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Neue Chance für Natur und Tourismus

Neue Chance für Natur und Tourismus

Warum Taurusrinder und Konikpferde die besten Naturschützer sind, haben die Greimerather bei einer Bürgerversammlung erfahren. Das Projekt, die Tiere auf 66 Hektar im Feuchtgebiet Panzbruch zwischen der B 268 und Greimerath weiden zu lassen, soll ab dem Frühjahr 2013 umgesetzt werden.

Greimerath. "Beweidung ist viel billiger als Mähen", sagt Patrick Jaskowski vom Büro Hortulus aus Mertesdorf, das vom Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht mit der Betreuung des Greimerather Panzbruchs beauftragt worden ist. Ab nächstem Frühjahr sorgen Taurusrinder und Konikpferde auf 66 Hektar für eine offene Landschaft. In einer Bürgerversammlung hat Bürgermeister Werner Angsten über das Projekt von Land und Europäischer Union informiert. Fast 317 000 Euro werden in das Gebiet investiert, das auch ein neuer touristischer Magnet werden soll.
"Seit 1983 ist das Panzbruch Naturschutzgebiet", erklärt der Rathauschef, der sich besonders darüber freut, dass das Projekt keine Mittel aus der Gemeindekasse abzieht. Seit fünf Jahren kämpfe der Naturschutzbeauftragte und ehemalige Revierförster Ralf Taubert gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Kell am See um einen nachhaltigen Schutz des wertvollen Feuchtgebietes mit seinen seltenen Tier- und Pflanzenarten. Das Geld steht nun zur Verfügung. Die Verbandsgemeinde hat das Gebiet gekauft. Im Frühjahr wird ein fünf Kilometer langer Zaun um das besondere Stück Natur gezogen. Danach können die ersten Taurusrinder und Konikpferde einziehen.
Die Leiterin der Tourist- Information Kell, Walburga Meyer, sieht in dem neuen Projekt eine gute Ergänzung zur Traumschleife Greimerather Höhenweg: "Damit können wir die touristische Attraktivität noch stärken." Dabei werde an eine Aussichtsplattform und einen Radweg gedacht.
Landwirt betreut Tiere


Die Rinder und Pferde werden von der Landwirtsfamilie Franzen betreut. Das Kreisveterinäramt wacht über die Gesundheit der Tiere. "Diese robusten Arten werden mit den Büschen viel effektiver fertig als Maschinen", weiß Biotopbetreuer Jaskowski.
Braunkehlchen sollen im Panzbruch ihr Lied trällern und das Moorglöckchen soll blühen. Solche Arten bevorzugen die offene Feuchtlandschaft. "Bereits heute kommen ganze Busladungen von Naturfreunden, um das zu sehen", sagt Naturschutzbeauftragter Taubert. "Bis zu 25 Tiere werden hier weiden können", hat Fachmann Jaskowski errechnet. Fleisch und Milch können regional vermarktet werden. Simone Martini, Mitglied im Greimerather Ortsgemeinderat, , warnt indes: "Man muss aufpassen, dass die Tiere nicht von Leuten gefüttert werden."
Bedenken äußert der Jagdpächter und Tierarzt Dr. Heiner Blasius: "Am Anfang muss aufgepasst werden. Die Tiere verschwinden in Nischen und niemand weiß, wo sie sind. "Die Jagd werde nicht eingeschränkt, beruhigt Biotopbetreuer Jaskowski. Der Zaun werde kein Hindernis für das Wild darstellen. doth

Extra

Das Biotopbetreuungsprogramm soll die Lebensräume wildlebender Tiere und Pflanzen bewahren. Vor allem die gefährdeten Biotope, wie Feuchtgebiete, Wiesen oder Felsfluren müssen beobachtet und gegebenenfalls bewirtschaftet oder gepflegt werden. Grünland muss auf "biotop-typische" Weise gemäht oder beweidet werden, wenn es seine Artenvielfalt behalten soll. Fachkundige Biotopbetreuer organisieren die nötigen Maßnahmen im Auftrag der Naturschutzverwaltung und beraten Landwirte, andere Nutzer und ehrenamtliche Helfer bei der Umsetzung vor Ort. Quelle: Hortulus/doth