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Neuausschreibung stößt auf Kritik

Neuausschreibung stößt auf Kritik

Eine Bewerberin kritisiert, dass der Landkreis Trier-Saarburg seinen Kunstpreis ein zweites Mal ausschreibt. Sie glaubt, dass die diesmaligen Bewerber benachteiligt werden, vor allem diejenigen, die - wie sie - bei der zweiten Ausschreibung die Altersgrenze überschritten haben. Kulturreferent Rudolf Müller will die Sache großzügig handhaben, verweist aber auch darauf, dass die Jury entscheidet.

Trier/Igel/Konz. Sophia Carta ist sauer. Die Igelerin hat sich in diesem Jahr für den mit 5000 Euro dotierten Kunstpreis des Landkreises Trier-Saarburg beworben und sich gute Chancen ausgerechnet. Aber nun wird der Preis nochmals ausgeschrieben, weil der Jury die Beteiligung zu gering war (TV-Artikel "Kreis kippt Kunstpreisverleihung" vom 31. Oktober).
Carta kritisiert: "Die elf Bewerber haben sich die Mühe gemacht und sich informiert, was für Preise wann ausgeschrieben werden. Das haben andere Künstler offensichtlich nicht getan … Diese Mühe wird den Künstlern nun zum Nachteil." Sie habe mehrere Wochen an den eingereichten Werken mit dem geforderten Bezug zu Kultur, Geschichte oder Landschaft des Trierer Raumes gearbeitet und auf Urlaub verzichtet. Eine Mindestteilnehmerzahl sei bei der Ausschreibung des Preises nicht vorausgesetzt gewesen. 2011 hätten es auch nur zwölf Bewerber in die Endausscheidung und somit in die zugehörige Ausstellung geschafft. Wieso reichen elf Bewerber nicht aus?, fragt Carta.
Für sich selbst befürchtet die Künstlerin, dass der Zug abgefahren ist. Denn der Preis, den der Kreis Mitte Januar 2015 erneut ausschreiben und dann im April in Konz verleihen will, richtet sich an Künstler, die bis 40 Jahre alt sind. Sophia Carta wird bereits im Dezember 40 Jahre alt. Sie hat sich mit ihrer Kritik auch direkt an die Kreisverwaltung gewandt. Rudolf Müller, der dortige Kulturreferent, tritt den Bedenken der Frau entgegen - allerdings mit Einschränkung.
Keine politische Entscheidung


Er sagt: "Ich gehe davon aus, dass Frau Carta noch mal beim Preis mitmachen kann. Allerdings trifft die Jury letztendlich diese Entscheidung. Sie wird dies in ihrer nächsten Sitzung voraussichtlich im Januar tun." Neben Carta gebe es einen zweiten Fall eines Bewerbers, der im Januar knapp die Altersgrenze überschritten habe.
Laut Müller soll auch für die übrigen Teilnehmer eine nochmalige Bewerbung möglichst unbürokratisch gehandhabt werden. Sie werden schriftlich über die Neuausschreibung des Preises informiert und gefragt, ob sie ihre Bewerbung aufrechterhalten oder sich mit einem neuen Kunstwerk bewerben wollen.
Zur generellen Kritik an der Neuausschreibung stellt Müller klar: "Es ist Sache der Jury, den Preis neu auszuschreiben. Das ist keine politische Entscheidung und da wurde auch nichts dran gedreht." Der Jury, die nach vom Kreistag festgelegten Regeln agiert, gehören der Landrat oder sein Vertreter, drei vom Kreistag gewählte Mitglieder sowie drei vom Landrat berufene Kunstsachverständige an. Würde das Gremium, das den Wettbewerb erstmals neu ausschreibt, die besten Kunstwerke unter den elf Teilnehmern auswählen, blieben nicht mehr genug Werke für eine Ausstellung samt Katalog übrig, sagt Müller.
Sophia Carta moniert außerdem, die Jury nehme den Preis offensichtlich nicht wichtig, da nach ursprünglicher Planung nur etwas mehr als eine Woche Zeit zwischen Jury-Entscheidung und Preisverleihung gelegen hätten. Dies sei zu wenig Zeit, um die Arbeiten nochmals in besonderer Form beispielsweise als stabilen Dibond-Fotodruck für die Ausstellung einzureichen. Müller räumt ein, dass sich die Jury wegen der Ferien eine Woche später als ursprünglich geplant getroffen habe. Beim nächsten Mal seien die Abstände größer. In der Sparte Fotografie/Grafik, die diesmal dran war, wäre dies aber kein großes Problem gewesen, da viele Werke im Original vorgelegen hätten. mai