1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Neue Leitung schließt die Lücke

Neue Leitung schließt die Lücke

2162 Meter Rohr fehlen noch bis zum Lückenschluss. Zwischen dem Hermeskeiler Gewerbegebiet Grafenwald und Malborn-Thiergarten wird ab Mitte Mai eine Leitung verlegt, durch die später Trinkwasser fließt. Mit diesem Projekt verbinden die Verbandsgemeinden (VG) Hermeskeil und Thalfang ihre Netze. Insgesamt werden 1,5 Millionen Euro investiert, um die Wasserversorgung sicherer zu machen.

Hermeskeil/Thalfang. Kurz hinter dem Hermeskeiler Gewerbegebiet Grafenwald deuten es große Sandhaufen an der Kreuzung zur Kreisstraße nach Damflos schon an. Mitte Mai - der genaue Tag steht noch nicht fest - werden in diesem Bereich die Bagger der Firma Friedrich aus Hontheim (Kreis Bernkastel-Wittlich) anrücken. Ihr Auftrag: Sie sollen auf einer exakt 2162 Meter langen Strecke im Untergrund Rohre verlegen. Sie führt von den äußersten Betrieben im Gewerbegebiet zunächst entlang der Straße.
Trockenheit führt zu Engpass


Ab der Kreuzung nach Damflos wird ein Waldwirtschaftsweg aufgegraben. Er überschreitet die Grenze zur VG Thalfang und endet kurz hinter dem Malborner Ortsteil Thiergarten in der Nähe des Streusalzlagers an der B 327.
Nach fünf Monaten Bauzeit soll diese Trasse fertig sein und "dann ist der Lückenschluss geschafft", sagt Planer Ralf Fuchs vom gleichnamigen Ingenieurbüro.
Mit diesem Projekt sind im Oktober nämlich die Trinkwassernetze der VG Hermeskeil und Thalfang direkt miteinander verknüpft. "Bei langer Trockenheit wie zum Beispiel 2011 kann es bei der Versorgung durch Quellen schon mal knapp werden", sagt der Hermeskeiler Werkleiter Andreas Schmitt. "Und deshalb", fügt sein Thalfanger Kollege Edwin Maßmann hinzu, "schafft man einen Verbund, damit man sich gegenseitig aushelfen kann". Das Projekt dient also dazu, langfristig die Wasserversorgung von 22 000 Menschen zu sichern.
Rohre auf 2,5 Kilometern Länge


Der erste Schritt dafür wurde schon 2009 getan. In diesem Bauabschnitt wurden bereits auf 2,5 Kilometern Länge Rohre vom Malborner Hochbehälter bis kurz hinter die Petersberghöfe am B-327-Abzweig nach Thiergarten verlegt. Genau dort dockt sich die neue Leitung an.
Die Verbindung der Versorgungsnetze bedeutet vor allem, dass die Thalfanger nun das große Trinkwasserreservoir der VG Hermeskeil anzapfen können - die Talsperre Nonnweiler. Von dort wird das Wasser 210 Höhenmeter hinauf zur Aufbereitungsanlage in Hermeskeil gepumpt und dann weiterverteilt. Die VG hat ein Wasserrecht von 750 000 Kubikmeter. Diese Menge darf sie pro Jahr aus der Talsperre entnehmen. De facto komme man aber mit 400 000 Kubikmetern aus der Talsperre aus, sagt Schmitt. Der Gesamtverbrauch in der VG Hermeskeil liegt bei 650 000 Kubikmeter pro Jahr.
Neben der Talsperre dienen noch mehrere Quellen der Wasserversorgung. Angesichts dieser Zahlen betont Bürgermeister Michael Hülpes: "Es ist also noch genug Puffer da, um bei Bedarf Wasser abzugeben." Für welchen Preis die Hermeskeiler und Thalfanger ihr Wasser künftig aneinander verkaufen, steht laut Hülpes noch nicht konkret fest.
Pumpstation im Röderbachtal


Was den Bau der Leitung angeht, haben beide VG-Räte aber schon im Sommer 2012 eine Zweckvereinbarung gebilligt, die Pflichten und Haftungsfragen regelt. Die Hermeskeiler sind Projektträger und haben die entsprechenden Anträge ans Mainzer Umweltministerium gestellt. Dieses gewährt ein zinsloses Darlehen, das 80 Prozent der Kosten abdeckt. Die Thalfanger tragen den Rest. In das Verlegen der Rohre zwischen Malborn und den Petersberghöfen im Jahr 2009 und auch in den nun bevorstehenden Bau der Leitung zwischen Thiergarten und Hermeskeil wurden jeweils rund 500 000 Euro investiert.
Zu dem Gesamtprojekt zählt aber noch ein dritter Bauabschnitt, der ebenfalls in etwa diesen Betrag kosten wird. Von Malborn aus soll nämlich auch eine Verbindung zum zentralen Hochbehälter der VG Thalfang bei Bäsch geschaffen werden. Dafür muss im Röderbachtal eine Pumpstation gebaut werden. "Wir müssen uns danach richten, wann es für diesen Bauabschnitt Geld vom Land gibt. Voraussichtlich können wir diese Arbeiten 2014 angehen", sagt der Thalfanger Werkleiter Maßmann.