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Neue Dolo-Halle an altem Standort TKDZ in Wellen

Ortsentwicklung : Neue Halle für Dolomitwerke in Wellen an altem Standort

Die Wellener Bergbaufirma kündigt an, die Belastung von Anwohnern durch Lärm und Staub zu verringern. Die Gemeinde plant, das Bürgerhaus abzureißen und neu zu bauen.

Viel zu entscheiden gab es nicht, aber trotzdem haben die Ratsmitglieder in Wellen in der vergangenen Sitzung wichtige Zukunftsfragen besprochen. Im Fokus standen die Baumaßnahmen der Trierer Kalk- Dolomit- und Zementwerke (TKDZ)/ Porr AG, außerdem der geplante Neubau des Bürgerhauses sowie die Erweiterung des Bahnhofsgebäudes für Gewerbeflächen.

Die TKDZ in Wellen ist nicht nur ein Traditionsunternehmen mit einer engen Verknüpfung zum Dorfleben, die Firma sorgt mit ihren Staub- und Lärmemissionen auch immer wieder für Diskussionsstoff. Nun geht es um den Abriss und den Neubau der sogenannten Dolo-Halle. In dieser Halle wird zurzeit der zur Stabilisierung des löchrigen Berges benötigte Bergversatz umgeladen auf Laster, mit denen das Material in den Stollen gefahren wird. Ortsbürgermeister Hans Dostert berichtete, dass die TKDZ jetzt offiziell über die geplante Baumaßnahme informiert habe. „Die Gemeinde ist im Genehmigungsverfahren aber nicht zuständig. Genehmigungsbehörde ist das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Mainz“, sagte Dostert. Trotzdem stehe die Ortsgemeinde natürlich in Kontakt mit der Werksleitung. „Die Situation insgesamt hat sich ja auch verbessert, seit der Ortsgemeinderat einen von allen Ratsmitgliedern unterschriebenen Brief an die Geschäftsführung der TKDZ geschickt hat“, berichtete Dostert weiter.

In weiteren Gesprächen will Dostert ausloten, ob der Neubau der Halle nicht auch an anderer Stelle realisiert werden könnte. „Alles, was weiter weg von der Wohnbebauung ist, wäre ein Gewinn für die Bürger“, sagte der Ortsbürgermeister.

TKDZ-Geschäftsführer Wolfgang Hirzi vom Mutterkonzern Porr AG sagte dazu: „Die neue Dolo-Halle wird am jetzigen Standort so weit wie möglich von der Wohnbebauung entfernt und dreieinhalb Meter tiefer liegen. Damit reduzieren wir Lärm und Staub deutlich. Andere Flächen wie zum Beispiel vor dem Eingang zum Josefstollen sind nicht groß genug. Außerdem müssten dann die schweren LKW den Berg hochfahren. Laut Logistikkonzept sollen  Transportfahrten jedoch so gut wie möglich vermieden werden.“

Der Wellener Ortsgemeinderat erteilte sein Einverständnis zur Erweiterung des Bahnhofsgebäudes in nördlicher Richtung, allerdings nur „vorbehaltlich der positiven noch fehlenden Stellungnahmen der Fachbehörden“. Damit sind die Bahn und der Landesbetrieb Mobilität (LBM) gemeint.

Auf der momentan noch als Ablageplatz genutzten Fläche neben dem Bahnhofsgebäude soll ein Neubau für Kleingewerbe entstehen. Der Zugang zu den Gleisen des Bahnhofs führt schon seit einigen Monaten nicht mehr durch das Bahnhofsgebäude selbst. Stattdessen müssen die Fahrgäste über einen neu angelegten Fußweg zur Rückseite des Bahnhofsgebäudes gehen und von dort aus die Treppe zur Unterführung zu den Gleisen nehmen. Der frühere Wartebereich im Bahnhofsgebäude ist gar nicht mehr zugänglich.

Unglücklich ist man im Rat mit dem Umstand, dass es am Bahnhof selbst keine Parkplätze für Bahnkunden oder für Abholer von Fahrgästen gibt. „Die ausgewiesenen Parkplätze sind alle für Bewohner und Gewerbetreibende im Gebäudekomplex vorgesehen“, berichtete der Ortsbürgermeister. Die Bahn meine, man könne ja den Park-and-Ride-Parkplatz an der Wellener Brücke nutzen. Das sorgte für ungläubiges Staunen, denn erstens ist dieser Parkplatz rund 500 Meter vom Bahnhof entfernt, und zweitens sowieso immer überfüllt.

Die Brücke über die Bahngleise am Ende der Josef-Schnuch-Straße sei dringend sanierungsbedürftig, hieß es. Der Ortsgemeinderat wünscht sich, dass bei der Sanierung auch an die Belange von Fußgängern und Radfahrern gedacht wird. Vom LBM wünschen sich die Wellener Informationen, ob Geld für einen umfangreichen Umbau der Brückenzufahrt zur Verfügung steht beispielsweise für Fußwege. Dietmar Haag (CDU) sagte: „Wir möchten, dass der gesamte Bereich, der 2015 in einen Teil 1 (zurzeit in der Offenlage) und einen Teil 2 (zurzeit in der Planung) aufgespalten wurde, jetzt verkehrsmäßig verknüpft wird.“

Das Bürgerhaus soll nach dem Willen der Gemeinde abgerissen und neu gebaut werden. Hans Dostert sagte: „Nach einem Workshop mit Vertretern der Vereine, dem Bauausschuss und dem Ortsgemeinderat kommen wir auf knapp 500 Quadratmeter benötigte Nutzfläche.“ Das bedeute Kosten von etwa 2,5 Millionen Euro. Das Thema wird den Ortsgemeinderat auch weiterhin beschäftigen.