Neuer Hunsrück-Trend: tierisch erfolgreich

Berlin/Kell · Wo Wildkatze und Geier für touristisches Wachstum sorgen und der Hahn vielleicht nicht mehr lange der Problembär ist.

 Im Zeichen der Wildkatze: Die Ranger Nico Dillig (links) und Hartmut Hoffmann sind auf der ITB Botschafter des Nationalparks, der sich am Gemeinschaftsstand der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH präsentiert.

Im Zeichen der Wildkatze: Die Ranger Nico Dillig (links) und Hartmut Hoffmann sind auf der ITB Botschafter des Nationalparks, der sich am Gemeinschaftsstand der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH präsentiert.

Foto: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"

Berlin/Kell Kann eine Urlaubsregion tierisch erfolgreich sein? Sie kann! Zumindest, wenn es sich um Hunsrück und Hochwald handelt. Denn ohne Wildkatze und Geier sähe die Gästestatistik wohl ziemlich besorgniserregend aus. Und der Hahn, der alte Problembär, hat auch noch Potenzial. Aber der Reihe nach.
Die Wildkatze ist das Symbol des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Denn dort, im 100 Quadratkilometer großen Urwald der Zukunft, hat das unzähmbare und lange vom Aussterben bedrohte Tier nun einen sicheren Lebensraum. Nicht ganz zufällig steigen seit der Eröffnung des Nationalparks vor knapp zwei Jahren die Besucherzahlen in der Region zwischen Kell am See und Emmelshausen (Rhein-Hunsrück-Kreis) wieder. Die Zahl der Gäste lag 2016 bei knapp 290 000 (plus 1,3 Prozent), die der Übernachtungen nahezu unverändert bei 780 000. Jörn Winkhaus (55), Geschäftsführer der Hunsrück-Touristik GmbH, gibt sich auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin ganz entspannt und optimistisch, denn er glaubt an eine nachhaltig positive Entwicklung.
Womit wir - im übertragenen Sinn - beim Geier wären. Die neueste regionale Attraktion, die im Oktober 2015 eröffnete Geierlay-Brücke, zeigt ebenfalls positive Wirkung. Deutschlands mit 360 Metern längste und nach nepalesischem Vorbild gebaute Hängeseilbrücke, die in 100 Meter Höhe das Bachtal zwischen den Gemeinden Sosberg (Kreis Cochem-Zell) und Mörsdorf (Rhein-Hunsrück-Kreis) überspannt, hat nach den Beobachtungen von Winkhaus "viele Tausende Menschen angezogen, die sonst nicht unbedingt gekommen wären". Dass es sich dabei vorwiegend um (statistisch nicht erfasste) Tagestouristen handelte, sei keineswegs von Nachteil: "Diese Gäste haben gesehen, was für eine wunderbare Gegend der Hunsrück ist, und kommen vielleicht für einen echten Kurzurlaub wieder".
Anlass gibt es ja genug, vor allem für Wanderer (Saar-Hunsrück-Steig), Aktivurlauber und natürlich Naturfreunde. "Der Nationalpark ist ein echter Segen", sagt Hartmut Hoffmann aus Gusenburg. Der 49-jährige Ranger ist zum dritten Mal mit dem Nationalpark-Team als Botschafter auf der ITB. Eine Top-Besetzung, denn Hoffmann sprüht förmlich vor Begeisterung für die Sache: "Es gab nur eine Zeit in meinem Leben, in der mir die Arbeit ähnlich viel Spaß gemacht hat. Das war 1990 bei einem halbjährigen Praktikum in einem Nationalpark in Kanada." Mit seiner grundpositiven Einstellung sieht er sich nicht alleine. Da sei zum Beispiel der US-Generalkonsul James Herman, der mehrmals jährlich mit hochkarätigen Gästen im Schlepptau vorbeikomme und ebenfalls "immer sehr begeistert ist. Die Amis stehen ja auf Nationalparks. Das macht sich zunehmend auch bei uns bemerkbar."
Vielleicht wird der tierischen Erfolgsgeschichte des Hunsrücks bald ein neues Kapitel hinzugefügt: Der rheinland-pfälzisch/saarländische Nationalpark Hunsrück-Hochwald strebt eine Partnerschaft mit dem Mgahinga-Nationalpark im ostafrikanischen Uganda an. Dort sind die extrem seltenen Berggorillas die Hauptattraktion.
Und was macht der Hahn? Dass der ein "Problembär" sei, verweist Hanna Hammer, die Pressesprecherin des Hunsrück-Flughafens, ins Reich der Fabel: "Netter Wortwitz, aber nicht so ganz zutreffend." Den kontinuierlichen Sinkflug (2016: 2,4 Millionen Passagiere, 2007: vier Millionen) sieht die 34-Jährige gestoppt. Der chinesische Konzern HNA, die die rheinland-pfälzischen Anteile am Hahn (82,5 Prozent) gekauft hat, besitze 1200 Flugzeuge in mehreren Luftfahrtgesellschaften und strebe im ersten Schritt ab 2018 wöchentlich drei Fracht- und drei Passagierverbindungen vom Reich der Mitte zum Hunsrück und zurück an. Das werde "mit Sicherheit" nicht so bleiben, denn: "Deutschland ist ein sehr interessantes Ziel für Chinesen."MIT DEM RANGER DURCH DEN NATIONALPARK


Extra

 Informiert auf der Reisemesse ITB in Berlin über ihre Ferienregion: Iris Müller (rechts) von der Hunsrück-Touristik GmbH. TV-Fotos (2): Roland Morgen

Informiert auf der Reisemesse ITB in Berlin über ihre Ferienregion: Iris Müller (rechts) von der Hunsrück-Touristik GmbH. TV-Fotos (2): Roland Morgen

Foto: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"

Saisonstart: Ab 1. April bietet der Nationalpark Hunsrück-Hochwald wieder sein kostenloses Rangertouren-Programm an. Die Führungen starten jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag um 14 Uhr an verschiedenen Orten im Nationalpark. An Samstagen ergänzen Angebote von Nationalparkführern das Programm. So bietet der Nationalpark den Gästen außer montags eine geführte Tour in den Urwald von morgen an. Infos: <%LINK auto="true" href="http://www.nationalpark-hunsrueck-hochwald.de" text="www.nationalpark-hunsrueck-hochwald.de" class="more"%>

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