Nationalparkfreunde nicht erwünscht

Nationalparkfreunde nicht erwünscht

Die Befürworter eines künftigen Nationalparks im Hochwald müssen sich einen neuen Versammlungsort suchen, um wie geplant einen gemeinnützigen Verein "Freunde des Nationalparks" zu gründen. Die Gemeinde Aben-theuer (Kreis Birkenfeld) hat der Bürgerinitiative (BI) die bereits zugesagte Gemeindehalle aus fragwürdigen Gründen kurzfristig wieder gekündigt. Ein Eklat, der Wellen bis nach Mainz schlug.

Abentheuer. "Eigentlich war ja alles klar", sagt Herbert Leyser, der für die BI die Gründungsversammlung organisieren soll. Das Okay für das "Abentheurer-Haus" sei ganz spontan vom Ortsbürgermeister Klaus Goldt gekommen, auch die Bewirtung durch die örtliche Feuerwehr war schon abgemacht.
Davon wollte der am Donnerstagabend aber nichts mehr hören: "Ihm bleibe keine andere Wahl, er müsse uns kündigen", habe Goldt ihm mitgeteilt, so Leyser. Der Druck aus seinem Gemeinderat sei zu groß. Gegenüber unserer Zeitung begründet Goldt die geänderte Entscheidung anders: "Wir waren davon ausgegangen, dass es sich um eine Info-Veranstaltung für die Abentheuerer Bevölkerung handelt. Dass da ein Verein gegründet werden soll, wusste ich nicht."
Das habe er erst der verschickten Einladung entnommen. "Das hätte suggeriert, dass wir in Abentheuer für einen Nationalpark sind. Und das hätte 90 Prozent der Bevölkerung vor den Kopf gestoßen", erläutert Goldt weiter. "Wir wollen bis zur Entscheidung des Landes Ende September eine neutrale Position einnehmen. Bis dahin soll es keine Propaganda in jedwede Richtung geben."
Das wollen ihm die Verantwortlichen der BI nicht abnehmen. "Er hatte mir ja schon ein Grußwort für den Abend zugesagt", sagt Ulrich Sommer, der Vorsitzende der BI. "Wir finden es sehr schade, weil wir gerne im Hochwaldort Abentheuer getagt hätten."
Absage Thema auch in Mainz


Auch der Birkenfelder VG-Bürgermeister Bernhard Alscher ist ungehalten: "Ich bin doch sehr verwundert über diesen Vorgang." Auch in Mainz war die Absage gestern Thema, nachdem der aus dem Kreis Birkenfeld stammende Grünen-Landesvorsitzende Thomas Petry ("Das ist abent(h)euerlich: Anscheinend mangelt es dem Ortsbürgermeister an Demokratieverständnis") seine Parteifreundin Umweltministerin Ulrike Höfken informiert hatte.
Die Vereinsgründung am Freitag, 12. Juli, wird es aber trotzdem geben: Neuer Tagungsort ist die Birkenfelder Stadthalle, Beginn ist um 18 Uhr.
Leyser: "Ich habe Stadtbürgermeister Peter Nauert gefragt, ob wir in Birkenfeld unseren Verein gründen dürfen und nicht fürchten müssen, kurzfristig ausgeladen zu werden. Er hat nur gelacht." Zweck des neu zu gründenden Vereins ist laut Satzung die "Förderung der Regionalentwicklung".
Als Verein können die Befürworter auch Spenden sammeln, um zum Beispiel Infobroschüren drucken zu lassen. Auf der Gründungsversammlung, die offen ist für jedermann, wird es Vorträge zu Nationalpark-relevanten Themen und eine Ausstellung des Schaurener Naturfotografen Hans-Martin Braun geben. sc

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