Neuer Obermeister kommt aus Kell am See

Neuer Obermeister kommt aus Kell am See

Die nächsten fünf Jahre vertritt Schlossermeister Ewald Koltes 34 Mitgliedsbetriebe der Innung Metall Trier. Die dort vertretenen Berufszweige reichen vom Kunstschmied bis zum Maschinenbauer. Unter den mehr als 500 Mitarbeitern in den Mitgliedsbetrieben sind rund 185 Auszubildende. Sorgen macht dem neuen Obermeister aus Kell am See die Qualität der schulischen Ausbildung für Nachwuchskräfte.

Kell am See. Der neue Obermeister der Innung Metall Trier heißt Ewald Koltes. Er wurde bei der Jahreshauptversammlung für die nächsten fünf Jahre gewählt. Koltes ist Nachfolger von Heinz Koras, der dieses Amt 15 Jahre lang innehatte. Die Innung vertritt 34 Metallbaubetriebe im Kreis Trier-Saarburg mit mehr als 500 Beschäftigten und 185 Auszubildenden.
"Unser Beruf hat sich in den Grundfertigkeiten wenig verändert, sehr wohl aber die Anforderungen, mit moderner Technik zu arbeiten, die Sicherheitsauflagen und das Protokollieren von Arbeitsabläufen", sagt Koltes dem TV. Der neue Innungsobermeister hat 1976 seine Meisterprüfung im Schlosserhandwerk abgelegt. In seinem Betrieb in Kell am See beschäftigt er zehn Mitarbeiter. Für Koltes hat Handwerk immer noch einen goldenen Boden. Was ihm jedoch Sorgen bereitet, ist die Gewinnung von Nachwuchs im Metallhandwerk: "Schlosser werden, ist nicht die erste Berufswahl." Die Qualität der Auszubildenden nehme ab, was an den Fertigkeiten in Rechtschreibung und den Grundrechenarten gut abzulesen sei. Dabei steht für Koltes fest: "In einem Metallberuf muss man vor allem rechnen können. Außerdem wird es in unserem Beruf auch mal nass. Es gibt Schweres zu heben oder es wird laut."
Bis heute hat der Firmeninhaber aus dem Hochwald 25 junge Metaller in ihren Berufen ausgebildet. Seine Erfahrung lautet: "Manchmal müssen wir Nachhilfestunden geben." Das seien jedoch keine schlechten Mitarbeiter, denn es gebe ja auch eine handwerkliche Intelligenz.
Die Chancen, im Handwerk Karriere zu machen, sind groß. Ausdrücklich weist der Schlossermeister darauf hin. "Eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister ist möglich. Über den zweiten Bildungsweg ist nach dem Abitur sogar das Ingenieurstudium drin." Das gelte auch für weibliche Mitarbeiter: "Warum soll eine Frau keine computergestützten Zeichnungen anfertigen oder an einer Drehmaschine stehen?" Wichtig sei letztendlich die Berufserfahrung.
Ein zweites Manko sieht Koltes in der Lage von Betrieben auf dem Land: "Die Busverbindungen sind oft schlecht. Lehrlinge ohne Auto können nicht rechtzeitig am Arbeitsplatz sein." Jemand müsse Spaß an der Arbeit mit dem Werkstoff Metall haben. Dann werde er auch damit belohnt, etwas geschaffen zu haben, das man sieht und als "mein Werk" empfunden werden kann. Im Fall der Firma Metallbau Koltes sind das beispielsweise Balkone und Geländer. Die Auftragslage sei nach wie vor gut, sagt Koltes.
In der Beschäftigung von Migranten sieht er eine Chance: "Da müssen jedoch das Bleiberecht gesichert und gute Sprachkenntnisse vorhanden sein." Schließlich müssen die Arbeitsanweisungen des Meisters korrekt verstanden und umgesetzt werden können.Wichtig sei ein Berufsverband auch, wenn sich Vorschriften oder Gesetze ändern. Dann kann der Rat von Fachjuristen oder anderen Fachleuten eingeholt werden.Extra

Die Innung Metall Trier sieht sich als ein moderner Dienstleister für ihre Mitglieder und steht als Bindeglied zwischen den Betrieben sowie den Kammern und Verbänden. Neben der Imageförderung und der Lobbyarbeit sieht die Innung ihre wesentliche Aufgabe in der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter durch weitreichende Weiterbildungsangebote, Seminare und Veranstaltungen. Weitere Infos im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.metall-trier.de" class="more" text="www.metall-trier.de"%> doth