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Neue Straßenlaternen-Technik bis 2020 in Konz

Neue Straßenlaternen-Technik bis 2020 in Konz

Die Verbandsgemeinde Konz wird heller. Bis 2020 werden alle Straßenlaternen auf LED-Technik umgerüstet. Das kommt nicht bei allen gut an.

Hell und weiß strahlt die neue Laterne auf die Karthäuser Straße in Konz. Im Hintergrund ist eine ältere Leuchte zu sehen, die düsterer wirkendes oranges Licht abgibt. Der Kontrast zwischen den beiden Leuchtmitteln auf dem Foto ist enorm. Während die hellere Lampe mit LED-Dioden ausgestattet ist, strahlt die andere Lampe mit Gelblicht. Dieser schummrige Farbton soll bald komplett wegfallen und durch LED-Technik ersetzt werden. Die Abkürzung LED steht für Leuchtdioden (Englisch: light-emitting diode). Fließt Strom durch die Diode, strahlt sie Licht aus. In Konz und in vielen anderen Kommunen sind Dioden die Lichtquellen der Zukunft.

Besonders prestigeträchtig sind die neuen Strahler an der Konzer Lok in der Bahnhofstraße. Insgesamt zehn LED-Leuchten setzen das Technikdenkmal von der Überdachung und vom Boden aus in Szene, wenn es in Konz dunkel wird. Dadurch wirkt das frisch restaurierte Technikdenkmal auch in den späten Abendstunden beeindruckend. Die Strahler kosten 10 000 Euro, die Stadt übernimmt davon 1100 Euro, den Rest trägt die RWE-Tochter Innogy. So günstig ist die Umstellung auf LED-Technik im gesamten Stadtgebiet auf den ersten Blick nicht. Dort sollen insgesamt 2652 Leuchten saniert werden. Und allein für den Austausch von 2095 Lampen in Konz-Zentral (mit Karthaus, Roscheid und Berendsborn) sowie Könen sind insgesamt rund 550 000 Euro fällig, von denen die Stadt 330 000 Euro und Innogy den Rest beisteuert.

In den anderen Stadtteilen gibt es ebenfalls Pläne für die Umrüstung (siehe Info), denn langfristig soll sich die auf den ersten Blick teuer wirkende Technik auszahlen. Für Konz-Zentral und Könen zeigt eine Beispielrechnung der RWE-Tochter Innogy, dass bei den Betriebskosten pro Jahr knapp 60 000 Euro gespart werden können. Die Startinvestition hat sich demnach nach rund fünfeinhalb Jahren refinanziert. Auch für die Umwelt soll sich die Installation der energiesparenden Technik rentieren. Die Beispielrechnung geht von 283 000 eingesparten Kilowattstunden pro Jahr aus im Vergleich zum aktuellen Verbrauch. Diese Einsparung entspricht etwa dem Jahresstromverbrauch von 91 Zwei-Personen-Haushalten und 119 Tonnen CO.

Neben dem Energieeinsparpotenzial sieht Verwaltungspressesprecher Michael Naunheim noch einen weiteren Vorteil durch LED-Leuchten: "Die eingesetzten LED-Leuchten sind so ausgelegt, dass das Licht durch Linsen zielgerichtet auf die Straßen und auf die Gehwege gelenkt wird. Dadurch leuchten die Straßen und Gehwege heller aus, was zu mehr Sicherheit beiträgt." Auch eine vom Bundesbildungsministerium beauftragte Studie bestätigt, dass LED-Technik eine bessere Lichtqualität bringt. In der 2013 erschienenen Studie ist von einer "hohen Lichtausbeute", einer "hohen Farbwiedergabe zur farbgetreuen Darstellung der Objekte" und einer "stabilen Farbtemperatur" die Rede.

Eine Umfrage zum subjektiven Helligkeitsempfinden bei Bürgern in Städten, die schon auf LED umgerüstet haben, ergab laut der Studie des Bundesministeriums, dass die alten Laternen eher zu dunkel empfunden wurden, während die LED-Lösung als besser oder sogar als leicht zu hell wahrgenommen werde. "Entsprechend positiv wird auch die Steigerung des subjektiven Sicherheitsempfindens durch die Umrüstung der Altanlagen auf LED bewertet", heißt es im Abschlussbericht der Studie. Dieses Ergebnis lässt sich wohl auch auf Konz übertragen. In der Facebook-Umfrage des TV in der Gruppe "Du bist Konzer, wenn …" bringt es die Nutzerin Sarah Schreiber in einem Kommentar auf den Punkt: "Prinzipiell finde ich es sehr gut, da es schon gerade die dunklen Ecken hell ausleuchtet." Ihr ergehe es aber auch wie anderen Nutzern, die Kritik geäußert haben (siehe Hintergrund): "Mein Schlafzimmer ist nun auch immer schön beleuchtet."

Wie das allerdings passieren kann, ist rätselhaft. Verwaltungssprecher Naunheim betont, dass die Lampen dimmbar seien. In der Winterzeit würden sie von etwa 22.30 Uhr bis 4.30 Uhr, im Sommer von 23.30 Uhr bis 5.30 Uhr auf eine Leistung von 60 Prozent heruntergedimmt. Bei einem Ausgangswert von 3000 Kelvin Farbtemperatur, der schon als warmweiß gilt, hieße das, dass sie auf 1800 Kelvin gesenkt würden - zum Vergleich: eine Kerze leuchtet bei 1500, der Vollmond bei etwa 4120 Kelvin.KommentarUmweltfreundlich, hell, gut!
Die neuen Lampen wirken heller. Das von ihnen produzierte Licht entspricht eher den Sehgewohnheiten des menschlichen Auges als die schummrigen orangen Strahler aus der Vergangenheit. Noch besser ist, dass sie weniger Energie verbrauchen als die alten Leuchten. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern spart langfristig auch Geld-. Das sind gewichtige Gründe, die zeigen, dass die Entscheidung für LED-Technik richtig ist. Dass sich einige Bürger von den Laternen belästigt fühlen, lässt sich vielleicht auch durch eine andere Ausrichtung der Strahler korrigieren. Vielleicht lässt sich der Lichtkegel an der ein oder anderen Stelle in eine andere Richtung lenken. Bürger, die sich zu beleuchtet fühlen, sollten sich bei der Verwaltung melden. Und die Verwaltung sollte hilfsbereit reagieren. Dann können alle glücklich werden mit den neuen Lampen. c.kremer@volksfreund.deExtra: STIMMEN AUS EINER FACEBOOK-UMFRAGE


Wie findet ihr das neue Licht? Katinka Elinka: "Brauche im Schlafzimmer und im Bad kein Licht mehr ... Danke Konz." Ramona Kohl: "Ich finde es auch zu hell." Sascha Berweiler: "Auf Roscheid war es höchste Zeit. Die alten Lampen brachten gar kein Licht mehr, gerade im Winter. Die neuen LED-Lampen machen Roscheid wieder richtig hell. Tolle Sache, besonders wenn man am Abend mit dem Hund unterwegs ist." Laura Mölbörg: "Der Hell-Dunkel-Kontrast zwischen beleuchteten und unbeleuchteten Stellen außerhalb des direkten Lichtkegels erscheint mir stärker, was ich vor allem bezüglich der Wahrnehmung von Fußgängern durch Autofahrer kritisch sehe. Ich finde die Lichtfarbe angenehm." Frank Ebelingsson: "Jedenfalls wesentlich bessere Leuchtkraft als die alten Lampen. Wobei es in unserer Straße ist schon krass ist: Der Lichtkegel reicht bis über die Fenster in den Erdgeschossen. Könnte mir vorstellen, dass die daher nicht allen gefallen." Helge Klaus Rieder: "Fotografen freut es, wenn die Städte nicht mehr eine so starke orangegelbe Lichtverschmutzung produzieren." * Die Namen sind die Facebook-Nutzernamen.Extra: PLÄNE FÜR DEN REST DER STADT UND DIE DÖRFER

LED-Lampen erhellen die Lok in der Bahnhofstraße. Fotos (2): Stadt Konz Foto: (h_ko )


"Bis Ende 2018 sollen auch die verbleibenden Stadtteile (Filzen/Hamm, Kommlingen, Krettnach, Niedermennig, Obermennig und Oberemmel) komplett auf LED umgestellt sein", sagt Michael Naunheim, Pressesprecher im Konzer Rathaus. Dafür seien im Haushalt 2018 insgesamt 78 000 Euro vorgesehen. Bis Ende 2017 sollen 52 Prozent der 2652 Laternen LED-Technik haben. Ein Jahr später sollen es 63 Prozent sein. Auch die Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Konz werden laut dem Verwaltungssprecher im Rahmen auslaufender Wartungsverträge mit dem Energieversorger RWE mit neuen Laternen ausgestattet. Um die Lampen auszutauschen, müsse eine Kostenschätzung vorliegen und ein Kostenpunkt im Haushalt eingetragen sein, sagt Naunheim. Insgesamt stehen in den zehn Dörfern in der VG 1918 Laternen. Nittel (80 000 Euro), Wawern (13 000 Euro) und Wellen (33 000 Euro) haben die Umstellung auf LED bereits in den Haushaltsplänen für das Jahr 2018 berücksichtigt. "Das Ziel ist, alle Ortsgemeinden der VG Konz bis Ende 2020 komplett auf LED umgestellt zu haben - die nötigen Finanzmittel werden dann im Haushalt 2019 und 2020 entsprechend berücksichtigt", sagt Naunheim.