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Neuer Jugendpfleger in der VG Hermeskeil dringend gesucht

Neuer Jugendpfleger in der VG Hermeskeil dringend gesucht

Seit der Kündigung von Matthias Webel im Sommer ist die Stelle des Jugendpflegers in der Verbandsgemeinde Hermeskeil nicht besetzt. Ersatz soll so bald wie möglich gefunden werden. Der Nachfolger soll sich laut Verwaltung um weniger große Projekte kümmern müssen - und zudem weniger Verwaltungsaufgaben stemmen müssen.

Hermeskeil. Überaus glücklich war Bürgermeister Michael Hülpes im März mit dem Kandidaten, den er als neuen Jugendpfleger der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil vorstellen konnte. Hülpes war damals überzeugt, mit dem gelernten Sonderpädagogen Matthias Leo Webel einen "besonders qualifizierten Bewerber" mit gutem Draht zur Jugend gefunden zu haben.
Das hat sich in der Praxis auch bestätigt - dennoch gab Webel im Juli vor Ablauf seiner Probezeit den Job wieder auf. Gegenüber dem TV begründete er diesen Schritt damit, dass für ihn persönlich die Stelle des Jugendpflegers mit "zu viel Management-Aufgaben verbunden" sei (der TV berichtete am 15. Juli).

Dies soll sich nun offenbar ändern. Im Jugend- und Sozialausschuss der Verbandsgemeinde wurde am Donnerstag über die Neubesetzung der Stelle informiert und diskutiert. Dort erklärte der zweite VG-Beigeordnete Josef Barthen, der die Sitzung stellvertretend für Bürgermeister Hülpes leitete, dass der Posten des Jugendpflegers "schnellstmöglich als Vollzeitstelle" wieder besetzt werden solle. Die Verwaltung bereite derzeit die Ausschreibung vor. Man wolle möglichst bald einen Nachfolger finden, um die Ortsbürgermeister mit der Betreuung der Jugendlichen in den 13 Orten nicht allzu lange allein zu lassen, sagte Barthen. Die VG habe bei der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für Webel auch die Vertreter der Jugendclubs einbeziehen wollen. Sie waren zu einem Treffen mit dem Haupt- und Finanzausschuss eingeladen. "Wir wollten wissen, was der neue Jugendpfleger aus ihrer Sicht vermitteln sollte", erläuterte Barthen. Die Teilnahme sei "leider dürftig" gewesen.Direkter Kontakt zur Dorfjugend


Was sollte der oder die Neue aus Sicht der Verwaltung mitbringen? "Der Kandidat soll lebensjung sein", sagte Barthen. Er sei nicht nur Ansprechpartner für die Aktiven in den Jugendclubs, sondern solle auch die jüngeren Kinder und Teenager an deren Arbeit heranführen. Zudem müsse er soziale Netzwerke sicher nutzen.
Sozusagen als Reaktion auf Webels Kündigung habe man entschieden, dass der Jugendpfleger künftig von Verwaltungsaufgaben "entlastet" werden solle. "Er oder sie soll auch nicht unbedingt viele große Events organisieren", sagte Barthen. Der Schwerpunkt solle auf der Arbeit in den Dörfern liegen. "Er soll Zeit haben für den direkten Kontakt."
Für Ausschussmitglied Lena Weber ist die Entlastung von Verwaltungsaufgaben entscheidend. Sie war im August gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern eingesprungen, damit der beliebte VG-Ferienspaß wie gewohnt ablaufen konnte (siehe Extra). Das Angebot "Ritter auf der Grimburg" musste wegen Personalmangels kurzfristig abgesagt werden.

"Wir haben einen guten Jugendpfleger verloren. Ich hätte gern die Gewissheit, dass wir den Nachfolger nicht auch verprellen", erklärte Weber. Sie schlug vor, dass die Verwaltung künftig die Anmeldungen für die Ferienprojekte betreuen sollte. "Das ist ungeheuer viel Arbeit", sagte Weber. Bei vier Projekten in sechs Ferienwochen sei das von einer Person allein kaum zu stemmen, schon gar nicht, wenn parallel noch Projekte zu betreuen seien.

Wehrleiter Daniel Bredel war als Zuhörer in der öffentlichen Sitzung dabei. Er betonte die Bedeutung des Jugendpflegers für Feuerwehren und Vereine, die Jugendarbeit betreiben: "Für uns alle ist er ein wichtiger Ansprechpartner, der uns momentan fehlt." Er gebe wichtige Tipps, beispielsweise auch zum Umgang mit Zuschussanträgen für Projekte.
Bis wann Webels Stelle besetzt wird, steht laut Barthen noch nicht fest. Lena Weber plädierte für eine Einstellung "spätestens zum 1. Februar", weil sonst die Organisation des VG-Ferienspaß "kaum noch zu organisieren" sei.Extra

Die zwei größten Projekte, die das Jugendbüro der Verbandsgemeinde Hermeskeil jeden Sommer organisiert, sind der VG-Ferienspaß und das Angebot Ritter auf der Grimburg. Der Ferienspaß dauert eine Woche. Begleitet von ehrenamtlichen Betreuern unternehmen die etwa 100 Teilnehmer Ausflüge zu Freizeitangeboten und verschiedenen Zielen in der Region. Das Angebot richtet sich an Sieben- bis Zwölfjährige. Bei "Ritter auf der Grimburg" wird Kindern zwischen acht und zwölf Jahren das Leben im Mittelalter nähergebracht. Sie verbringen den Tag auf der Grimburg und können dort an Wokshops wie Korbflechten oder Töpfern teilnehmen. cweb