Naturschützer wollen Schiffe statt Lkw

Naturschützer wollen Schiffe statt Lkw

Der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) plant, die Hausmüllreste der alten Saarburger Deponie mittels Schwerlaster nach Mertesdorf zu bringen. Dies kritisiert der Naturschutzbund - und fragt nach Schiffstransport. Diese Variante ist jedoch 2,5 Millionen Euro teurer - und kostet dem Zweckverband damit zu viel.

Saarburg. Wenn der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) beschließt, die alte Saarburger Mülldeponie abzutragen und die Reste des dort gelagerten Hausmülls ins Entwertungs- und Versorgungszentrum zu bringen (der TV berichtete), dann bedeutet das vor allem eines: viel Schwerlastverkehr. 110 große Lastwagen pro Tag, die zehn Monate lang in Saarburg be- und in Mertesdorf entladen werden. Die leeren Laster fahren dann wieder zurück.

Streit um Transportmittel


Hintergrund der Umlagerung ist, dass sich der Zweckverband um die Nachsorge der Deponie kümmern muss, die seit 1995 stillliegt. Die Option, die Deponie an Ort und Stelle zu sanieren, das heißt, sie abzudichten, funktioniert nicht wirklich. Denn der Boden des Müllbergs hat keine Dichtung und wird auch keine mehr bekommen können.
Deshalb hat der Zweckverband vor, die rund 280 000 Kubikmeter Müll nach Mertesdorf zu bringen. Zuletzt stieß ART-Geschäftsführer Max Monzel damit in Saarburg auf offene Ohren - er war in der Hauptausschusssitzung von Verbandsgemeinde (VG)- und Stadtrat zu Gast und stellte das Projekt vor (der TV berichtete).
Nun melden sich Naturschützer zu Wort. Manfred Weishaar, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) in der Region Trier, teilt dem TV mit: "Der Nabu Region Trier begrüßt die Maßnahme des ART, hier endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Eine Sanierung am Standort wäre wegen der fehlenden Basisabdichtung mit Sicherheit nicht nachhaltig gewesen." Allerdings ist der Nabu mit dem geplanten Transportmittel nicht so ganz einverstanden. "Der Transport per LKW wird zu erheblichen Belastungen für Mensch und Umwelt führen", sagt Weishaar. "Wir denken, dass hierzu Alternativen gefragt sind."
Er schlägt auch gleich eine vor: Schiffstransport. "Es wären dann lediglich kurze LKW-Fahrten zwischen der Altdeponie und der Saar in Saarburg sowie zwischen dem Ehranger Hafen und Mertesdorf erforderlich. Dazwischen könnte der Transport umweltfreundlich per Schiff erfolgen." Diese Lösung sei auch dann zu rechtfertigen, wenn sie etwas teurer wäre. "Mensch und Umwelt würden es danken", ist Weishaar überzeugt.

Schiffsvariante ist zu teuer


In der bisherigen Planung ist nur der LKW-Transport näher ausgeführt. Grundsätzlich sind drei Routen möglich, wobei der kürzeste und in der VG Saarburg präferierte Weg von der Deponie aus über Tobiashaus und die B 51 (Konz-Könen, Trier) und die B 53 nach Mertesdorf führe. Kosten des Projekts: rund 14 Millionen Euro. "Mit geringfügigen Mehrkosten wäre ein Schiffstransport möglich und wünschenswert. Die Mehrkosten sind aber nicht geringfügig, sondern deutlich", erklärt Monzel. Sie lägen bei rund 2,5 Millionen Euro. Monzel: "Deshalb bedauern wir, dass wir diese Variante nicht nutzen können."