Nationalpark: Weitere Kritik an Busplan

Nationalpark: Weitere Kritik an Busplan

Das Mobilitätsgutachten, das die Landesregierung in Auftrag gegeben hatte, stößt wie bei Bürgern und Politikern (der TV berichtete) auch beim Freundeskreis Nationalpark Hunsrück auf Kritik: Es sei versäumt worden, ein innovatives und nachhaltiges Konzept zu entwickeln, so der Verein.

Birkenfeld/Hermeskeil. "Einem Nationalpark, der in der Champions League mitspielen will, wird diese Studie nicht gerecht." So bewertet der Freundeskreis Nationalpark Hunsrück das von ihm grundsätzlich begrüßte Papier zur Mobilität in der Nationalparkregion. Eine verbesserte Mobilität gehöre ohne Zweifel zu den großen Herausforderungen. Die vorgestellte Studie erfordere aber eine klare Kommentierung, betont der Freundeskreis-Vorsitzende Hans-Joachim Billert. Wenn nicht von vornherein ein völlig neues, innovatives Verkehrskonzept angestrebt werden soll, sei in einem ersten Schritt die Harmonisierung und Verknüpfung der vorhandenen ÖNPV-Verbünde unstrittig. Dieser Schritt alleine verbinde aber die geplanten Nationalparktore und anderen Orte und Attraktionen nur unvollständig beziehungsweise gar nicht und trage zudem auch nicht zu einer deutlichen Verbesserung der Anbindung der Nationalparkgemeinden bei.
"Die geplanten zwei zusätzlichen Buslinien zur Erschließung des Nationalparks reichen nicht aus", bilanziert der Freundeskreis. Zudem fehle eine direkte und komfortable Verbindung von Tor zu Tor, und die Achse Bahnhof Hoppstätten, Umweltcampus, Nationalparkamt, Birkenfeld und Nationalpark werde völlig außen vor gelassen. Das Potenzial der Hunsrückbahn werde viel zu wenig berücksichtigt. Es sollte die Bahntrasse um den Nationalpark mindestens gesichert werden. Die Finanzierung des Mobilitätskonzepts sei völlig offen, da die in der Studie gemachten Vorschläge wie Parkgebühren im Wald oder Übernachtungsabgaben "nicht akzeptabel und unrealistisch sind". Zudem werde die gesamte Finanzierung auf die Region abgewälzt.
All diese Punkte zeigen nach Meinung des Freundeskreises auf, dass es nicht gelungen sei, ein neues, innovatives und nachhaltiges Konzept zu entwickeln. Der neue Nationalpark würde sich geradezu dafür anbieten, neue Wege zu gehen. "Wir brauchen keine leeren Busse, die an den Menschen vorbeifahren." red

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