Neue Bewohner, neues Leben - Neues Leben im Hermeskeiler Kloster

Neue Bewohner, neues Leben - Neues Leben im Hermeskeiler Kloster

Nachdem die Franziskaner weggezogen sind, kommen nun die Franziskanerinnen ins Hermeskeiler Klösterchen. Daran, dass es weitergeht, hat ein Verein einen großen Anteil.

Mitglieder und Freunde der Hermeskeiler Klostergemeinschaft schauen optimistisch nach vorn. Dem vor einem Jahr gegründeten Förderverein ist es nicht nur geglückt, ihr "Klösterchen" offen zu halten und weiter mit Leben zu füllen. Im September ziehen dort auch Schwestern dreier franziskanischer Orden ein (siehe Extra). Geistliche Angebote gibt es zudem wie eh und je im Haus: die vom Klosterensemble begleiteten Gottesdienste sonntagsabends, 19 Uhr, im Winter 18 Uhr, die Taizé gebete sowie Schulungen, Orientierungstage, Kurse oder Konzerte. Und es gibt Neues wie "Go(o)d night", eine Lichterprozession von der Kirche zum Kloster, und ein meditatives "Go(o)d Morning" mit Frühstück im Klösterchen.
Die Vielfalt ermöglichen engagierte Menschen. Neben Geistlichen, die dort unterstützt von Messdienern Gottesdienste feiern, sind das vor allem oft seit Jahrzehnten im Stillen arbeitende Helfer. So etwa der Mann, der die Grünanlagen mäht oder die Frau, die sich um den Blumenschmuck kümmert. Dass sie wie bisher damit fortfahren können, ist jedoch dem Förderverein Klösterchen zu danken. Wie berichtet bezahlt er die laufenden Kosten wie Heizung, Strom und Wasser. Und er trägt dafür Sorge, dass von der Pflege bis zu kleineren Reparaturen alles immer erledigt wird. Die Stadt Hermeskeil will den Winterdienst übernehmen. Ein Mietvertrag des Eigentümers, des Ordens der Franziskaner in Deutschland, der einen Teil des Gartens verkaufen möchte, und der Pfarrei Sankt Franziskus, ist in Arbeit. Kerstin Schmitz-Stuhlträger, Vorsitzende des Fördervereins, ist dankbar für die Unterstützung. Der Orden trage aktuelle Renovierungen wie Malerarbeiten oder die Erneuerung von Böden, die Pfarrei stehe hinter ihnen, und die Schwestern wollten "etwas Neues gestalten". Bestärkt sieht sich der Vorstand aber auch von den Geistlichen, die die im Schnitt von 90 bis 100 Gläubigen besuchten Gottesdienste zelebrieren. Auch sie schätzten die lebendigen, mit dem Kirchenraum verbindenden, Feiern, ist Hermann-Josef Burch, zweiter Vorsitzender, überzeugt. Er und Ehefrau Theresia übernehmen im Kloster Küster- und Hausmeisterarbeiten. Die Priester kämen alle gern ins Klösterchen, versichert Schriftführerin Sandra Serwene-Hackmann. Abgesehen von der lockeren und auch für Kinder angenehmen Atmosphäre führt sie das auf die Musik zurück.
Tina Michels, zweite Kassiererin, bestätigt: Die Musik sei moderner als bei "klassischen Gottesdiensten", so dass sich Besucher eingebunden fühlten. Ein besonderes Erlebnis sei, wenn Kinder, wie jüngst einmal ein siebenjähriger Geiger, ihr Debüt als Solisten gäben: "Da sieht man: Wir sind wirklich eine Gottesdienstgemeinschaft."
Der Förderverein hat 120 Mitglieder, die für einen Jahresbeitrag ab zwölf Euro dabei sind. Jedes Mitglied kann sich folglich nicht nur ideell, sondern auch finanziell in einem ihm möglichen Umfang engagieren.
Satzung und Beitrittserklärung des Fördervereins gibt es im Internet auf der Seite der Pfarrei: www.
pfarreiengemeinschaft-hermeskeil.de
Spenden gegen Quittung an: Konto DE36 585501300001086032, BIC TRISDE55, Sparkasse Trier.Extra: WOHER DIE SCHWESTERN KOMMEN

Das sind Vorstandsmitglieder des Fördervereins (von links), der sich um den Bestand des Klösterchens verdient macht: Beisitzer Konrad Degenhardt vom Klosterensemble, Schriftführerin Sandra Serwene-Hackmann, Elke Schirra-Müller und Tina Michels, erste und zweite Kassiererin, Beisitzerin Theresia Burch, Vorsitzende Kerstin Schmitz-Stuhlträger und Hermann-Josef Burch, zweiter Vorsitzender. Foto: Ursula Schmieder. Foto: Ursula Schmieder (urs) ("TV-Upload Schmieder"


Je eine Schwester der Sießener, der Dillinger und der Waldbreitbacher Franziskanerinnen entschieden sich aus anspruchsvollen Tätigkeiten heraus für Hermeskeil. Seit Februar leben sie sich bereits ein, indem sie ein Wochenende im Monat gemeinsam im Kloster verbringen. Parallel dazu arbeiten sie am Konzept für das deutschlandweit einmalige geistliche Zentrum der "Kommunität St. Clara". Als Mitlebekloster und "Heimat für die im Kloster engagierten Gruppen" ist es mit der Pfarrei Sankt Franziskus Hermeskeil verbunden. Offiziell begrüßt werden die Schwestern am Samstag, 30. September, mit einem Fest ab 14 Uhr. Franziskanerbrüder wirkten ab 1922 in Hermeskeil, wo sie 1930 das Kloster bauten. Ihr Konvent, der einzige verbliebene in Rheinland-Pfalz und im Saarland, schloss Ende Oktober 2016. Das Engagement der 1863 gegründeten Waldbreitbacher Franziskanerinnen im St. Josef-Krankenhaus reicht zurück bis 1869, als sie wegen einer Typhus-Epidemie um Hilfe gebeten wurden, und endete ebenfalls 2016.

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