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Neue Weinmanufaktur entsteht in Wiltingen - Umzug der Produktion verzögert sich

Neue Weinmanufaktur entsteht in Wiltingen - Umzug der Produktion verzögert sich

Die Megabaustelle zwischen Wiltingen und Biebelhausen macht Fortschritte. Winzer Roman Niewodniczanski wollte ursprünglich im Sommer mit seiner Produktion in die neue Weinmanufaktur umziehen. Doch es kommt anders.

Es ist ein ambitioniertes Projekt, das Roman Niewodniczanski auf dem Schlossberg vorantreibt.
Dort, wo einst die Kellerei Schmitt Söhne stand, wächst auf mehr als 6800 Quadratmetern seine neue Weinmanufaktur: Zwei neue Gebäude, vier Keller, nebst Streuobstwiesen, Trockensteinmauern, Schieferbeeten sowie als Herzstück ein Holzfasskeller sollen das Gelände nicht nur zu einem Produktionsbetrieb, sondern auch zu einem Wohlfühlort machen. Eine Millioneninvestition, über deren genaues Volumen der Bauherr schweigt. Im Sommer 2017 - so war der Plan - hätte der Umzug abgeschlossen sein sollen, Kunden und Besucher hätten dann im neuen Verkostungsraum, im Obergeschoss eines Turms, den Blick über das Saartal schweifen lassen können.
Doch wer in den vergangenen Wochen an der Baustelle vorbeifuhr, fragte sich, ob es tatsächlich bei diesem Termim bleibt. Die Antwort lautet Nein.
Dass das so ist, bedauert keiner mehr als Roman Niewodniczanski. Anfang 2018 peilt er als neuen Termin an. Gründe für die Verzögerung seien "teilweise wochenlange Regenfälle im vergangenen Jahr sowie der überaus kalte Winter."
Trotz der Widrigkeiten, betont er, "ist es uns gelungen, den Rohbau so weit fertigzustellen, dass die Ernte im vergangenen Jahr bereits auf dem Schlossberg eingebracht werden konnte."
Was den Ortsbürgermeister von Wiltingen, Lothar Rommelfanger, sehr erleichtert haben dürfte, bugsierten doch die Fahrer in den Jahren zuvor ihre schweren Erntemaschinen über die viel zu engen Zufahrtswege in Wiltingen. "Im Ort ist es verkehrstechnisch tatsächlich mehr als schwierig. Aber nicht nur deswegen stehen wir nach wie vor hinter dem Projekt. Ich sehe es auch als Gewinn für die gesamte Saarregion."
Dass die von der neuen Manufaktur profitieren wird, ist sich Rommelfanger sicher. Nicht zuletzt, weil "Niewo", wie der 48-Jährige allseits genannt wird, maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Saarweine national wie international wieder einen hohen Stellenwert einnehmen.
Der freut sich derweil über die Fortschritte an seinem Neubau. "Die Hackschnitzelanlage ist installiert und ebenso betriebsbereit wie die Schnelllauftore, die Beleuchtung und die stromsparende Elektrik in der Produktion, sowie der erste Teil der Photovoltaikanlage, die die Umwelt und Klimatechnik mit Strom versorgen wird."
Das Beste daran, meint Niewodniczanski, sei die Tatsache, dass dort in wenigen Wochen die ersten Weine des Jahrgangs 2016 gefüllt und etikettiert werden können. Denn dieser Jahrgang sei vielversprechend.
Voraussichtlich im Frühsommer 2017 enden dann die Rohbauarbeiten des Präsentationsgebäudes, gefolgt vom Innenausbau. Eine Grünanlage mit Teich, Allee, Streuobstbäumen und Wildblumenwiesen soll ab Frühjahr 2018 das Areal verschönern. Bis dahin bleibt den Wiltingern und Roman Niewodniczanski die Vorfreude auf die Manufaktur am Schlossberg und dass im Ortskern von Wiltingen idyllische Ruhe einkehrt.
Extra: DAS WEINGUT VAN VOLXEM


Roman Niewodniczanski übernimmt im Jahr 2000 das Weingut van Volxem in Wiltingen. Zurzeit bewirtschaftet er etwa 70 Hektar Rebfläche an der Saar und stellt jährlich 500 000 Flaschen her. Das Weingut besitzt die Lagen Scharzhofberg, Gottesfuß, Goldberg, Volz, Pergentsknopp, Altenberg und Bockstein. Gemeinsam mit dem Weingut Markus Molitor (Bernkastel-Wehlen) rekultiviert Roman Niewodniczanski die historische Lage Geisberg (Schoden). 98 Prozent der Lagen sind mit Riesling bepflanzt.