Neubau nimmt Konturen an

Der Haushaltsplan 2010 weist in Tawern ein Defizit von knapp einer halben Million Euro auf. Die größte Investition ist derzeit der Neubau des Bürgerhauses. Demnächst wird die Grundsteinlegung gefeiert.

 Bei sommerlicher Hitze wird auf der Baustelle des Tawerner Bürgerhauses weitergearbeitet. Grundsteinlegung ist am 17. Juli. TV-Foto: Anke Pipke

Bei sommerlicher Hitze wird auf der Baustelle des Tawerner Bürgerhauses weitergearbeitet. Grundsteinlegung ist am 17. Juli. TV-Foto: Anke Pipke

Tawern. Es ist heiß, es ist sonnig, doch die Arbeit geht weiter. Trotz Temperaturen über der 30-Grad-Grenze sind die Bauarbeiter auch am Freitagnachmittag damit beschäftigt, dem Neubau des Tawerner Bürgerhauses Konturen zu verleihen. Die Wände wachsen bereits in die Höhe, so dass die Ausmaße der neuen Räume gut ersichtlich sind. Die offizielle Grundsteinlegung ist für Samstag, 17. Juli, 16 Uhr geplant. Interessierte Bürger sind zu einer kleinen Feierstunde eingeladen, für das leibliche Wohl ist gesorgt.

"Defizit ist traurig, aber keine Überraschung"



Das Bürgerhaus und die Finanzen waren auch in einem anderen Zusammenhang Thema der Ratssitzung am Donnerstagabend. Der Rat hat über den Haushaltsplan 2010 diskutiert. Vergleichbar mit der Lage in anderen Gemeinden des Konzer Landes steht auch im Haushalt von Tawern ein dickes Minus. In den wesentlichen Haushaltsbereichen steht jeweils ein Defizit von rund 500 000 Euro. Aussagen zu dem Gesamtschuldenstand der Gemeinde sind noch nicht möglich, da noch der Jahresabschluss 2009 fehlt.

"Das Defizit ist traurig, aber für uns keine Überraschung mehr", sagt Ortsbürgermeister Josef Weirich in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Die hohen Pflichtausgaben, vom Bund auf die Kommunen abgewälzte Kosten und die Zahlungen der Kreis- und Verbandsgemeindeumlage machen einen Strich durch die Spar-Rechnung Tawerns. "Und dann müssen wir uns von den Stellen, die uns die Aufgaben aufdrücken, rüffeln lassen, dass wir so viel Geld ausgeben", beschreibt Weirich das Paradoxon.

Vor diesem Hintergrund verteidigt Weirich auch den Beschluss des Rats für den Neubau des Bürgerhauses. Es sei für eine Gemeinde solcher Größenordnung mit rund 20 Vereinen und kaum Gastronomie eine wichtige Stätte der Begegnung. "Von den Kosten wird die Gemeinde nicht untergehen", sagt Weirich. Die Kalkulationen für den Neubau sehen Ausgaben in Höhe von knapp einer Million Euro vor.

CDU-Sprecher Thomas Müller wendet sich an Joachim Weber, den ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Konz. Durch den Schwimmbad-Neubau in Konz sei mit einer Erhöhung der Verbandsgemeindeumlage zu rechnen. Andererseits habe die VG allerdings auch die Trägerschaft des Schulzentrums an den Kreis abgegeben und somit Kosten gespart. Es solle also seitens der VG in Erwägung gezogen werden, die Umlage auf dem bisherigen Niveau zu belassen. SPD-Fraktionsvorsitzende Karla Kroon gibt zu bedenken, dass die zusätzlichen Schulen in Kreisträgerschaft zu einer Erhöhung der Kreisumlage führen könnten. Sie fordert einen vorsichtigeren und umsichtigeren Umgang mit den Ausgaben beim Kreis und bei der VG.

Dem Haushaltsplan 2010 stimmt die SPD letztlich nicht zu, weil darin 30 000 Euro für die Rechtskosten zum Thema Golfpark auf dem Fellericher Plateau enthalten sind. Die Sozialdemokraten sehen keinen Anlass, die Planungen und damit auch die Rechtsberatung zu diesem Projekt fortzuführen.

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