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Neue Aussichtsplattform Schloss und Burgberg Saarburg

Stadtentwicklung : Neue Aussichten und Einsichten

Zwei Aussichtsplattformen auf Schloss- und Burgberg ermöglichen einen anderen Blick auf Saarburg und Umgebung. Und es ist noch mehr geplant, wie Stadtchef Jürgen Dixius erläutert.

„Wow!“ ist zu hören. Und: „Das ist ja toll geworden!“ Ganz spontan äußern einige der rund 20 Gästebegleiter ihre Verzückung, als Stadtbürgermeister Jürgen Dixius sie zusammen mit Vertretern der Touritinfo und Journalisten zum neuen Aussichtspunkt im Landratsgarten gegenüber dem Gebäude der Verbandsgemeindeverwaltung führt.

Die Sonne kommt gerade durch und taucht die Stadt in freundliches Licht. Der weite Blick, der sich von der neuen Plattform bietet, wirkt um so imposanter.

Zur Rechten sind die alten Häuser der Altstadt und die Laurentiuskirche zu sehen. Irgendwo in der Tiefe rauscht der Wasserfall. Die Saar präsentiert sich mit ihren zwei Brücken. Auf der anderen Seite des Flusses steigt Beurig empor, die Marienkirche thront über allem. Direkt vor der Aussichtsplattform drängen sich die kleinen Häuschen des Stadens, der Keimzelle der Stadt, aneinander. Am Horizont zur Linken grüßt die Burg vom Berg. Dixius nennt noch weitere Details, die zu sehen sind: der Warsberg, die Weinberge und bei guter Sicht sogar der Hunsrück. „Hier lässt sich die ganze Geschichte von Saarburg und der Region erklären“, sagt der Stadtchef. Doch das war nicht immer so, denn der Ausguck war vorher zugewuchert.

Ihn freizulegen, war eine aufwendige Sache. Christian Kewenig von der Bauverwaltung erläutert: „Mit Baugerät sind wir nicht hierher gekommen. Wir haben mit einem Minibagger gearbeitet.“ Mit dem kleinen Gerät wurde alles ausgebaggert. Zwei Motorschubkarren waren im Einsatz. Das ganze Material wurde dann in Säcken mit Hilfe eines Mobilkrans weggeschafft.Parallel wurde die Mauer und das Geländer saniert – alles innerhalb von zwei, drei Wochen. Die VG-Verwaltung, der der Garten gehört, hat für alles zusammen 30 000 Euro gezahlt. Die Aussichtsplattform muss noch bepflanzt werden. Und auch rundherum soll noch einiges passieren. Der Landratsgarten soll neu gestaltet werden, das Konzept dazu wird noch erstellt. Ziel ist es laut Dixius, ihn als innerstädtischen Garten wieder stärker ins Bewusstsein der Bürger zu rücken.

Noch schwieriger als beim Ausguck im Landratsgarten waren die Arbeiten an der neuen Aussichtsplattform auf der Burg, die über den Fußweg wenige Hundert Meter weit entfernt ist. Sie ist vom Platz hinter der Burg zu erreichen und gibt den Blick auf den östlichen Teil von Stadt und Saar frei. Dieser Bereich war laut Kewenig zuvor noch nicht mal mit dem Minibagger zu erreichen. So haben die Verwaltungsmitarbeiter die Grasnarbe per Hand abgeschabt. Der Abraum wurde ebenfalls in Säcke gepackt und per Mobilkran weggeschafft.

Auf dem gleichen Weg wurde der Schotter für den Platz hertransportiert. Zudem wurde das Geländer installiert, Bänke sollen folgen. Die Kosten für die Stadt, die Burgherrin ist, belaufen sich auf 12 700 Euro. Dixius hält die Kosten laut eigener Aussage für tragbar bei großem Effekt. Er verweist auf weitere Projekte, die neben der fortlaufenden Sanierung der Burg geplant sind.

So soll der Garten bei der evangelischen Kirche und eine weitere Plattform am Sanitärgebäude an der Burg hergerichtet werden. In dem Konzept, das noch entwickelt werde, seien ein Bistro und ein Kiosk an der Ruine vorgesehen. Dixius: „Wir wollen mehr Aufenthaltsqualität und Erlebnisraum auf der Burg schaffen.“

Gästeführerin Theresia Vadrot freut sich, dies zu hören. Es inspiriert sie zugleich zu einer Idee: eine eigene Burgführung. Bislang bleibe bei den Stadtführungen lediglich Raum für eine Stippvisite auf der Burg, wenn überhaupt, sagt die gebürtige Österreicherin. Gerade die Bustouristen hätten häufig kaum Zeit. Doch die Stadt könne man auch von oben erklären und den Besuchern dann mehr über die Burg erzählen. Vadrot: „Gerade für Kinder ist das interessant.“