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Neue Spielgefährten für die Kita-Kinder

Neue Spielgefährten für die Kita-Kinder

SAARBURG. Die Eltern, die ihre Kinder ganztags in der Kindertagesstätte St. Laurentius betreuen lassen möchten, dürfen sich freuen: 15 neue Plätze werden eingerichtet. Die Personalkosten übernimmt die Stadt. Das entschied der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag.

15 Tagesordnungpunkte im öffentlichen Teil hatte Stadtbürgermeister Jürgen Dixius seinen Ratsleuten in der ersten Sitzung seit drei Monaten am Donnerstag zugemutet. Darunter waren jedoch einige formale Punkte, die in Kürze abgehakt waren. Eine für manche Eltern in Saarburg erfreuliche, für die Stadt weniger erfreuliche Nachricht, fällte der Rat einstimmig. So wird die Kindertagesstätte (Kita) St. Laurentius in Saarburg ihr Angebot von 30 Ganztagsplätzen auf 45 aufstocken. "Ab sofort" gelte das Angebot, erklärt Stadtbürgermeister Jürgen Dixius auf TV-Nachfrage. Zur Bedingung hatte der Träger der Kita, die zum Bistum Trier gehörende Kita gGmbH Trier, gemacht, dass der Personalschlüssel bei den Erzieherinnen um eine halbe Stelle und der Beschäftigungsumfang der Hauswirtschaftskräfte von bisher 25 auf 30 Wochenstunden erhöht wird. Knackpunkt: Den Trägeranteil der Personalkosten von 12,5 Prozent muss die Stadt übernehmen. Hintergrund sind die umfangreichen Sparmaßnahmen des Bistums Trier (der TV berichtete mehrfach), in dessen Folge sich das Bistum immer stärker auch aus der Mit-Finanzierung von Kindergärten und Kitas zurückzieht. Während es die bereits bestehenden Gruppen - neben dem Kreis Trier Saarburg und dem Land Rheinland-Pfalz - nach wie vor bezuschusst, hat sich das Bistum bei zusätzlichen Angeboten und Aufstockungen, wie im Fall der Kita St. Laurentius, zurückgezogen. Nach Berechnungen der Kita gGmbH belaufen sich die Kosten für die Erzieherinnen-Stelle auf rund 20 000 Euro im Jahr. Für die Mehrarbeit der Hauswirtschaftskräfte fielen etwa 4500 Euro jährlich an. So wird die Stadt künftig rund 3000 Euro "zuschießen" müssen. Während CDU, SPD und FWG diesem Beschluss einstimmig zustimmten, ließen FWG-Vorsitzender Reiner Glosse und SPD-Fraktionsvorsitzende Edith van Eijck die Entscheidung nicht unkommentiert. Glosse meinte: "Die Stadt übernimmt künftig die 12,5 Prozent und hat bereits erhebliche Kosten für den Umbau getragen. Trotzdem behält sich das Bistum die Hoheit bei der Entscheidung der Personalfragen vor. Der zunehmende Bedarf an Ganztagsplätzen schreit nach einer kommunalen Einrichtung." Edith van Eijck sagte: "Für die Stadt ist das ein finanzieller Kraftakt, den wir aber im Sinne der Familien in Saarburg gerne unterstützen. Obwohl die Kirche einen solch geringen finanziellen Zuschuss gibt, behält sie sich weiterhin die Personal- und Lehrhoheit vor. Deswegen sollte jeder, die die Dienste in Anspruch nimmt, wissen, woher das Geld kommt." Die Kritik der Opposition im Stadtrat veranlasste Jürgen Dixius zu einer spontanen Frage: "Wird hier der Antrag gestellt, den Vertrag mit der Kirche zu kündigen und einen kommunalen Kindergarten einzurichten?" Dies verneinten SPD und FWG allerdings ebenso spontan.