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Neue Chance für Kunstrasenplatz am Hermeskeiler Schulzentrum

Freizeit : Neue Chance fürs Kicken auf Kunstrasen in Hermeskeil

Der Kreis hat den geplanten Kunstrasenplatz am Hermeskeiler Schulzentrum auf seiner Förderliste einen Platz nach unten gestuft. 2018 sollen zwei andere Projekte zum Zug kommen. Für den Hermeskeiler Stadtchef steckt dahinter trotzdem eine gute Nachricht.

Kunstrasenplätze stehen bei vielen Gemeinden ganz oben auf der Wunschliste. Fußballspielen und anderer Sport sind darauf fast ganzjährig möglich. Außerdem sind die Plätze pflegeleichter als Naturrasen. Die Stadt Hermeskeil hofft seit geraumer Zeit darauf, dass der Tennenplatz unterhalb der Integrierten Gesamtschule (IGS) am Labachweg zum Kunstrasenplatz umgebaut wird.

Der Kreis Trier-Saarburg als IGS-Schulträger will das geschätzt 620 000 Euro teure Projekt mit Hilfe von Landeszuschüssen stemmen. Auf der Prioritätenliste, mit der der Kreis jedes Jahr die Reihenfolge seiner wichtigsten Sportförderprojekte festlegt, ist der Hermeskeiler Kunstrasen jedoch jüngst nach unten gerutscht – von Platz zwei auf drei. 2018 sollen erst einmal die Sportlerheime in Kell am See und Föhren saniert werden.

Keine guten Nachrichten, möchte man meinen. „Im Gegenteil“, sagt Hermeskeils Stadtbürgermeister Mathias Queck. Denn der Kreis setze das Projekt „wieder auf die richtige Schiene“, nachdem es zwischenzeitlich schon vor dem Aus gestanden habe. Ein Rückblick: Ende 2016 verkündete die Kreisverwaltung das Scheitern ihrer Kunstrasenpläne am Labachweg. Hauptgrund war der Lärmschutz. Um Richtwerte einzuhalten, hätte der Platz, der an Tennisplätze und ein Wohngebiet grenzt, außerhalb des Schulbetriebs kaum genutzt werden können.

Seit Herbst 2017 hat sich die Lage geändert. Für Sportanlagen gelten bundesweit neue gesetzliche Vorgaben, und das bedeutet auch eine neue Chance für den Kunstrasen am Labachweg. Laut Kreisverwaltung wurden die bisher gültigen „Immissionsrichtwerte erhöht und die Ruhezeiten am Abend und am Mittag sowie an Sonn- und Feiertagen neu geregelt“. Konkret bedeutet dies für den Hermeskeiler Kunstrasen, dass vor Beginn der abendlichen Ruhezeit deutlich mehr möglich ist, als es ein Gutachten von 2012 prognostiziert hatte. Darin hieß es, die Lärmschutzrichtwerte seien zwischen 16 und 20 Uhr nur einzuhalten, wenn nebenan parallel kein Tennis gespielt werde. Und auch dann sei der Platz nur für zweieinhalb Stunden bespielbar. In der Ruhezeit nach 20 Uhr sei gar kein Training möglich. Turniere am Wochenende, so damals die Gutachter, seien ausgeschlossen.

Angesichts der neuen Richtwerte hat der Kreis das Gutachten überarbeiten lassen. Das Ergebnis: Der Platz könnte zwischen 16 und 20 Uhr für 1,5 Stunden genutzt werden, wenn Schulbetrieb ist und parallel Tennis gespielt wird. In den Ferien könnten ihn die Vereine außerhalb der Ruhezeiten für 4,5 Stunden, während der Ruhezeit am Abend für eine Stunde nutzen. Fußball-Punktspiele am Wochenende – bislang tabu – wären an maximal 18 Tagen im Jahr möglich.

Laut Kreisverwaltung wird nun ein Planungsbüro beauftragt, das auf dieser neuen Basis den Bauantrag vorbereiten soll. 90 000 Euro sind für die „umfangreichen Planungen“ im Haushalt vorgesehen. 2019 könne man sich dann um entsprechende Landeszuschüsse bewerben.

Der Hermeskeiler Stadtchef ist froh, dass damit der Standort am Schulzentrum gesetzt bleibt: „Der Gesetzgeber sagt mit der neuen Verordnung ganz klar, dass solche Sportplätze mitten in die Stadt gehören.“ Das Waldstadion, das zwischenzeitlich wieder als Alternativ-Standort im Fokus war, sei für ihn keine Option: „Nur für den Vereinssport könnten wir uns so ein Projekt nicht leisten. Wir wollen die Synergieeffekte mit den Schulen.“ Die anvisierten Ruhezeiten hält Queck für weiterhin ausreichend. „Nach 22 Uhr ist ja Schluss. Aber es muss schon möglich sein, dass die Hermeskeiler abends in zumutbarem Rahmen Sport machen können.“

Und was sagen die Sportler? Daniel Justinger ist noch skeptisch: „So weit, dass der Kreis die Sache anpacken will, waren wir ja schon einmal“, sagt der Vorsitzende des Hermeskeiler Sportvereins (HSV). „Wenn jetzt definitiv Baurecht geschaffen werden soll, wäre das natürlich super.“ Das Hermeskeiler Waldstadion bleibe zwar „die Heimat“ der HSV-Fußballer, betont Justinger. „Aber wir brauchen eine vernünftige Trainingsstätte.“ Ohne Flutlicht werde es ab September im Stadion schwierig. Und vor allem für die Vereinsjugend biete das Training auf einem hochwertigen Kunstrasenplatz einen „Mehrwert“. Positiv seien auch die in Aussicht gestellten 18 Spieltage im Jahr: „Das ist schon eine Hausnummer. Damit könnten wir einen großen Teil der Jugendspiele abdecken - und bei Bedarf auch mal ein Spiel der ersten Mannschaft auslagern.“