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Neues Ärzte-Team stellt in Nittel die medizinische Versorgung langfristig sicher

Medizin : Neues Ärzte-Team für Nittel

Die medizinische Versorgung in der Obermosel-Gemeinde dürfte langfristig gesichert sein.

Die Hausarztpraxis von Berthold Schmid in Nittel bekommt einen Nachfolger. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz übernimmt Dr. Frank Wiß (60) aus Wasserliesch die Praxis, die der Nitteler Arzt Schmid zum 30. Juni 2019 aufgibt.

Die ärztliche Versorgung in Nittel scheint damit langfristig gesichert zu sein. Denn Wiß, der die Nitteler Allgemeinmedizinpraxis zum 1. Juli übernehmen wird, bildet in den nächsten zwei Jahren Tilmann Unger als Allgemeinmediziner aus. Wiß selbst hat nicht vor, sich langfristig in Nittel zu engagieren. Die langfristige Perspektive hat aber Wiß‘ zukünftiger angestellter Arzt Tilmann Unger.

Der 42-Jährige, der zurzeit noch im Trierer Krankenhaus der Barmherzigen Brüder arbeitet und dort eine umfassende Ausbildung in Gefäßchirurgie, Nephrologie, Kardiologie, Unfallchirurgie und vielem mehr absolviert, kann eine Praxis für Allgemeinmedizin erst dann eigenverantwortlich betreiben, wenn er eine zweijährige praktische Weiterbildung unter Aufsicht eines für Ausbildungen zertifizierten Allgemeinmediziners absolviert hat. Sobald Unger dann diese Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner mit einer erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung beendet hat, wird er die Nitteler Arztpraxis voll übernehmen. Die Nitteler und andere Patienten aus den umliegenden Dörfern können also davon ausgehen, dass damit die ärztliche Grundversorgung mindestens für die nächsten 20 Jahre gesichert sein dürfte.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz und das Land Rheinland-Pfalz fördern die Neugründungen beziehungsweise Übernahmen von Arztpraxen im ländlichen Bereich. Nittel gehört zu den förderungswürdigen Standorten. Sicherlich hat dieser Umstand die Entscheidung von Wiß begünstigt, sich für eine mehrjährige Zeit eine zweite Praxis „ans Bein zu binden“.

Im praktischen Betrieb wird es nämlich so sein, dass Wiß verpflichtet ist, seinen Kollegen gemäß der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer „persönlich zu leiten sowie die Weiterbildung zeitlich und inhaltlich entsprechend der Weiterbildungsordnung zu gestalten.“ Wiß und Unger werden also viel Zeit zusammen verbringen müssen, so dass beider Arbeitszeit auf die Praxen in Wasserliesch und Nittel aufgeteilt werden wird.

Aber diese Weiterbildungsordnung, so schreibt die Pressestelle der KV, sei so auszulegen, dass der Arzt in Weiterbildung, im konkreten Fall Tilmann Unger, „immer mehr zur selbstständigen Befundung“ geführt wird. Entscheidend sei, dass Wiß für Unger in einer Rufbereitschaft sei.

Dank dieser Auslegung wird es möglich sein, dass Unger zum Beispiel Hausbesuche macht, während Wiß in der Praxis erreichbar ist, sofern dies nötig sein sollte.

Die bisherigen Patienten von Berthold Schmid, der 33 Jahre lang die medizinische Grundversorgung sicherstellte, werden weiterhin in Nittel zum Arzt gehen können. Darüber freut sich der scheidende Arzt sehr. Zumal Wiß und Unger zugesagt haben, die Kontinuität in der medizinischen Versorgung aufrecht zu erhalten.

Doch das Problem, dass Landärzte dringend gesucht werden, bleibt an der Obermosel und im Raum Saarburg trotz der Lösung für Nittel weiterhin akut. Angestrebt wird, dass es pro 1700 Einwohner einen Hausarzt gibt. Laut der Tabelle der KV Rheinland-Pfalz über den aktuellen Versorgungsstand mit Hausärzten im Bereich Saarburg/Obermosel ist noch Platz für weitere Arztpraxen mit einer kassenärztlichen Zulassung.