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Neue Straßen, Nahwärmenetz und Hickhack um Zuschüsse

Neue Straßen, Nahwärmenetz und Hickhack um Zuschüsse

Im Stadtteil Abtei werden zwei Straßen ausgebaut. Schon bald soll in der Innenstadt eine neue Trasse zur Erweiterung des bisherigen Nahwärmenetzes verlegt werden, und für die kommenden Arbeiten am Feuerwehrmuseum wurden weitere Aufträge erteilt. Das hat der Hermeskeiler Rat entschieden und darüber hinaus noch ausgiebigst über die Zuschüsse an die Partnerschaftsvereine Hel und St. Fargeau diskutiert.

Hermeskeil. Wann die Bagger rollen, ist noch nicht klar: Der Grundsatzbeschluss steht aber fest: Im Hermeskeiler Stadtteil Abtei werden die Kapellenstraße und die Straße Waldfrieden ausgebaut. Der Rat hat den vom Ingenieurbüro Fuchs vorgelegten Planungen zugestimmt, die zuvor bereits mit den Anliegern besprochen wurden. Die Stadt wird in der Kapellenstraße die Hälfte der Kosten übernehmen. Im Waldfrieden liegt der Anteil bei 40 Prozent. Den Rest müssen die Bewohner der Straßen schultern.
Nicht um einen kompletten Ausbau, sondern nur um die Sanierung der teils stark beschädigten Fahrbahndecken geht es an zwei Stellen im Stadtgebiet - zum einen im Nelkenweg, zum anderen in der Martinusstraße und von dort weiter Richtung Gewerbegebiet. Beide Straßen werden im sogenannten DSK-Verfahren wieder in einen ordentlichen Zustand gebracht. Die Gesamtkosten dafür betragen rund 48 000 Euro.
Bis Oktober soll die neue Trasse des Nahwärmenetzes in Hermeskeil fertig sein. Bisher verlaufen die Rohre vom Schulzentrum mit der dortigen Holzhackschnitzelheizung bis zum Rathaus. Das Netz soll erweitert werden, damit auch die am Stadtrand gelegene Biogasanlage der Landwirtsfamilie Wärme in öffentliche Gebäude liefern kann. Die neue Trasse soll am Rand des Stadtparks vorbeiführen. Unter anderem wird dadurch das Altenzentrum St. Klara angeschlossen. Betreiber des Projekts ist die Gesellschaft Energiepartner Hermeskeil. Ihr gehören die VG, der Kreis Trier-Saarburg, der Energiekonzern RWE und die Firma Agro Eiden an. Die Stadt erhält dafür, dass auf ihren Flächen Leitungen verlegt werden können, eine Konzessionsabgabe.
Für die laufenden Arbeiten am Feuerwehrmuseum wurden neue Aufträge erteilt. Das kostenmäßig größte Gewerk war dabei die Lüftungstechnik mit circa 136 000 Euro. Auch für den Umbau und die Erweiterung des städtischen Adolph-Kolping-Kindergartens wurden diverse Firmen - unter anderm Fliesenleger und Fensterbauer- mit Arbeiten beauftragt. Die Gesamtsumme der am Dienstag vergebenen Aufträge lag bei circa 62 000 Euro.
Bei der Frage nach den Zuschüssen für die Vereine, die sich um die Städtepartnerschaften mit Hel und St. Fargeau kümmern, ging es zwar um geringere Beträge. Gerade dieser Punkt führte aber zu einer langen Diskussion, die sogar den Geduldsfaden einiger Stadtratsmitglieder offensichtlich überstrapazierte. Dabei standen sich in erster Linie Stadtbürgermeister Udo Moser (BFB) und mehrere Politiker der CDU mit kontroversen Auffassungen gegenüber. Es würde über einzelne Einnahme- und Ausgabe posten, die die Vereine vorgelegt hatten, ausgiebigst debattiert. CDU und Moser waren sich zudem uneins, ob die Zuschusswünsche der Vereine miteinander gekoppelt und aufgerechnet werden können. Der Partnerschaftsverein St. Fargeau hatte für 2013 einen Mittelbedarf von rund 4000 Euro bei der Stadt angemeldet. Beim Partnerschaftsverein Hel waren es knapp 5800 Euro. Moser wies darauf hin, dass die Kreisverwaltung in ihrer Stellungnahme zum Hermeskeiler Haushalt 2013 die maxmale Zuschüsshöhe auf 5000 Euro pro Verein gedeckelt habe und es sich um zwei getrennte Buchungsstellen im Etat handele. Die CDU forderte Moser auf, dass er dann doch mit der Kreisverwaltung über eine andere Regelung verhandeln solle.
Kein so großes Hickhack gab es bei einem anderem Thema. Innerhalb der Stadt und in den Stadtteilen Abtei und Höfchen wurden die Gebiete festgelegt und abgegrenzt, in dem künftig das Förderprogramm der Verbandsgemeinde Hermeskeil zur Belebung des Ortskerne greifen soll. Privatleute, die in diesen Gebieten beispielsweise alte Häuser sanieren wollen, können durch das Programm auf Zuschüsse hoffen.
Vor dem Hintergrund der ansonsten eher schlechten finanziellen Lage der Stadt gab es zumindest eine erfreuliche Nachricht. Bei der Bewirtschaftung des Stadtwalds wurde 2012 vom Forstamt ein neues Rekord-Betriebsergebnis erzielt. Der Überschuss beträgt 276 000 Euro. ax