Neuer Einsatzort für die Umweltdetektive

Neuer Einsatzort für die Umweltdetektive

Sie nennen sich die "Umweltdetektive" und werfen in Zukunft ein besonders scharfes Auge auf den Rotbach. Die Schüler einer Arbeitsgemeinschaft (AG) des Hermeskeiler Gymnasiums schauen als neue Paten regelmäßig am Rotbach nach dem Rechten, untersuchen dessen Zustand und hegen und pflegen das Gewässer und die dazugehörige Uferzone.

Hermeskeil. In Rheinland-Pfalz gibt es fast 770 Bäche mit einer Gesamtlänge von rund 3000 Kilometern, die unter besonderer Beobachtung stehen. Sie alle haben Bachpaten, die damit laut Umweltministerin Ulrike Hoefken "einen großen Beitrag zum Gewässerschutz leisten". Meist übernehmen Anglervereine diese Aufgabe. Schulen sind eine weitere wichtige Gruppe. Dazu zählt nun auch wieder das Hermeskeiler Gymnasium. "Es gab vor acht oder neun Jahren schon mal eine Bachpatenschaft, die dann aber eingeschlafen ist. Diese Bachpatenschaft haben wir jetzt wieder reaktiviert, weil es an der Schule eine kleine, aber schlagkräftige Truppe gibt, die an dieser Sache Interesse gezeigt hat", sagt Direktor Arno Ranft. Es ist die aus 15 Schülern bestehende AG mit dem Namen "Umweltdetektive". Betreut werden die Fünft- bis Siebtklässler von den Lehrern Mareike Jacquot und Sven Thomaschewski. Alle Umweltdetektive haben kürzlich einen Vertrag unterschrieben, mit dem sie die Patenschaft für den Rotbach übernehmen. Dieser fließt hinter dem Gymnasium am Sportplatz vorbei. Vertragspartner der Schüler ist die Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil. Sie ist für die kleinen Bäche oder - wie es im Bürokratendeutsch so schön heißt - "für die Gewässer dritter Ordnung unterhaltungspflichtig".
Die Umweltdetektive helfen der VG nun bei dieser Aufgabe. Ab dem Frühjahr werden sie regelmäßig den Zustand des Rotbachs überprüfen und beispielsweise den PH-Wert messen. Sie schauen nach, welche Tiere und Pflanzen im Bach und an dessen Uferbereich kreuchen und fleuchen. Auch um die Pflege des Rotbachs kümmern sie sich. "Wenn wir beispielsweise am Rand Müll herumliegen sehen, sammeln wir den auf. Und wenn wir merken, dass der Bach verschmutzt ist, geben wir Bescheid", sag Jonas Porten. Der Umweltdetektiv weiß also schon genau, was auf ihn und seine Mitschüler alles zukommt.
Bei der Übernahme der Bachpatenschaft gab es neben einem 100-Euro-Scheck der VG noch ein zusätzliches Geschenk für die Schüler. Gudrun Rau und Carmen Fischer vom Naturpark Saar-Hunsrück händigten den Schülern einen sogenannten Wasser-Erlebnis-Koffer aus. Er enthält eine Menge an Experimentiermaterial, das den Umweltdetektiven bei ihrer Arbeit am Rotbach hilft. ax