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Neue Tagesklinik in Hermeskeil: Psychiatrische Tagesklinik im Hermeskeiler Krankenhaus öffnet am 2. Januar

Gesundheit : Neue Tagesklinik in Hermeskeil: Hilfe bei Angst und Depression

Das St.-Josef-Krankenhaus öffnet ab 2. Januar eine Tagesklinik für psychisch kranke Menschen. Laut dem Träger ist dies ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Klinikstandorts.

Die Geburtshilfestation im Sankt-Josef-Krankenhaus ist seit 2013 geschlossen. In die ehemaligen Kreißsäle und Patientenzimmer zieht aber bald ein neues Angebot der Hermeskeiler Klinik ein: Ab dem 2. Januar finden dort Menschen therapeutische Hilfe, die an psychischen Erkrankungen wie etwa Depressionen, Angst-, Ess- oder Persönlichkeitsstörungen leiden.

Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik - so lautet der medizinisch korrekte Titel. Dr. Stefan Thielscher hat ähnliche Angebote in Gerolstein und Bitburg mit aufgebaut. Träger beider Krankenhäuser ist wie in Hermeskeil die Marienhaus-Gruppe. Thielscher wird auch die neue Tagesklinik im Hochwald als Chefarzt leiten. Sie richtet sich an Menschen, bei denen eine ambulante Behandlung nicht mehr reicht, aber auch noch kein dauerhafter Klinikaufenthalt nötig ist.

20 Plätze sind eingerichtet. Die Patienten kommen tagsüber von 8 bis 16.30 Uhr in die Klinik, die Abende und Wochenenden verbringen sie in ihrer vertrauten Umgebung. „So können sie Zuhause gleich anwenden, was sie hier gelernt haben“, sagt Yvonne Hoffmeister, die leitende Psychologin. Zu ihrem Team gehören Psychologen, Ergotherapeuten und Krankenschwestern. Neben Einzelgesprächen gibt es viele Gruppenaktivitäten wie gemeinsames Kochen und kreatives Arbeiten. „Dass sich die Patienten gegenseitig unterstützen, hat sich als sehr hilfreich erwiesen“, sagt Chefarzt Dr. Thielscher. In der Regel dauert die Therapie sechs Wochen. Behandelt werden alle Arten psychischer Erkrankungen bei Erwachsenen. Die Einweisung kann der Hausarzt oder ein Facharzt übernehmen.

   Sie haben das neue Angebot einer psychiatrischen Tagesklinik im Hermeskeiler Krankenhaus vorgestellt: Anke Klauck (kaufmännische Leitung), Krankenhausoberin Annette Münster-Weber, Dr. Günter Merschbächer (Geschäftsführer Marienhaus GmbH), Psychologin Yvonne Hoffmeister und der Chefarzt der neuen Tagesklinik, Dr. Stefan Thielscher.
Sie haben das neue Angebot einer psychiatrischen Tagesklinik im Hermeskeiler Krankenhaus vorgestellt: Anke Klauck (kaufmännische Leitung), Krankenhausoberin Annette Münster-Weber, Dr. Günter Merschbächer (Geschäftsführer Marienhaus GmbH), Psychologin Yvonne Hoffmeister und der Chefarzt der neuen Tagesklinik, Dr. Stefan Thielscher. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Das neue Angebot schließe eine Versorgungslücke, sagt Günter Merschbächer, Geschäftsführer der Marienhaus Holding GmbH. Die nächstgelegenen psychiatrischen Tageskliniken für Betroffene aus dem Hochwald gebe es in Saarburg, Idar-Oberstein, Wittlich, Trier und Sankt Wendel. „Das sind einige Kilometer zu fahren“, sagt Thielscher. Mögliche Wartezeiten für einen Therapieplatz wolle das Team „so gering wie möglich halten“. Oft warteten aber auch die Patienten zu lange, bis sie sich Hilfe suchten: „Deshalb sind solche leicht zugänglichen Angebote wichtig.“

Günter Merschbächer sieht die Klinik als „wichtigen Baustein“ für die Zukunft des Standorts Hermeskeil. Dass vom Land eine Zusage kam, zeige, „dass das Ministerium Wert auf diesen Standort legt“. Eine „dauerhafte Bestandsgarantie“ gebe es nicht, und die Rahmenbedingungen für kleine Krankenhäuser würden schwieriger, sagt Merschbächer auch mit Blick auf den seit Ende November geschlossenen Marienhaus-Standort Wadern. „Wir arbeiten aber weiter fest an der Zukunft.“ Den Bedarf für eine psychiatrische Tagesklinik in Hermeskeil habe eine Kölner Beratungsfirma bestätigt. Er gehe davon aus, dass man in ein, zwei Jahren schon auf 40 Plätze aufstocken könne. Längerfristiges Ziel sei der Übergang in eine stationäre Fachabteilung.

Laut Krankenhausoberin Annette Münster-Weber gab es schon früh interessierte Nachfragen, etwa vom Leiter des Gemeindepsychiatrischen Betreuungszentrums in Hermeskeil, das „seit Jahrzehnte wertvolle Arbeit“ bei der Unterstützung psychisch Kranker leiste: „Da ist eine Kooperation selbstverständlich.“ Auch zu Neurologen, Praxen und Pflegediensten halte man Kontakt. Die Tagesklinik füge sich in ein vorhandenes Netzwerk ein. Die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) in Hermeskeil spielt laut Thielscher ebenfalls eine Rolle. „Eine unserer Psychologinnen spricht Arabisch. Daher können wir auch die Geflüchteten ohne weiteres integrieren.“