Neubau soll Schüler nach Kell locken

Neubau soll Schüler nach Kell locken

Wie stellen sich Planer den Erweiterungsbau für die Realschule plus in Kell vor? Die besten Vorschläge aus einem Architektenwettbewerb wurden bei einer Preisverleihung öffentlich präsentiert. Mit dem Umbau will der Kreis den Schulstandort wieder attraktiver machen.

Kell am See Die Marschrichtung für die Zukunft der Realschule plus Kell/Zerf ist klar. Zurzeit werden nur die Fünft- und Sechstklässler in Kell unterrichtet, die älteren Kinder gehen nach Zerf. Diese Zwei-Standorte-Lösung soll aber nach dem Willen des Schulträgers bald ein Ende haben. 2015 hat der Kreistag Trier-Saarburg entschieden, dass das Gebäude in Kell ausgebaut wird, um künftig alle Realschüler dort aufzunehmen.

Die erste Etappe des 150 000 Euro teuren europaweiten Ausschreibungsverfahren inklusive Architektenwettbewerb ist nun geschafft. Wie sich die Planer das neue Schulgebäude vorstellen, gab es gestern in Kell zu sehen. In der Schule wurden die Preise für die besten Entwürfe vergeben. "Es sind viele interessante Lösungen dabei", lobte Landrat Günther Schartz im Beisein der Schulleitung und zahlreicher Lokal- und Kreispolitiker. Natürlich koste so ein Bau "Millionen" - im Raum standen zuletzt etwa fünf Millionen Euro. Die eingereichten Vorschläge lägen aber "im preislichen Rahmen", sagte Schartz.

Das Preisgericht hat insgesamt zwölf Arbeiten bewertet. Die fünf besten wurden prämiert und sind bis zum 18. Februar in der Schule ausgestellt (siehe Info). Der Trierer Architekt Kuno Mauritius Schneider stellte Stärken und Schwächen der Entwürfe vor. Man habe nach "der besten Lösung für die Schüler" gesucht, betonte Schneider. Ausschlaggebend für die vorderen Platzierungen sei gewesen, dass diese "nicht einfach ein zweites Gebäude neben das bestehende gesetzt" hätten. "Sie haben den Altbau in ein schlüssiges Gesamtkonzept integriert." Besonders gefallen habe der Jury der Innenhof, den die Sieger aus Waldkirch bei Freiburg vorschlagen. Sie wollen ein zweigeschossiges Gebäude so an den Altbau an gliedern, dass ein quadratischer Komplex mit geschlossenem Innenhof entsteht. Der Haupteingang wird in Richtung Schulstraße zwischen Alt- und Neubau angelegt. In direkter Nähe soll es eine Bushaltebucht und Kurzzeitparkplätze geben. "Die Schule bekommt so ein ganz neues Gesicht nach außen hin", lobte Schneider. Wichtige Räume wie Aula, Speiseraum und der Bereich für die Ganztagsschüler seien mit Blick zum Innenhof angeordnet und könnten auch dorthin geöffnet werden.

Pausenhof und Parkplatz werden Richtung Wiesplätzchen verlagert. Auf dem Hof sind ein Asphaltspielfeld und ein Spielhain mit Laubbäumen geplant. Vor der Sporthalle sollen Sitzstufen angelegt werden, die mit dem überdachten Pausenbereich als Freilichtbühne dienen könnten. "Hier kann man im Sommer sitzen oder auch ein Theaterstück aufführen", sagte Schneider. Der Fußweg im nördlichen Bereich des Geländes, den viele Ortsbewohner nutzten, bleibe erhalten.

Die Planung sei ein "erster wichtiger Schritt", erklärte der Landrat. Nun komme es auf das "Interesse" von Eltern und Schülern an. Damit spielte Schartz auf die stark gesunkene Zahl der Anmeldungen für das fünfte Schuljahr an (TV vom 7. Februar). Mit dem neuen Gebäude schaffe der Kreis "einen attraktiven Standort im Hochwald". Dieser soll künftig nicht nur Schüler aus den Verbandsgemeinden Kell und Hermeskeil, sondern auch verstärkt aus der VG Ruwer ansprechen.

Schulleiter Bernd Staudt ist optimistisch, dass es bald grünes Licht für die Umsetzung gibt: "Wir haben zwar aktuell einen sehr schwachen Grundschuljahrgang. Aber danach wird es deutlich besser." Ihm gefalle der Entwurf "sehr gut". Besonders freue er sich auf den Innenhof, "den würden wir gern für Veranstaltungen nutzen". Im Gebäude selbst habe man "einen guten Überblick, weil alles so offen gestaltet ist". Die Schule wolle schon diesen Sommer ihre siebte Klasse nicht mehr nach Zerf schicken, sondern in Kell behalten, kündigt Staudt an.

Verhandlungen würden nun mit allen drei Preisträgern geführt, teilte Miriam Decker vom Kreis-Gebäudemanagement mit. Denn der Sieger erhalte nicht automatisch auch den Auftrag. Darüber entscheide im April der Kreisausschuss. Dann sei noch ein Bebauungsplan nötig, weil durch das Vorhaben eine größere Fläche in der Ortsgemeinde Kell überplant werde. Den Plan müsse der Gemeinderat absegnen. Ortsbürgermeister Markus Lehnen und VG-Chef Martin Alten signalisierten, dass sie hinter dem Projekt stehen. Baubeginn könnte 2018 sein, dann wäre der Neubau im Schuljahr 2020/21 fertig.FüNF ENTWüRFE PRäMIERT UND AUSGESTELLT

Extra

Bei dem Architektenwettbewerb zur Erweiterung des Keller Schulgebäudes hat das Preisgericht insgesamt drei Preise vergeben und zwei Anerkennungen ausgesprochen. Der erste Preis (13 500 Euro) geht an Frank Heinz mit fuchs.maucher.architekten.bda aus Waldkirch bei Freiburg und die Landschaftsarchitekten Ernst und Partner aus Trier. Auf den zweiten Platz (8500 Euro) kamen die Architekten Bär/Stadelmann/Stöcker aus Nürnberg und das Büro club L94 aus Köln. Der dritte Preis (5000 Euro) geht an WW+ Trier, die Architekten Schuh/Weyer aus Schweich und das Büro HDK Dutt& Kist aus Saarbrücken. Anerkennungen: Architekten KellerDaum und Ralph Wölffing-Seelig aus Stuttgart (4000 Euro), Büro Stein/Hemmes/Wirtz aus Kasel und HKK Landschaftsarchitektur Frankfurt (2000 Euro). Auch nach der offiziellen Preisvergabe bleiben die Entwürfe in der Realschule plus in Kell ausgestellt. Sie können dort bis Samstag, 18. Februar, besichtigt werden - montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr.

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