Neue Projekte und mehr Personal

Hermeskeil · Der Erhalt von Streuobstwiesen im Saargau und der Bau einer Aussichtskanzel bei Morbach sind zwei Vorhaben, die Zuschüsse vom Verein Naturpark Saar-Hunsrück erhalten sollen. Insgesamt sind 2014 Projekte für 230 000 Euro geplant. Es ist aber noch offen, ob das Land das Fördergeld in kompletter Höhe zur Verfügung stellen kann. Sicher ist hingegen, dass die Naturpark-Geschäftsstelle in Hermeskeil personell verstärkt wird.

Umweltbildung ist der große Schwerpunkt in der Arbeit des Vereins Naturpark Saar-Hunsrück. Diese Schülergruppe aus Neunkirchen war beispielweise bei einem Workshop im Garten der Hermeskeiler Geschäftsstelle Kleinstlebewesen auf der Spur. TV-Foto: Archiv/Axel Munsteiner

Hermeskeil. In den vergangenen Monaten beherrschte die geplante Gründung des Nationalparks die Schlagzeilen. Was dabei fast in Vergessenheit geriet: Das länderüberschreitende, etwa 10 000 Hektar große Schutzgebiet wird in den viel größeren Naturpark Saar-Hunsrück eingebettet sein. "Der Nationalpark macht nur etwa fünf Prozent unserer Naturparkfläche aus. Aber wir sehen ihn natürlich als besonderes Juwel an", sagt Gudrun Rau, Geschäftsführerin des Naturparkvereins mit Sitz in Hermeskeil.
Der 1980 gegründete Naturpark Saar-Hunsrück ist einer von inzwischen acht Naturparks in Rheinland-Pfalz. Und wegen deren Finanzierung gab es im Herbst 2013 große Diskussionen. Über Wochen war nämlich offen, wie stark das Land die acht Parks künftig unterstützen würde.
Es stand eine Kürzung der Mittel im Raum. Inzwischen ist aber klar, dass es im Doppeletat 2014/15 bei der bisherigen Projektförderung von 800 000 Euro für alle acht Parks bleibt (der TV berichtete).Finanzierung noch unklar


Allerdings sagt Rau einschränkend: "Der von den acht Naturparks angemeldete Zuschussbedarf geht über diesen Haushaltsansatz hinaus."
So hat die Mitgliederversammlung des Naturparkvereins Saar-Hunsrück für 2014 einen Maßnahmenkatalog verabschiedet, der Fördermittel in einer Gesamthöhe von 230 000 Euro beanspruchen würde - vorausgesetzt, alle Projekte würden tatsächlich dieses Jahr verwirklicht. Laut Rau kann der Verein derzeit mit einer vom Land fest zugesagten ersten Zuschussrate von rund 115 000 Euro rechnen. Wie viel Geld im weiteren Verlauf des Jahres von Mainz noch bereitgestellt wird, sei aber offen.
Die Verwendung der Fördergelder ist fest geregelt. Einen Teil davon setzt der Naturparkverein für die Dienstleistungen an alle rheinland-pfälzischen Mitglieder ein, die aus einem Gebiet mit 13 Kommunen in drei Landkreisen kommen.
Dabei ist Rau folgender Hinweis wichtig: "Wir verwenden dieses Geld für Angebote in der Region, die der Allgemeinheit dienen." Beispielsweise ist die Umweltbildung ein Schwerpunkt in der Vereinsarbeit. Mit Hilfe der Zuschüsse können im Naturparkgebiet Exkursionen, Wanderungen und Workshops organisiert werden. Ein anderes Beispiel ist die mobile Wildkatzenschule, die in vielen Orten Station machen soll.
Der andere Teil der Zuschussgelder kommt den Gemeinden oder auch Vereinen zugute. Dabei spielt die Hermeskeiler Geschäftsstelle eine Schlüsselrolle. Sie sammelt die Anträge für die Projekte und bewertet dann aus fachlicher Sicht, ob die Vorschläge auch mit den Zielen des Naturparks und seinem Handlungsprogramm in Sachen Artenschutz oder Landschaftspflege übereinstimmen. Die Mitgliederversammlung legt dann fest, für welche Vorhaben es die Finanzspritze aus Mainz - die Förderquote liegt bei 80 Prozent - geben soll. 2014 sollen davon vier Projekte profitieren (siehe Extra).Zwei neue Fachkräfte


Auch personell wird sich dieses Jahr im Naturparkverein etwas tun. Denn da es eine enge Verzahnung zwischen Nationalpark und Naturpark geben soll, "hat der Verein durch sein Eckpunktepapier zum Nationalpark erfolgreich Ressourcen eingefordert", so Rau.
Durch den Nationalpark kommen auch auf den Naturparkverein zusätzliche Aufgaben zu. Daher hat das Land dem Verein die Einstellung von zwei neuen Fachkräften - unter anderem für die Umweltbildungsarbeit - zugesagt. Im Landesetat sind für diese beiden Posten zusätzlich 120 000 Euro Personalkosten pro Jahr vorgesehen.Extra

Im Maßnahmenkatalog des Naturparkvereins hat die Fortsetzung eines Projekts in Fisch (Verbandsgemeinde Saarburg) die höchste Priorität. Dort geht es um den Erhalt von über 1000 landschaftsprägenden Obstbäumen an der Viezstraße, die von Misteln befallen waren. Die Schmarotzer wurden fachgerecht entfernt. Nun sind für die Nachpflege der Bäume in diesem Jahr rund 30 000 Euro eingeplant. Insgesamt betragen die Kosten für das Pilotprojekt rund 190 000 Euro. Es läuft noch bis 2015. Zudem ist nahe Morbach der Bau einer Aussichtsplattform vorgesehen. Von dort soll der Blick auf einen Erlenbruch und das Hoxeler Viadukt fallen. 2014 ist dafür seitens des Naturparks ein Zuschuss von 12 200 Euro eingeplant. Zwei weitere Projekte sind im Kreis Birkenfeld beabsichtigt. In Hattgenstein soll der Zauberwald mit Naturerlebnispfad für 32 500 Euro attraktiver gestaltet werden. In Oberhambach ist ein Betrag von 5800 Euro für die Errichtung eines Wasserlehrpfads am sogenannten Sauerbrunnen eingeplant. Der Naturpark selbst plant über seine Geschäftsstelle Umweltbildungsangebote oder Projekte zum Biotop- und Artenschutz. Zudem sollen im Naturparkgebiet Bachtäler offen gehalten und Bienenweiden geschaffen werden. Für alle Vorhaben wurde ein Zuschussbedarf von insgesamt rund 148 000 Euro angemeldet. ax