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Neue Messreihe, zwiespältiges Ergebnis

Neue Messreihe, zwiespältiges Ergebnis

Das Ergebnis der aktuellen PCB-Raumluftmessungen liegt auf dem Tisch. In sieben Räumen der Hermeskeiler Realschule überschreitet die Schadstoffbelastung den zulässigen Interventionswert. Sie wurden sofort gesperrt. Ihre Sanierung ist bereits angelaufen. Positiv: Die bereits abgeschlossene Mustersanierung im Raum 106 hat Wirkung gezielt. Er ist fast PCB-frei.

Hermeskeil. Im März hatte ein Fachbüro in allen rund 100 Räumen des Hermeskeiler Schulzentrums seine Geräte für Luftmessungen aufgestellt. Sie sollten Aufschluss geben, wie hoch die PCB-Schadstoffbelastung an Real-, Hauptschule und im Fachklassentrakt aktuell tatsächlich ist. Das Resultat dieser Messreihe liegt jetzt vor. Bürgermeister Michael Hülpes (CDU) - die Verbandsgemeinde (VG) ist Schulträger - bezeichntete das Ergebnis im TV-Gespräch als "zwiespältig". Denn in einigen Räumen wurden "überraschend hohe Werte, mit denen nicht zu rechnen war" erzielt. In sieben Räumen, darunter zwei Klassenräumen, wurde der zulässige Interventionswert von 9000 Nanogramm pro Kubikmeter Luft überschritten. Sie wurden sofort gesperrt. Die Sanierungsarbeiten haben am Freitag bereits begonnen. Außerdem hat der neu gegründete Sanierungsausschuss auf Empfehlung des Gesundheitsamts weitere 15 Räume mit einer Belastung über 5000 Nanogramm zunächst geschlossen. Bei den Sofort-Maßnahmen in den am stärksten betroffenen Räumen - sie sollen nach dem Ende der Sommerferien wieder zugänglich sein - wollen sich die Verantwortlichen an die inzwischen abgeschlossene Mustersanierung des Raums 106 anlehnen. Dort waren die Fensterfugen, die als PCB-Primärquelle gelten, sowie Decken und Fußböden ausgetauscht und erneuert worden. Das aktuelle Messergebnis im Raum 106 mit 75 Nanogramm und damit die klare Unterschreitung des Zielwerts 300 stellt für Hülpes die andere Seite der Medaille dar: Es zeige, dass die gemeinsam vereinbarte Sanierungsstrategie "einen punktuellen hundertprozentigen Erfolg" gebracht habe und "wir das Problem in den Griff bekommen können". Auch Realschulrektor Hans-Joachim Gärtner wertet dies als Zeichen dafür, dass man beim Kampf gegen den Schadstoff auf dem richtigen Weg sei und ein "Erfolg absehbar scheint". Die systematische Bestandsaufnahme der PCB-Belastung sei für Schule und Eltern ein zentrales Anliegen gewesen, auf hohe Werte habe man sich eingestellt. "Deshalb war das Erschrecken jetzt nicht so groß. Viel schlimmer wäre es gewesen, wenn wir in Raum 106 saniert hätten und jetzt feststellen müssten, dass das nichts gebracht hat", so Gärtner. Im Unterrichtsbetrieb gebe es durch die Sperrung der Räume zwar Engpässe.

Entscheidend sei für ihn aber die Zusage von Kreis und VG, dass jetzt schnell saniert wird. So ist der zwei Millionen Euro teure Austausch aller Fenster im Schulzentrum bereits beschlossene Sache. Damit werde in den Sommerferien begonnen, sagte Hülpes. Circa 250 000 Euro werden für neue Böden und Decken in den 22 stärker belasteten Räumen hinzukommen.

Was die PCB-Bluttests bei Lehrern und Schülern ergeben haben, ist hingegen weiterhin unklar. Die Analyse der Proben in einem Institut in Erlangen dauern an. Leiter Harald Michels geht aber davon aus, dass dem Gesundheitsamt Trier nächste Woche die Ergebnisse vorliegen. Man wolle dann aber erst die Betroffenen informieren und in der ersten Maiwoche die Öffentlichkeit unterrichten.