Neuanfang für Gläubige rund um Hermeskeil

Neuanfang für Gläubige rund um Hermeskeil

Eine ganze Woche lang haben die Christen rund um Hermeskeil die Fusion von acht ehemals eigenständigen, kleinen Pfarreien zu einer einzigen Großpfarrei gefeiert. Dabei nutzten die Gläubigen etliche Gelegenheiten, die neue Gemeinschaft zu feiern und mehr über ihren neuen Schutzpatron, den heiligen Franziskus, in Erfahrung zu bringen.

Entstanden ist die neue Großpfarrei "St. Franziskus Hermeskeil" zum 1. Januar 2016 aus den ehemals eigenständigen Pfarreien Bescheid, Beuren, Damflos, Geisfeld, Gusenburg, Hermeskeil, Rascheid und Züsch (der TV berichtete). Dieses Ereignis nahmen die Gläubigen zum Anlass, die ganze vergangene Woche über mit den unterschiedlichsten Aktionen zu feiern. Gemeindereferent Rüdiger Glaub-Engelskirchen berichtete etwa von einem spirituellen Vormittag, zu dem die Frauengemeinschaft Grimburg eingeladen hatte. Diesem Aufruf seien "mehr als 120 Frauen und ein paar mutige Männer" gefolgt, sagte er.
Ein besonders festliches Bild habe auch die Vielzahl an Sternsingern abgegeben, die gemeinsam Einzug in die Gusenburger Kirche gehalten hätten. Ganz allgemein habe die Festwoche, genau wie das neue Logo der Großpfarrei, "ganz im Zeichen von Gemeinsam und achtsam gestanden", sagte der Gemeindereferent.
Julia Volkmer (16) berichtete derweil begeistert von der Messdieneraktion in Rascheid, an der gut 40 Messdiener und bei der anschließenden Fackelwanderung "noch viel mehr Menschen" teilgenommen hätten.
Andrea Paulus (52) und Carina Wahlen (39) hingegen schwärmten von dem Krabbelgottesdienst, einer Art "Mitmachkirche für Kinder", in Beuren. Carina Wahlen hat hier nach eigener Aussage sogar bereits ihre erste Lektion in Sachen neuer Großpfarrei gelernt. "Da außer den Beu rener Kindern leider nur ein einziges Kind aus einem anderen Ort mit dabei war, wissen wir jetzt, dass wir die Handzettel mit den Einladungen in Zukunft auch in den umliegenden Kindergärten verteilen müssen", sagte sie. Den abschließenden Höhepunkt der Festwoche bildeten gleich drei Aktionen am vergangenen Sonntag in Hermeskeil: Ein voll besetztes Pontifikalamt mit Weihbischof Helmut Dieser, eine anschließende Feier mit gut 300 Interessierten im Johanneshaus und ein Abendlob mit den Kinderchören aus Gusenburg und Züsch. Dechant Clemens Grünebach freute sich hier sowohl über die Fusion als auch über das Gelingen der zurückliegenden Festwoche. "Alle 19 Veranstaltungen waren überdurchschnittlich gut besucht", sagte er und betonte, dass jeder willkommen sei, in den neuen Gemeindeteams mitzuwirken.
"Hier will man sich auch um eventuell noch bestehende Bedenken kümmern", sagte Grünebach. Und Weihbischof Helmut Dieser verwies darauf, dass die Impulse zur Gründung der Großpfarrei von den Gläubigen selbst gekommen seien. Auch er sieht diese Fusion als Chance an. "Neue Chancen entstehen immer dann, wenn die Bilder im Kopf beweglich werden", sagte er.
"Wir müssen begreifen, dass die Familie Gottes sehr vielfältig ist. Während dem einen die Tradition über alles geht, ist dem anderen vielleicht Neues viel wichtiger. Durch diese Fusion wird jetzt alles möglich sein. Wir müssen nur begreifen, dass das alles zusammen genau das ist, was Kirche ausmacht."Extra

Frank Speicher (46), Hermeskeil: "Ich finde den Zusammenschluss der Pfarreien sehr gut, weil die Gemeinschaft in der heutigen Zeit einfach wachsen muss. Gemeinschaft gehört eben zusammen und wird auch bei uns jetzt ganz großgeschrieben." Christin Schneider (19), Abtei: "Ich habe zwar Bedenken, dass durch den Zusammenschluss weniger Geld für die Belange in den einzelnen Pfarreien zur Verfügung steht, wie etwa für die Reparatur des maroden Turms unserer Kirche in Abtei, sehe die Fusion aber insgesamt als sehr gut an. Durch das Gemeinsame wird der Erhalt des Glaubens insgesamt gestärkt." Werner Nisius (50), Grimburg: "Es ist sehr gut, dass der Zusammenschluss gekommen ist. Man braucht sich ja nur mal bei den Vereinen umzusehen. Da ist es ja genauso. Überall werden Spielgemeinschaften gebildet. Und das hat im Idealfall sogar den schönen Nebeneffekt, dass man gemeinsam höherklassig spielen kann." Christel Roder (69), Hermeskeil: "Der Zusammenschluss ist gut. Wir haben ja keine Pastöre mehr. Ein Pastor und ein Kaplan können ja die Arbeit nicht ganz alleine machen." Sabine Michels (45), Rascheid: "Die Fusion war unausweichlich. Es gibt immer weniger Kirchgänger, und wenn sich alle zusammenschließen, ist die Kirche wieder voller. Ängste, dass das alles doch nicht klappen könnte, habe ich nicht." anf

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