Neue Ideen für das Moseltal bei Palzem

Neue Ideen für das Moseltal bei Palzem

Nachdem sich im vergangenen Herbst zahlreiche Bürger an einer Diskussion zur Zukunft des Moseltals bei Palzem beteiligt hatten, steht nun eine zweite Themenwerkstatt an. Die Bewohner von Wehr und Helfant können am Freitag, 28. Juni, über das Konzept eines Planungsbüros debattieren.

Palzem-Wehr. Zahlreiche Bürger waren im vergangenen Herbst in das Bürgerhaus von Wehr gekommen. Dort diskutierten sie über Möglichkeiten, das Moseltal und das einmündende Helterbachtal attraktiver zu machen (der TV berichtete). Aus der Ideensammlung schmiedeten Landschaftsplaner ein Konzept. Das soll am Freitag, 28. Juni, ab 20 Uhr im Bürgerhaus von Wehr präsentiert werden. Vor allem Bürger aus Wehr, Helfant und Umgebung sind eingeladen.
Das Projekt ist Teil der Moro-Initiative (siehe Extra). Das Bundesverkehrsministerium stellt für die gesamte Obermosel etwa 160 000 Euro bereit. 40 000 Euro davon fließen nach Wehr. Die Verbandsgemeinde Saarburg und die Ortsgemeinde legen jeweils 5000 Euro drauf. Mit dem Geld wurde das Büro BGH Plan aus Trier beauftragt, ein Konzept zu erstellen und die Bürgerbeteiligung zu moderieren. Geld für mögliche Bauarbeiten gibt es noch nicht.
Das Konzept ist nach Auskunft von Ortsbürgermeister Florian Wagner bereits mit Fachstellen und Behörden abgestimmt. Der Ortschef hofft auf möglichst zahlreiche Teilnehmer, um möglichst viele Meinungen, auch von Winzern und Vereinsvertretern, sammeln zu können.
Drei Zonen haben sich die Planer vorgenommen: Das Moselufer soll schöner werden. Es soll der Naherholung dienen und Touristen zur Rast einladen. Der freie Blick auf den Fluss ist teils versperrt. Stellplätze für Wohnmobile oder Anleger für Ruderboote könnten das Ufer attraktiver machen.
Brachliegende Weinbauflächen verschandeln nach Ansicht vieler das Ortsbild. Die Steillagen könnten rekultiviert und über Steige touristisch erschlossen werden. Ein Aussichtsturm, der bereits im Bau ist, könnte auch über diese Wege erreichbar sein.
Das Helterbachtal ist für viele ein Naturparadies. Besucher könnten es zukünftig über Wege und Stege erreichen und bis auf die Hochfläche nach Helfant wandern. Die Bachmündung wollen die Planer naturnah gestalten.
Die jüngste Moro-Bürgerwerkstatt in Saarburg, veranstaltet vom Kreis, war ihrem Namen nicht gerecht geworden. Sie war weder bürgerfreundlich konzipiert noch waren Bürger zur Versammlung gekommen. In Wehr stehen die Zeichen anders. Während der ersten Runde im Herbst war das Bürgerhaus bis fast auf den letzten Platz besetzt. thie
Extra

In den Modellvorhaben der Raumordnung (Moro) sollen Landschaften oder Siedlungen so gestaltet werden, dass sie Modell für Folgeprojekte sein können. Deutschlandweit gibt es mehr als 30 Projekte, die zum Teil beendet sind. Sie umfassen etwa die Gestaltung von Küstenregionen, Ballungszentren oder Flusslandschaften. Die Projektträger arbeiten oft mit Nachbarregionen oder Nachbarländern zusammen. Die Moro-Initiative Landschaftsnetz Mosel zwischen Trier und Berg-sur-Moselle (Frankreich) umfasst sieben Projekte: ein grenzüberschreitendes Entwicklungskonzept Obere Mosel, eine Studie zum Naturerbe und zur Kulturlandschaft (um Nittel), Aufwertung des Moselufers (Trier), Umgestaltung von Weinbaubrachen (Konz), Aufwertung von Moselufer und Hängen (Palzem-Wehr), Tourismusförderung (Perl-Besch), Folgenutzung für Kiesweiher (Perl). thie