Natur greifbar und erlebbar gemacht.“ Der Naschgarten sei eine weitere „tolle Attraktion“ im Umfeld von Waldspielplatz und Naturerkundungsgspfad. Der Naturpark Saar-Hunsrück hat das Projekt zu 80 Prozent gefördert und 7650 Euro beigesteuert. „Alte Obstsorten und Umweltbildung – das sind genau unsere Themen“, sagt Naturpark-Referentin Susanne Schmid. „Wir haben das Projekt sehr gern unterstützt.“ Mitgearbeitet haben viele ehrenamtliche Helfer: die Hermeskeiler Forstwirte, 40 Kinder der Waldjugend Rheinland-Pfalz, Jugendliche eines internationalen Workcamps, der Imkerverein Hochwald und der Heimatverein Hermeskeil.

Im neuen Naschgarten in Hermeskeil können die Besucher Honigbienen bei der Arbeit zuschauen. Förster Jörg Clemens zeigt einen Wachsstreifen aus einem der Bienenkästen, an dem eine herabhängende Honigwabe zu erkennen ist. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber
Achtklässler der Integrierten Gesamtschule Hermeskeil stellen die Infotafeln vor, die sie für den neuen Naschgarten an der Waldlehrwerkstatt gestaltet haben. Dort können Besucher Honigbienen beobachten und von heimischen Waldfrüchten probieren. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Die Schüler der IGS sind mit dem Ergebnis zufrieden. „Der Garten ist sehr schön geworden, und das Projekt hat uns viel Spaß gemacht“, sagt Marie Hammes aus Damflos. Ihre Familie habe zu Hause selbst Bienen, trotzdem habe sie viel Neues gelernt. Jakob Hotz aus Züsch ergänzt, dass es auch um Nachhaltigkeit gehe: „Die Bienen sind für unsere Zukunft wichtig. Ohne sie stirbt alles.“ Ulrike Kann vom Heimatverein findet den Garten „sehr interessant“,  ist aber auch erstaunt, dass so eine Einrichtung gebraucht werde: „Wir wohnen ja schon sehr naturnah. Trotzdem müssen wir den Kindern heute erklären, was Imkerei ist.“ Der Verein will demnächst weitere Informationstafeln für den Garten anfertigen. Förster Clemens hat schon Ideen für künftige Veranstaltungen: „Man könnte Kerzen aus dem Bienenwachs ziehen oder mit Kindern Marmelade herstellen.

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