Nein aus Grimburg

GRIMBURG. (urs) Grimburgs Nein zur Neuorganisation der Forstreviere bringt die seit einem Jahr laufenden Bestrebungen von Landesforsten ins Stocken. Der Aufschub könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein. Denn die Verbandsgemeinde hat den Ortsgemeinderat mittlerweile aufgefordert, die Abstimmung wegen eines Formfehlers zu wiederholen.

Seit Monaten diskutieren Gemeinden landesweit über die von der Landesforstverwaltung angestrebte Neuorganisation der Forstreviere. Auch in der Verbandsgemeinde Hermeskeil stehen Vor- und Nachteile seit einem Jahr zur Debatte. Mit der Entscheidung aller Gemeinden für die gleiche Variante künftiger Revierzuschnitte war bereits eine wichtige Hürde genommen. Doch quasi in Sichtweite des Ziels tat sich nun ein Hindernis auf. Errichtet haben es die Mitglieder des Grimburger Ortsgemeinderats. Zwar haben sie sich einstimmig der Verbandsversammlung des "Forstverbands Gusenburg" angeschlossen, die im März die Auflösung des bisherigen Verbandes zum 30. September beschlossen hatte. Dem Entwurf einer "Vereinbarung über Bildung und Leitung des Forstreviers Gusenburg-Grimburg" erteilte die Gemeinde jedoch eine Abfuhr. Mit sechs Nein-Stimmen der Freien Wähler einschließlich Ortsbürgermeister Franz-Josef Weber und fünf Ja-Stimmen ist die Entscheidung zwar knapp, aber eindeutig. Das Zünglein an der Waage sind zwei fehlende Stimmen der CDU: Ein Mitglied der Fraktion hat kürzlich sein Mandat niedergelegt, ein weiteres war an diesem Tag verhindert."Das Ziel Grimburgs erschließt sich uns nicht"

Für Bernhard Buss, Leiter des Forstamtes Hochwald, ist das Nein aus Grimburg ein Rätsel. "Die Gründe sind uns noch nicht so ganz klar", sagt er. Ziel der Neuordnung sei ja eine bestmögliche Bewirtschaftung zu Gunsten der Gemeinden. Außerdem solle das Revier Gusenburg-Grimburg sogar größer werden. Buss wundert sich: "Was das genaue Ziel der Gemeinde Grimburg ist, erschließt sich uns noch nicht." Nach Auskunft von Ortsbürgermeister Weber ist des Rätsels Lösung im Bereich des von den Landesforsten parallel eingeführten Technischen Produktionsleiters (TPL) zu finden. Die TPL, bisherige Förster, sollen in den größeren Revieren den Einsatz von Arbeitern, Unternehmern und Maschinen koordinieren, um auf dem Markt flexibler reagieren zu können. "Es geht um die Beamtenstellen", lässt Weber auf eine Nachfrage kurz vor seinem Urlaubsantritt per Fax wissen. "Eine wirtschaftliche Führung unserer Forstbetriebe erfordert eine deutliche Reduzierung der Beförsterungskosten durch Vergrößerung der Forstreviere und Reduzierung der Revierleiterstellen." Das TPL-Konzept schaffe neue Beamtenstellen, laufe so dem Ziel der Rationalisierung entgegen und verursache erheblichen bürokratischen Aufwand sowie Ineffizienz in den Arbeitsabläufen. Allerdings ist die Verbandsgemeinde zwischenzeitlich zu dem Schluss gekommen, dass die Abstimmung in Grimburg wiederholt werden muss. Hatte der Rat in diese doch einen "Beschluss über die wechselseitige Beschäftigung von Waldarbeitern" integriert. Zu diesem Punkt der Abstimmung lag laut Verwaltung jedoch ein "Ausschließungsgrund" für ein Ratsmitglied vor, das gar nicht hätte mit abstimmen dürfen. "Wir haben den Ortsbürgermeister gebeten, den Beschluss auszuschließen", sagt Büroleiter Werner Haubrich. Bisher liege jedoch noch keine Antwort vor.