Neuer Zerfer Ortschef Rainer Hansen beschwört Zusammenhalt im Rat

Kommunalpolitik : Neuer Zerfer Ortschef beschwört Zusammenhalt im Rat

Rainer Hansen (CDU) ist in der ersten Sitzung des neuen Zerfer Gemeinderats zum Ortsbürgermeister ernannt worden und hat einige Veränderungen angekündigt. Bruno Thiel (CDU) und Thomas Keyser (GfZ) stehen ihm künftig zur Seite.

Die erste Sitzung des neu gewählten Zerfer Gemeinderats stößt auf reges Interesse. Es sind so viele Bürger als Zuhörer ins Bürgerhaus gekommen, dass die aufgestellten Stühle nicht ausreichen. Offensichtlich wollen sich viele ein Bild davon machen, wie das Ortsgremium, in dem sich die Kräfteverhältnisse deutlich verändert haben, in die neue Ratsperiode startet.

Aus der Kommunalwahl vom 26. Mai war die CDU als klarer Wahlsieger hervorgegangen. Mit acht Mandaten belegt sie die Hälfte der 16 Sitze im Rat und hat im Vergleich zu 2014 die Zahl ihrer Mandate verdoppelt. Die SPD, bislang stärkste Kraft, hat noch drei Sitze, ebenso wie die Gruppierung Gemeinsam für Zerf. Neu im Rat ist die Neue Liste (zwei Mandate).

Einen Wechsel gibt es auch beim höchsten politischen Ehrenamt im Ort. Rainer Hansen (CDU) übernimmt die Aufgaben des Ortsbürgermeisters und löst damit Dieter Engelhardt (SPD) ab. Weil Engelhardt laut Hansen seine Teilnahme an der Ratssitzung kurzfristig abgesagt hat, obliegt es dem bis dahin noch geschäftsführenden zweiten Gemeinde-Beigeordneten Karl-Heinz Wagner (Neue Liste), den neuen Ortschef zu ernennen.

Nach seiner Vereidigung erklärt der selbstständige Schreinermeister: „Es macht mir eine Riesenfreude und es macht mich auch sehr stolz, das Amt des Ortsbürgermeisters antreten zu dürfen.“ Die Gemeinde habe wichtige Themen vor der Brust, kündigt er an und nennt die Erweiterung der Kita, die Gestaltung des Marktplatzes, den bevorstehenden Straßenausbau und Probleme im Gemeindewald als Beispiele. Wegen der Kommunalwahl habe es einige Wochen Stillstand gegeben: „Deshalb müssen wir jetzt zügig loslegen.“

Hansen kündigt auch einige Veränderungen an, die ihm als Ortschef wichtig sind. So soll ein eigener Geschäftsbereich gebildet werden, um den sich künftig der erste Beigeordnete der Gemeinde kümmern soll: „Zerf ist so groß, es gibt so viele wichtige Themen. Das kann von einem allein nicht abgedeckt werden.“

Besonders wichtig sei ihm der neue Entwicklungsausschuss, der dabei helfen soll, das „enorme Potenzial“ des 1500-Einwohner-Orts zu nutzen und zu fördern. „Wir sollten in diesem Ausschuss unseren Ideen freien Lauf lassen und ganz unparteiisch rangehen“, formuliert der Ortschef seine Erwartungen. Zudem betont er den Willen, mit allen vier Ratsfraktionen gemeinsam die künftigen Herausforderungen anzupacken und Streitereien der Vergangenheit hinter sich zu lassen: „Mir ist wichtig, dass wir eine schlagkräftige Truppe werden und zusammenwachsen, damit für Zerf etwas Vernünftiges herauskommt. Gemeinsam geht mehr!“ Für dieses Statement gibt es viel Applaus von den Zuhörern.

Eine gewisse Einigkeit herrscht bereits bei der Wahl der neuen Beigeordneten. Dazu haben sich offensichtlich CDU und GfZ zusammengetan, um sich die notwendige Mehrheit zu sichern. Bruno Thiel (CDU) wird in krankheitsbedingter Abwesenheit zum ersten Beigeordneten gewählt. Er erreicht zehn Ja-Stimmen, Gegenkandidat Karl Ewald Burg (SPD) kommt auf drei Stimmen. Drei Ratsmitglieder fehlen bei der konstituierenden Sitzung. Im Anschluss setzt sich Thomas Keyser (GfZ) mit zehn zu drei Stimmen gegen Karl-Heinz Wagner (Neue Liste) durch und ist damit neuer zweiter Beigeordneter.

Sie lenken künftig die politischen Geschicke in Zerf: die 16 Mitglieder des neuen Gemeinderats (drei fehlen beim Fototermin), Ortsbürgermeister Rainer Hansen (vordere Reihe, weißes Hemd) und Jürgen Dixius (rechts), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Jürgen Dixius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, dankt allen neuen Ratsmitgliedern für ihre Bereitschaft, sich dauerhaft politisch für ihren Ort einzusetzen. An den neuen Ortsbürgermeister gerichtet sagt Dixius: „Er muss Motor, Koordinator und Moderator im Rat sein.“ Es gebe eine breite Palette an Themen, die ein Ortschef anpacken müsse. Er sei überzeugt, dass Rainer Hansen diesen Aufgaben gewachsen sei.

Mehr von Volksfreund