Neue Route von Linie 209 im Hochwald stellt Fahrgäste vor Probleme - Busunternehmen reagiert

Kostenpflichtiger Inhalt: Nahverkehr : Neue Buslinie im Hochwald – Wenn der Arbeitsweg zum Problem wird

Die Route der Linie 209 von Neuhütten nach Hermeskeil ist umgestellt worden. Der Bus fuhr nicht mehr ins Zentrum, sondern hielt am Stadtrand. Fahrgäste kamen zu spät zur Arbeit. Inzwischen hat das Unternehmen reagiert.

Monika Saci aus Neuhütten und Anja Kirchen aus Züsch steigen morgens gegen 6 Uhr in ihren Wohnorten in den Bus und fahren mit der Linie 209 nach Hermeskeil zur Arbeit. In der Innenstadt steigen sie aus und laufen von dort zu ihrer Arbeitsstelle. Bis zum Ende der Sommerferien klappte das immer problemlos. Die Frauen kamen rechtzeitig zum Dienstbeginn an. Doch am 12. August, dem ersten Schultag, gab es eine unangenehme Überraschung.

„Der Streckenverlauf der Linie war geändert worden, ohne Vorwarnung“, klagt Monika Saci. Der Bus habe nicht mehr wie zuvor den Donatusplatz in Hermeskeil angesteuert, sondern außerhalb der Innenstadt im Stadtteil Höfchen gehalten (siehe Grafik). „Da hieß es dann für uns: Hier ist Endstation.“

Die beiden Frauen und mit ihnen noch weitere Betroffene aus dem Raum Züsch/Neuhütten beschwerten sich beim Verkehrsverbund Region Trier (VRT) und bei der für die Linie 209 zuständigen Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft (RMV). Von dort erhielten sie die Auskunft, sie könnten in Höfchen um 6.31 Uhr in die Linie 202 umsteigen, die bis in die Hermeskeiler Innenstadt fahre. „Aber das war nicht die Lösung unseres Problems“, sagt Anja Kirchen.

Monika Sacis Frühschicht beginnt um 6.30 Uhr. „Weil der Bus immer schon erst um kurz vor halb sieben am Donatusplatz ankam, hat mir meine Chefin erlaubt, etwas später anzufangen“, erzählt die Neuhüttenerin. Ein Umsteigen in Höfchen koste jedoch noch deutlich mehr Zeit.

„Ich möchte meinen Job nicht verlieren“, schildert Saci ihre Befüchtungen. Sie sei auf den Bus angewiesen, weil sie und ihr Mann kein Auto hätten. „Überall heißt es, man soll auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Aber wie soll das funktionieren?“

Auch für Anja Kirchen, die um 7 Uhr ihren Dienst beim städtischen Bauhof in Hermeskeil antritt, ist der neue Umweg problematisch. Von Höfchen aus fahre die 202 zunächst zum Bahnhof in Hermeskeil, dann weiter zur Sparkasse. Von dort müsse sie dann noch knapp einen Kilometer laufen. „Da ich Asthmatikerin bin, ist das für mich kaum pünktlich zu schaffen.“ Sie habe auch mit anderen Fahrgästen gesprochen, die wegen ihres Frühdienstes im Krankenhaus oder Altenzentrum Probleme hätten. Und noch etwas ärgert die Betroffenen: Überraschende Fahrplanänderungen seien schlimm genug. Sich darüber zu informieren, sei aber fast unmöglich. Zum Beweis zeigt Monika Saci die VRT-App fürs Handy, die Auskunft über aktuelle Fahrpläne geben soll. „Wenn ich da Neuhütten, Abfahrt 8.08 Uhr, eingebe, kriege ich eine Fahrt nach Hermeskeil angezeigt, bei der ich zweimal umsteigen soll und erst mittags ankomme.“ Dagegen zeige der aktuelle Linienplan, den man auf der VRT-Internetseite herunterladen kann, eine direkte Fahrt, die um 8.40 Uhr in Hermeskeil endet. „So vergrault man doch jeden Kunden.“

Der TV hat die Verkehrsgesellschaft RMV um eine Stellungnahme gebeten. Die Antwort trifft ein paar Tage später ein – in der Zwischenzeit hat das Unternehmen bereits auf andere Weise reagiert. Weil die RMV ein Tochterunternehmen der DB Regio AG ist, meldet sich die Pressestelle der DB in Frankfurt. Die Fahrplanänderung der Linie 209 hänge damit zusammen, erklärt eine Bahnsprecherin, dass der Anschluss an die Buslinie nach Trier gewahrt bleiben sollte. Die Umstiegsmöglichkeit sollte zunächst in Höfchen sein, weil der Bus nach Trier wegen einer Baustelle nach den Ferien bereits fünf Minuten früher fahren müsse. Zudem gebe es laut Linienfahrplan zwei Busse, die von Höfchen direkt das Hermeskeiler Zentrum ansteuerten.

„Auf die Beschwerden unserer Kunden haben wir aber reagiert“, teilt die Sprecherin mit. Die Linie 209 fahre nun wieder über den Donatusplatz in Hermeskeil. Dort könnte Fahrgäste, die weiter nach Trier unterwegs sind, in den Schnellbus einsteigen, der dort warte. Was die Information über geänderte Fahrpläne betreffe, diese seien nach den Sommerferien an den Haltestellen, in der App und auf der RMV-Internetseite ausgetauscht worden. Warum die App bei Monika Saci statt der direkten Verbindung eine umständlichere zeigt – dazu äußert sich die Pressestelle nicht.

Die beiden Beschwerdeführerinnen haben dem TV bestätigt, dass der Bus inzwischen wieder nach dem ursprünglichen Plan fahre. Skeptisch seien sie trotzdem, sagt Monika Saci: „Wir hoffen, dass das jetzt so bleibt und nicht nur auf Probe.“

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