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Neuer Anlauf für Jugendherberge Saarburg Stadtrat Bebauungsplan

Stadtentwicklung : Neuer Anlauf für die Jugendherberge in Saarburg

Die Erweiterung der Jugendherberge könnte nach dem Stopp durch eine Klage bald wieder anlaufen. Der Saarburger Stadtrat hat die kritisierten Punkte aus seiner Sicht berichtigt.

Seit fast einem Jahr stehen die Bauarbeiten für die Erweiterung und den Umbau der Saarburger Jugendherberge (JH) still. Der Grund: Eine Nachbarin hatte zwei Tage vor Ablauf der einjährigen Frist geklagt. Beim Oberverwaltungsgericht Koblenz hatte sie eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan eingereicht. Beim Amtsgericht Trier hatte sie gegen die Baugenehmigung geklagt.

Da das Verwaltungsgericht feststellte, dass der Bebauungsplan offensichtlich fehlerhaft ist (er war für den städtischen Innenbereich gemacht, das Gericht verortete die JH aber im Außenbereich), hob die Stadt den Bebauungsplan auf und die Kreisverwaltung die Baugenehmigung. Nachdem die Stadt zunächst einen neuen Bebauungsplan aufstellen wollte, entschied sie sich nach weiterer juristischer Beratung, den alten Plan zu ergänzen.

Dafür mussten eine Umweltprüfung und ein Umweltbericht eingearbeitet und der ergänzte Planentwurf öffentlich ausgelegt werden. Am Mittwochabend hat der Stadtrat sich dann mit den Eingaben aus der Offenlage von Behörden, Trägern öffentlicher Belange und Bürgern befasst. Die Verwaltung hatte diese zusammen mit einer Anwaltskanzlei abgewogen.

Die Eingaben der Bürger drehten sich in erster Linie um das Thema Verkehr. So wurde beispielsweise die Bushaltebucht gerügt. Sie befinde sich an der engsten Stelle der Straße Bottelter, dort, wo das Wohngebiet beginne. Die Stelle sei zudem nicht einsehbar. Die Entgegnung lautet: Der Stellplatz für Busse befinde sich auf Privatgrund und nicht im Straßenraum und werde die Verkehrssituation nicht verschlechtern, sondern verbessern. Ein aus Richtung Stadt kommender Bus biege nach links in die Zufahrt ein und stoße dann rückwärts in den Haltebereich. Der Rangier- und Haltevorgang könne ausschließlich auf dem Privatgelände erfolgen. Der Bus stehe schließlich mit der Ausstiegsseite abgewandt zur Straße. Durch das Herstellen des Haltebereichs werde die steile, sichteinschränkende Böschung teilweise abgetragen.

Der Vertreter des Planungsbüros, das mit der Ergänzung des Bebauungsplans beauftragt worden war, versicherte in der Sitzung ausdrücklich: „Die Abwägungen der Bürgereingaben kann man guten Gewissens beschließen.“ Die Eingaben führten allesamt zu keinerlei Änderungen.

Einstimmig beschloss der Stadtrat den Bebauungsplan als Satzung und beauftragte den Bürgermeister, den Plan durch Veröffentlichung in Kraft zu setzen. Bevor weiter gebaut werden kann, muss laut Sprecherin der Verwaltung das Jugendherbergswerk die Baugenehmigung erneut bei der Kreisverwaltung beantragen und erhalten. Saarburger Geschäftsleute und die Betreiber von Einrichtungen wie Freibad, Sommerrodelbahn und Sesselbahn haben die Wiedereröffnung der Jugendherberge in Saarburg immer wieder befürwortet, weil deren Gäste, die auch ihre Kunden seien, fehlten. Die Jugendherberge soll von ursprünglich 102 Betten auf 173 Betten erweitert und modernisiert werden.