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Nationalparkakademie in Birkenfeld informiert über Tourismus

Forstwesen : Wenn der Wald eins wird

Die Akademie informiert über die Entwicklung im Nationalpark: Seit seiner Gründung hat sich vieles getan.

 Wildkatzen und Moore stehen bei der jüngsten Veranstaltung der Nationalparkakademie  ausnahmsweise einmal nicht auf dem Programm. Vielmehr geht es in der öffentlichen Veranstaltung auf dem Umwelt-Campus in Hoppstädten-Weiersbach darum, wie sich der 2015 gegründete Nationalpark in den Gemeinden der Region auswirkt. Sören Sturm vom Nationalparkamt stellt dazu drei Fragen: Was tut sich in der Nationalparkregion? Was tut der Nationalpark für die Region? Und was tut die Region für den Nationalpark?

Im dritten Jahr seines Bestehens könne man feststellen, dass sich die Zahl der Übernachtungen gesteigert habe, erläutert Sturm. Dabei präsentiert er eine Statistik, die eine Erhöhung von 100 000 (2004) auf 150 000 (2014) Übernachtungen ausweist. Ab 2014 steige die Zahl weiter an. Aber, so sagt Sturm: „Der Trend ist in den Kommunen sehr unterschiedlich. Besonders herausragend war die Eröffnung des Center-Parcs in Nohfelden.“

Neben der Steigerung der Übernachtungszahlen habe sich auch die Qualität in den einzelnen touristischen Betrieben verbessert.Restaurants, Pensionen und Hotels können sich als Partnerbetrieb des Nationalparks bewerben. Erfüllen sie die vorgegeben Kriterien, können sie mit dem Prädikat „Nationalparkpartner“ werben. 2016, ein Jahr nach Gründung des Nationalparks, habe es erst acht Betriebe gegeben, die diese Kriterien erfüllen, 2018 seien es bereits 40 Betriebe, erklärt Sören Sturm. Außerdem wolle man die Servicequalität verbessern. „Bei diesen Kriterien wird zum Beispiel darauf Wert gelegt, dass Restaurants regionale Gerichte auch mit regionalen Zutaten kochen“, sagt Sturm.

Zudem würde auch stärker in die Nationalparkregion investiert. Als Beispiele nennt Sturm den Bau von Ferienchalets in Langweiler, die Sanierung mehrerer Schwimmbäder, unter anderem in Kell und in Otzenhausen, und die Anstellung zusätzlicher Arbeitskräfte in Thalfang. Zudem werde die Elektromobilität in den Gemeinden rund um den Nationalpark verbessert.

Für Mara Koster vom Regionalentwicklungsverein Hunsrück-Hochwald stellt der Nationalpark eine „Klammer der Region“ dar: „Die Partner vor und hinter dem Wald müssen sich eben erst kennenlernen“, sagt Koster und spielt darauf an, dass die Landkreise westlich und östlich des Nationalparks historisch eher wenige Berührungspunkte haben, woher auch der alte Spruch „vor und hinter dem Wald“ stamme. Diese Grenzen überwinden und das Wir-Gefühl zu stärken,  seien einige der Ziele des Vereins. Das Motto: „Die Nationalparkregion wird E1NS: Zukunftsfähig, lebenswert, modern: Heimat!“

Koster: „Die Region kann mit einem gesunden Selbstbewusstsein dastehen. Es gibt den Saar-Hunsrück-Steig als Premium-Wanderweg, natürliche Ressourcen, hohe Lebensqualität im ländlichen Raum und touristische Attraktionen.“ Ein konkretes Beispiel für die Bildungsarbeit ihres Vereins sei das Bienen-Projekt, das dazu dient, Lehrer und Erzieher dazu anzuregen, das Thema in den Kitas und Schulen zu behandeln, um die Region wertzuschätzen. Ein weiteres Beispiel sei die Entwicklung der Bike-Region Hunsrück-Hochwald, die auch Radfahrer in die Gegend locken soll. Jüngstes Beispiel dafür ist die Einrichtung eines Bike-Parks am Erbeskopf.

Frank Frühauf, Bürgermeister von Idar-Oberstein, zeigt an praktischen Beispielen, wie sich seine Stadt auch durch Fördergeld dank des Nationalparkes weiterentwickelt hat. Frühauf: „Idar-Oberstein gilt als Bindeglied zum Naheland, und wir wollten die Attraktivität steigern. Das geht nur gemeinsam. Wir haben den Bahnhof von der Deutschen Bahn erworben und umgebaut, eine Kita in der Innenstadt eingerichtet und vielfältige Kultur- und Freizeitangebote geschaffen.“

Dazu zählen auch Hotelbauten, eine neue Stadtbücherei in der Fußgängerzone und die Anlage eines Wohnmobilstellplatzes. Insgesamt wurden in einem Masterplan 21 konkrete Projekte entwickelt, von denen zehn bereits umgesetzt sind, so Frühauf. Im Bahnhof habe man ein barrierefreies Café eingerichtet, das die Lebenshilfe Obere Nahe betreibe. Allein die Renovierung habe circa 130 000 Euro gekostet.

Josef Adams von der VG Thalfang sagt: „Es ist immer hilfreich, sich diesseits und jenseits des Waldes zusammenzusetzen. Idar-Oberstein hat tolle Projekte auf den Weg gebracht. Da kann man gegenseitig von profitieren. Der Austausch ist wesentlich stärker als das früher der Fall war. Das wird schon gelebt.“ So seien in Thalfang das Bed and Breakfast Rosenhill und der  Bahnhof Thalfang, der zu einem Restaurant und Hotel umgebaut wurde, Partnerbetriebe des Nationalparks.