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Neuer Unfallrekord

Konz/Saarburg. Die Polizei Saarburg hat 2016 so viele Verkehrsunfälle wie in den vergangenen zehn Jahre nicht registriert. Hauptursache: Nichteinhalten des Sicherheitsabstands. Doch die Statistik liefert auch erfreuliche Nachrichten. Marion Maier

Konz/Saarburg 1676 Verkehrsunfälle hat die Saarburger Polizei im vergangenen Jahr registriert. Das sind 70 mehr als im Vorjahr. Und nicht nur das. Es ist der höchste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Stephan Wagner, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion (PI) Saarburg, relativiert diesen traurigen Rekord etwas. Er führt ihn auch darauf zurück, dass Verkehrsteilnehmer heutzutage verstärkt Unfälle melden würden.

Zahl der Verletzten: Dem Negativrekord steht eine positive Nachricht gegenüber. Harald Lahr, stellvertretender PI-Leiter stellt fest: "Erstmals seit mindestens 1987 hat kein Mensch auf den Straßen des Dienstgebiets sein Leben verloren." Auch die Zahl der registrierten Verletzten ist laut Unfallstatistik zurückgegangen. So wurden bei 163 der registrierten Verkehrsunfälle 217 Menschen verletzt. Davon haben 62 Menschen eine schwere Verletzung erlitten. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Verletzten um 49 zurückgegangen.

Unfallursachen: Dass der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wird, ist laut Polizei Hauptunfallursache. 20 Prozent der registrierten Unfälle seien darauf zurückzuführen. Auf Platz zwei der Ursachen stehen Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie falsches Einfahren in den fließenden Verkehr (17 Prozent.). Dritthäufigste Unfallursache ist laut Polizei unangepasste Geschwindigkeit (neun Prozent). Verkehrssicherheitsberater Wagner gibt jedoch zu bedenken, "dass oftmals mehrere Ursachen eine Rolle spielen und eine klare Trennung nicht immer möglich ist." So könne ein Unfallverursacher beispielsweise zu nah aufgefahren und zu schnell gewesen sein. In diesem Fall werde nur eine Unfallursache angegeben.

Neuer Rekord bei Wildunfällen: Was sich bereits im vergangenen Jahr angekündigt hat, ist nun tatsächlich eingetreten. Die Zahl der Wildunfälle ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen - und auch 2015 wurde schon eine Rekordzahl erreicht. 583 Mal kam es 2016 zu Zusammenstößen von Autos mit Wildschweinen, Rehen oder Hirschen. Das ist 21 Mal mehr als im Vorjahr und macht aktuell 35 Prozent aller Unfälle aus. Es ist zudem der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Die Polizei scheint ratlos. Sie teilt mit: "Trotz verschiedener Präventions- und Sicherungsmaßnahmen konnte kein Rückgang bei den Wildunfällen verzeichnet werden."
Risiko junge Fahrer und Senioren: Junge Fahrer und Senioren haben in der Unfallstatistik der Polizei eines gemeinsam: In beiden Fahrergruppen ist die Zahl der Unfälle überproportional gestiegen. Die 18- bis 24-Jährigen haben 351 Unfälle verursacht - das sind 21 Prozent aller aufgenommenen Unfälle - und 71 mehr als im Vorjahr. Die jungen Lenker haben in der Mehrheit der Fälle auch die Unfälle verursacht. Hauptursache: überhöhte Geschwindigkeit.
Auf die Senioren (Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahre) entfallen laut Polizei 229 Unfälle (14 Prozent). Bei ihnen ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 32 gestiegen. Auch sie haben in der Mehrheit dieser Fälle den Unfall verursacht. Hauptunfallursachen: ungenügender Sicherheitsabstand und Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren.

Sonstiges: Die Zahl der Unfälle mit Kindern lag im Bereich der Polizeiinspektion Saarburg 2016 bei zwölf (Vorjahr 18). 14 Kinder sind dabei verletzt worden, acht von ihnen waren Mitfahrer. Die Polizei erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass nur ein passender Kindersitz wirklich Sicherheit bietet.

Berauschende Mittel
spielten bei 26 von der Saarburger Polizei registrierten Unfällen eine Rolle (Vorjahr: 50). Bei 19 Unfällen war Alkohol mit im Spiel.
Einen leichten Anstieg verzeichnete die Saarburger Polizei bei den Unfallfluchten. 306 wurden im vergangenen Jahr angezeigt. In 44 Prozent der Fälle haben die Ordnungshüter den Verursacher ermittelt. Harald Lahr mahnt: "Ermittelten Unfallflüchtigen droht der Führerscheinentzug. Es handelt sich hier keinesfalls um ein Kavaliersdelikt."POLIZEIINSPEKTION IST FüR 58 ORTE ZUSTäNDIG


Extra

Die Polizeiinspektion Saarburg, zu der auch die Polizeiwache Konz gehört, ist zuständig für 58 Orte. Sie betreut die Verbandsgemeinden Konz und Saarburg sowie den östlichen Teil der Verbandsgemeinde Kell.